Was haben wir aus dem Hitzesommer gelernt?

Hitzeschutz in Rheinland-Pfalz: So können wir uns vorbereiten

Der Sommer 2026 hat Rheinland-Pfalz außergewöhnlich viele Hitzetage und fast 2.000 hitzebedingte Todesfälle gebracht. Was können wir daraus lernen? Wie können sich Menschen schützen oder bereiten sich Städte und Krankenhäuser auf kommende Hitzesommer vor?

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Stand

Wie gravierend die gesundheitlichen Folgen des Sommers waren, zeigen Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Demnach gab es in Rheinland-Pfalz bis zum 16. August 2026 rund 1.960 hitzebedingte Todesfälle. Damit wurde der bisherige Höchstwert der vergangenen Jahre deutlich überschritten.

Im bisherigen Rekordjahr 2018 waren es nach aktueller RKI-Berechnung 620. Hitze wird nur selten direkt als Todesursache auf Totenscheinen vermerkt. Deshalb ermittelt das RKI die Zahl mithilfe statistischer Modelle. Dabei werden unter anderem Sterbezahlen und Temperaturen miteinander verglichen.

Auf die Bevölkerung gerechnet war Rheinland-Pfalz besonders stark betroffen: Das RKI errechnete 47,6 hitzebedingte Todesfälle je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Nur im Saarland lag der Wert noch höher. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.

Zweibrücken will besonders heiße Orte abkühlen

Doch wie lassen sich Städte auf kommende Hitzesommer vorbereiten? Damit beschäftigt sich Christopher Sahm. Er ist Klimaanpassungsmanager der Stadt Zweibrücken und sucht nach Möglichkeiten, die Stadt widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen.

Ein Problem sind stark versiegelte Flächen in der Innenstadt. Asphalt und Pflaster heizen sich tagsüber stark auf, speichern die Wärme und geben sie auch nachts wieder ab. Gerade während längerer Hitzeperioden kann sich die Innenstadt dadurch immer weiter aufheizen.

München

Martin Renner, Professor für Energie- und Gebäudetechnik | 13.8.2026 Experte zeigt: So werden Wohnung, Haus und Städte fit für heiße Sommer

Hitze in Deutschland: Tipps vom Experten, wie wir Wohnungen, Häuser und Städte fit für die steigenden Temperaturen im Klimawandel machen, gibt es in SWR1 Leute.

Leute SWR1 Baden-Württemberg

Helfen können mehr Grün, Bäume, Schatten und weniger versiegelte Flächen. In der Zweibrücker Fußgängerzone sollen beispielsweise im kommenden Sommer schattenspendende Sonnensegel an den Befestigungen für die Weihnachtsbeleuchtung angebracht werden. Auch Trinkwasserbrunnen sorgen an heißen Tagen für Abkühlung.

Für Sahm steht fest, dass Städte auf steigende Temperaturen reagieren müssen. Gerade mit Blick auf eine älter werdende Bevölkerung könne man die Innenstädte nicht einfach so lassen wie sie heute sind.

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Die Zwischenbilanz dieses Sommers: Temperaturen über 40 Grad, mehr als 5000 Hitzetote in Deutschland, in Südeuropa brennen die Wälder, vielerorts wird das Wasser knapp. Und die nächste Hitzewelle rollte gerade an. Was hilft, damit es nicht unerträglich wird?

Forum SWR Kultur

Nachbarschaftshilfe bietet Schutz an heißen Tagen

Das DRK-Quartierstreff „Neue Mitte“ in Zweibrücken ist an besonders heißen Tagen eine Anlaufstelle für Seniorinnen und Senioren. Dort gibt es Getränke, Gesellschaft und künftig auch einen klimatisierten Raum. Ziel ist es, Menschen, die in ihren Wohnungen besonders unter der Hitze leiden, Rückzugsorte anzubieten.

Rheinland-Pfalz will Krankenhäuser besser gegen Hitze wappnen

Auch bei den Krankenhäusern besteht Handlungsbedarf. In einem ersten Schritt sollen die baulichen Voraussetzungen aller 80 Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz untersucht werden. Für jede Klinik soll geprüft werden, welche Maßnahmen gegen Hitze sinnvoll sind. Für diese Untersuchungen stellt das Land rund acht Millionen Euro bereit. Die eigentlichen Umbauten dürften deutlich teurer werden. Die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz schätzt, dass notwendige Hitzeschutzmaßnahmen landesweit mindestens 400 Millionen Euro kosten könnte. In Ludwigshafen sollen das St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus zudem in einem Modellprojekt zeigen, mit welchen Maßnahmen Kliniken hitzefester werden können.

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SWR