Sicherheit beim Feiern

Gefahr im Glas: So kann man sich vor K.-o.-Tropfen schützen

Gerade bei Großveranstaltungen werden K.-o.-Tropfen immer wieder zu Problem. Doch es gibt Möglichkeiten, sich vor K.-o.-Tropfen zu schützen.

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Die Wirkung ist tückisch. Kurz nach der Einnahme von K.-o.-Tropfen werden die Opfer wehrlos und willenlos und können sich nicht mehr gegen sexuelle Übergriffe oder Raub wehren. Das Perfide: Gerade bei Großveranstaltungen, wenn alle fröhlich feiern, schlagen Täter zu.

Das ist wirklich das perfekte Verbrechen.

Auf Veranstaltungen sind die Getränke oft unbeaufsichtigt. Es dauert nur eine Sekunde, bis K.-o.-Tropfen im Glas sind. "Es ist wirklich ein ganz perfides Verbrechen ist. Menschen werden ihrer Entscheidungsmöglichkeit beraubt und hilflos gemacht. Diese hilflose Situation wird ausgenutzt. Und am Ende habe ich keine Möglichkeit das zu beweisen, außer ich bin sehr schnell. Das ist wirklich das perfekte Verbrechen", so Anette Diehl, Vorsitzende des Frauennotruf Mainz – einer Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt.

Getränke niemals unbeaufsichtigt lassen!

Bei K.-o.-Tropfen handelt es sich um Substanzen, die handlungsunfähig und bewusstlos machen. Der bekannteste Wirkstoff ist GHB. Auch bekannt als Liquid Ecstasy. Es fällt unter das Betäubungsmittelgesetz und ist somit verboten. Aber die verwandte Substanz GBL ist z. B. in Lösungsmitteln enthalten. Sie wandelt sich in kurzer Zeit im Körper in GHB um und der Erwerb ist nicht strafbar.

Symptome von K.-o.-Tropfen ähneln einem Alkoholrausch

Neben GHB werden auch die Narkosemittel Ketamin oder das Rohypnol als K.-o.-Tropfen eingesetzt, mit ähnlicher Wirkung und ähnlichen Risiken. Die Folge: Übelkeit, Schwindelanfälle – ähnlich wie bei einem Alkoholrausch. Jedoch hinterlassen K.-o.-Tropfen eine Erinnerungslücke, einen regelrechten Filmriss. Das Problem: Die Straftaten die dann in der Folge auch noch passiert sind, können gar nicht mehr erinnert werden. Das Perfide: Sobald die Wirkung einsetzt, nehmen die Täter oft die Rolle eines Helfers an und bringen das Opfer an einen anderen Ort.

Belastbare Zahlen zum Einsatz von K.-o.-Tropfen gibt es nicht, so das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz. Solche Übergriffe werden in der Polizeistatistik als Delikte unter Drogen und Medikamenteneinfluss zusammengefasst. Diese Taten haben in Rheinland-Pfalz seit 2020 um rund ein Drittel zugenommen. Die Dunkelziffer ist hier also hoch, vermuten Experten.

Schnelltests bieten keine 100-prozentige Sicherheit

Auf Schnelltests, wie spezielle Strohhalme, Nagellacke oder ein Check-Armband kann man sich nicht verlassen. Denn kein Schnelltest reagiert bisher auf alle K.-o.-Substanzen. Somit gaukeln sie eine falsche Sicherheit vor.

Weil im Blut die Substanzen nur für kurze Zeit nachgewiesen werden können, ist es im Verdachtsfall wichtig, eine Urinprobe zu sichern und möglichst schnell zum Arzt gehen.

Bei Verdacht auf K.-o.-Tropfen gilt: Urinprobe sichern und schnell zum Arzt

Wer den Verdacht hat, Opfer von sexueller Gewalt zu sein, kann sich an die Stelle "Vertrauliche Hilfe nach Gewalt" wenden und sich dort beraten lassen. Diese wurde vom Familienministerium RLP eingerichtet. Weitere Beratungsstellen, die vertraulich und anonym Hilfe bieten, sind der Weiße Ring und der Frauennotruf Mainz.

Damit es gar nicht erst dazu kommt, hilft ein bisschen Vorsicht beim Feiern – Gläser nicht unbeaufsichtigt stehen lassen und in der Gruppe aufeinander achten. So lässt sich entspannter feiern.

Obereschach/Villingen-Schwenningen

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SWR