ARD Korrespondentin Julia Borutta lebt seit einiger Zeit in Frankreich und kennt die schönsten Reiserouten, kulinarische Besonderheiten und kulturellen Gepflogenheiten der Franzosen.
Was Frankreich so besonders macht
Frankreich hat etwas, das viele andere Länder nicht bieten: Es ist wahnsinnig abwechslungsreich. Die Franzosen sagen selbst "Toute la France est belle" – ganz Frankreich ist schön. Und tatsächlich stimmt das.
Das Land vereint Mittelmeer und den Atlantik mit romantischen Küsten und wilden Stränden zum Surfen. Es gibt Alpen und Flusslandschaften für Radfahrer, Wanderer oder Wassersportfans.
Wer es kühler und rauer mag, wird die Normandie mit ihren weiten Landschaften lieben. Dazu kommen unzählige pittoreske Städte und Örtchen voller Geschichte und Charme. Frankreich ist ein Füllhorn an Natur, Kultur und Genuss, das nicht jeder zu bieten hat.
Tipps für eine abwechslungsreiche Tour durch Frankreich
Für einen Besuch in Paris im Hochsommer empfiehlt es sich, entspannt zu bleiben: Ein erfrischendes Getränk aus dem Supermarkt mitnehmen, am Bassin de la Villette die Beine baumeln lassen und vielleicht eine Runde Boule mit den Einheimischen spielen – so erlebt man direkt das echte Pariser-Lebensgefühl.
Wer das Land intensiver erkunden möchte, kann eine abwechslungsreiche Route wählen: Eine Wanderung in den Alpen ist ein guter Start, gefolgt von einer Fahrt mit dem Auto durch den Nationalpark am Fuße des Mont Ventoux. Von dort aus führt die Reise weiter Richtung Süden, vorbei an malerischen Provencestädtchen wie Apt. Auch ein Stopp in Marseille am Hafen lohnt sich. Von dort aus bietet sich eine Wanderung durch die Calanques an, die malerischen Buchten entlang der Mittelmeerküste.
Empfehlenswert ist, diese Tour nicht im Juli oder August zu planen, da es dann besonders voll wird. "Aber sie ist wunderschön", so Julia Borutta.
Urlaub in Frankreich ohne Französischkenntnisse – klappt das?
Viele Reisende sorgen sich, ob sie ohne gute Französischkenntnisse dort zurechtkommen. Die gute Nachricht: Englisch wird heute deutlich besser verstanden als früher. Es ist dennoch empfehlenswert, einige grundlegende Höflichkeitsfloskeln auf Französisch zu lernen, wie zum Beispiel "Guten Tag", "Bitte", "Danke" und "Auf Wiedersehen". Die Franzosen mögen gerne eine gewisse Form und schätzen diese Gesten. Wer diese Grundlagen beherrscht, kommt in der Regel problemlos weiter.
Wie stehen die Franzosen zu Deutschen heute?
Es kann vorkommen, dass gerade Jugendliche unangemessene Reaktionen zeigen. Diese Verhaltensweisen beruhen Julia Boruttas Erfahrungen nach jedoch meist weniger auf tief verwurzelten Ressentiments, sondern eher auf Unwissenheit und mangelndem Kontakt. Viele junge Franzosen haben wenig Berührungspunkte mit Deutschland, sprechen die Sprache nicht und kennen die Geschichte nur aus Erzählungen oder Medien.
Grundsätzlich hat sich das Verhältnis in den letzten Jahrzehnten stark verbessert, und viele Franzosen sind sehr interessiert an Deutschland, gerade auch was das Wirtschaftliche anbelangt. "Ich selbst begegne eigentlich selten Menschen, die mich auf die Vergangenheit ansprechen [...] und so muss ich sagen, dass ich selbst eigentlich wenig Ressentiments erlebe", so Julia Borutta.
Essen in Frankreich – teuer oder erschwinglich?
Frankreich ist weltweit bekannt für seine hervorragende Küche. Viele empfinden das Essen dort als teuer, doch das hängt stark vom Ort ab. In Paris ist überdurchschnittlich gutes Essen dementsprechend oft mit höheren Preisen verbunden. In anderen Örtchen lässt sich dagegen oft günstiger und trotzdem lecker essen. Ein wenig Suche und Planung können sich lohnen, um gutes Essen zum fairen Preis zu finden.
Tipps für den unvergesslichen Frankreich-Urlaub von Kabarettist Alfons
Ihr wollt Urlaub machen? Hauptsache in Frankreich! Wo genau? Das ist eigentlich egal, denn Frankreich ist überall schön! Vom Norden bis in den Süden, über den Osten bis zum Westen oder auch im Zentrum, ihr werdet überall eine fantastische Zeit haben, da ist sich der französisch-deutsche Kabarettist Alfons (bürgerlich: Emmanuel Peterfalvi) sicher.
Wie ihr euch in Frankreich schnell beliebt macht: die Aussprache
Wer in Frankreich einen guten Eindruck hinterlassen möchte, sollte ein paar kleine Dinge beachten – vor allem bei der Aussprache. Besonders hilfreich ist es, Begriffe wie "Bordeaux" oder "Croissant" richtig auszusprechen. Dann noch ein gelegentlich eingestreutes "Oh lá lá" und ihr seid aufgenommen. Es geht nicht darum, fließend zu sprechen, sondern sich höflich und offen zu zeigen.
Kulinarische Offenheit: Damit punktet ihr in Frankreich
In Frankreich spielt gutes Essen eine zentrale Rolle, es ist mehr als nur Nahrungsaufnahme: Kultur, Lebensgefühl und Leidenschaft. Wer ein Kompliment über die regionale Küche macht, kann schnell Sympathiepunkte sammeln. Besonders geschätzt werden traditionelle Spezialitäten wie Austern, Schnecken oder Innereien. Ein bisschen Offenheit reicht völlig.
Fettnäpfchen beim Restaurantbesuch in Frankreich vermeiden
Getrennt zahlen? Lieber nicht!
In Frankreich ist es unüblich, getrennt zu zahlen und die einzelnen Speisen und Getränke aufzuteilen. Das gilt als kleinlich und unhöflich. Besser: Eine Person übernimmt die Rechnung und man regelt es später unter sich oder teilt einfach fair durch alle. Die Franzosen sind da entspannter: Mal isst der eine mehr, mal der andere – beim nächsten Mal gleicht sich alles aus.
Leitungswasser statt teures Flaschenwasser
In Frankreich ist Leitungswasser (une carafe d'eau) von guter Qualität und kostenlos im Restaurant. Statt teures Flaschenwasser zu bestellen, könnt ihr das Geld besser in eine gute Flasche Wein investieren.
Trinkgeld in Frankreich: Im Preis inklusive
In Frankreich ist das Trinkgeld meist schon im Preis enthalten ("servis compris"). Ein zusätzlicher Betrag ist nicht notwendig, aber möglich, wenn euch der Service außerordentlich gut gefallen hat. 10-15 Prozent wie in Deutschland sind jedoch nicht unüblich. Außerdem ist das Bezahlen mit Karte sehr beliebt.
Bon appétit!