Machen Sie den Check

Gebrauchte Fahrräder und E-Bikes kaufen: Darauf sollten Sie achten

Wenn man ein Fahrrad oder E-Bike sucht, muss es nicht immer ein neues sein. Wir zeigen, worauf Sie beim Kauf von gebrauchten Fahrrädern und Second-Hand-E-Bikes achten müssen.

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Stand

Von Autor/in Rainer Thienel

Welche Möglichkeiten habe ich, ein gebrauchtes Fahrrad zu erwerben?

Mögliche Quellen:

  • Fahrradbörsen (beispielsweise die des ADFC)
  • Kleinanzeigen in Tageszeitung
  • Anzeigenmärkte im Internet
  • Marktpätze im Internet
  • beim Fachhändler
  • Online-Shops für Leasingrückläufer

Der ADFC empfiehlt wohnortnahen Kauf auf Fahrradbörsen. Hier ist eine Probefahrt möglich und man bekommt fachkundige Beratung von Experten des ADFC. Der lokale Fahrradhändler bietet wegen der Gewährleistungspflicht immer seltener Gebrauchträder an. Wichtig: Auch ein Gebrauchtrad muss geeignet sind. Eine Probefahrt des Rades gibt zuverlässig Aufschluss darüber, ob Rahmengröße und Geometrie passen.

Wo kann ich online nach gebrauchten Fahrrädern suchen?

Eine Frau sitzt vor einem Laptop mit einem Online-Shop und tippt auf ihrem Smartphone.
Adobe Stock Adobe Stock/sorapop

Online-Anzeigenmärkte stellen für den Käufer ein nicht zu unterschätzendes Risko dar. Zunehmend häufiger werden Dinge angepriesen und verkauft, die bei der Lieferung nicht dem Angebot entsprechen. Der ADFC empfiehlt daher stets einen Kauf, bei dem Probefahrt möglich ist und ein Vertrag von Angesicht zu Angesicht geschlossen werden kann. Schriftform sollte nicht vergessen werden, den Ausweis des Verkäufers kontrollieren und wenn möglich sollte man sich originale Kaufbelege und Wartungsnachweise aushändigen lassen.

Auktionen von Fundbüros, Polizei, Zoll etc. sind nur für Profis interessant, die bereit sind, versteckte Mängel zu akzeptieren. Probefahrten sind hier in der Regel nicht möglich, oft nicht einmal die gründliche Inaugenscheinnahme des Fahrrads. Das Risiko bei Flohmärkten ist ganz ähnlich, dazu kommt noch die Möglichkeit, auf Hehlerware hereinzufallen.

Wenn ich ein Fahrrad kaufe und später stellt sich heraus, dass es geklaut war, wer darf das Fahrrad behalten?

Wer ein Rad kauft, bei dem sich später herausstellt, dass es gestohlen ist, hat ein Problem. Denn nach deutschem Recht ist es nicht möglich, das Eigentum an einem gestohlenen Objekt zu erwerben. Eigentümer bleibt in solch einem Fall weiterhin der oder die Bestohlene. Wenn sich also der Eigentümer oder die Eigentümerin meldet, muss man das Rad zurückgeben.

Auf welche Punkte kann ich beim Fahrrad achten, um versteckte Mängel zu finden?

Frau kauft ein gebrauchtes Fahrrad
Adobe Stock

Unsere Checkliste enthält die relevanten Punkte aus den Bereichen Recht, Technik und Sicherheit, damit Sie nichts vergessen.

Wie viel kann ich beim Gebrauchtkauf sparen - im Vergleich zum Kauf eines neuen Fahrrads?

Die Höhe der Ersparnis im Vergleich zum Neupreis liegt zwischen 25 und 90 Prozent. Entscheidend ist, ob ich bereit und in der Lage bin, kleine Mängel selbst zu beheben (Bremsencheck, „Achter“ zentrieren, Reifen wechseln usw.) und natürlich davon, ob es sich um ein Rad handelt, das gerade im Trend liegt (wie beispielsweise Gravel-Bike oder Mountainbike) oder eher weniger gehypt wird.

Worauf muss ich speziell bei E-Bikes achten?

Wichtig ist der Akku, denn das ist ein sehr teures Bauteil. Die Hersteller sprechen von 500 bis 1000 Ladezyklen. Das bedeutet 500 mal von komplett leer auf 100% vollladen. In der Praxis entlädt man den Akku aber selten auf 0%. Wenn ich einen zu 50% entladenen Akku voll lade, ist das ein halber Ladezyklus.

Es spielen viele weitere Faktoren eine Rolle für die Lebensdauer eines Akkus: Temperatur beim Laden, Tiefentladungen, Dauer der Lagerung bei Vollladung, Akkutechnik und mehr.

E-Bike Kauf
Adobe Stock

Neuere Systeme lassen sich vom Kunden auslesen und geben zumindest die Anzahl der Ladezyklen und weitere Infos an. Für einen gründlichen Check muss man aber zum Händler (oder den voll geladenen Akku einmal leerfahren). Im besten Fall hat der Verkäufer einen aktuellen Akkubericht vom Händler. Dabei sollte man unbedingt die Seriennummer des Akkus vergleichen.

Je nach Hersteller können die Kosten für einen neuen Akku sehr unterschiedlich sein. Ein Akku vom Fahrradhersteller selbst kostet je nach Kapazität gerne zwischen 500 und fast 1.000 €. Dritthersteller können eine Möglichkeit zum Sparen sein, bergen aber oft auch das Risiko schlechter Qualität.

Ebenso wichtig sind Dokumente zu Wartungen. Was gerne übersehen wird: Die Bremsbeläge bei den meistverbauten Scheibenbremsen müssen kontrolliert werden.

Auf was muss ich sonst noch achten?

Ein typischer Mangel bei E-Bikes ist auch Kettenverschleiß bei Fahrrädern mit Mittelmotor. Der lässt sich ganz einfach mit einer Kettenlehre für ganz wenig Geld prüfen. Hier wichtig: Ketten regelmäßig prüfen und austauschen erspart das teure Auswechseln des Ritzelpakets bei Kettenschaltungen. Empfehlung: Auf Räder mit Riemenantrieb achten; der Antrieb ist fast wartungsfrei und in Kombination mit einer Nabenschaltung (fast) unzerstörbar, aber auch deutlich teurer in der Anschaffung. Dabei sollte man auf die verbauten Komponenten achten. Exotische Komponenten machen die Suche nach Ersatzteilen im Reparaturfall schwierig. Dies gilt besonders für Motor, Akku, Schaltung und Bremsen.

Man sollte immer auf einen schriftlichen Kaufvertrag bestehen. Falls das Rad durch den ADFC codiert wurde, sollte man die eingravierten Initialen mit den Initialen der Verkäufers abgleichen. Stimmen die nicht überein und kann der Verkäufer auch sonst keinen Eigentumsnachweis (beispielsweise Kaufvertrag) erbringen, sollte man misstrauisch werden. Im Zweifel: Finger weg!

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Rainer Thienel