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Der Begriff „Krampfadern“ stammt aus dem Mittelalter und bedeutet „krumme Adern“, da die Venen oft geschlängelt sind. Sie sind meist als bläuliche Knoten an den Beinen sichtbar. Typische Symptome sind außer den hervortretenden Adern müde Beine und Juckreiz. Oftmals verstärken sich die Symptome abends.
Was sind Risikofaktoren für Krampfadern?
Die Neigung zu Krampfadern kann erblich bedingt sein. Aber auch Schwangerschaften, Übergewicht, zunehmendes Alter und Bewegungsmangel begünstigen die Entstehung von Krampfadern.
Besenreiser: Was ist der Unterschied zu Krampfadern?
Besenreisern sind kleinere, erweiterte Venen in der obersten Hautschicht. Häufig liegt eine Bindegewebsschwäche zugrunde, von der wiederum Frauen häufiger betroffen sind, als Männer. Besenreiser könnten aber auch ein Hinweis auf eine Venenklappenschwäche sein, wie Phlebologe Dr. med. Daniel Wilder erklärt und sollten daher bei vermehrtem Auftreten ärztlich abgecheckt werden.
Die Funktion von Venen
Normalerweise transportieren die Venen das verbrauchte Blut zurück zum Herzen – in den Beinen sogar gegen die Schwerkraft. Dabei verhindern Venenklappen einen Rückfluss des Blutes, unterstützt von der sogenannten Muskelpumpe: Bei Bewegung zieht sich die Beinmuskulatur zusammen, drückt die Venen zusammen und fördert so den Blutfluss nach oben.
Sind die Venen jedoch geschwächt, schließen die Klappen nicht mehr richtig. Das Blut staut sich, die Venen erweitern sich – Krampfadern und Besenreiser entstehen.
Venenleiden: Bei welchen Symptomen sollte ich zum Arzt gehen?
Dr. Jana Burghaus-Zhang ist Leiterin der phlebologischen Ambulanz an der Uniklinik Heidelberg. Sie erklärt, bei welchen Warnzeichen man aufmerksam werden sollte:
- Schweregefühl in den Unterschenkeln nach langem Stehen oder Sitzen
- Wassereinlagerungen in den Beinen, anschwellende Fußknöchel
- Wadenkrämpfe
- Hautveränderungen, wie Entzündungen und Ekzeme
Besenreiser oder Krampfadern müssen nicht zwangsläufig problematisch sein, so Dr. Burghaus-Zhang. Sie empfiehlt aber in jedem Fall die ärztliche Abklärung mittels Ultraschall: „Manchmal sieht man nur quasi die Spitze des Eisberges: die Besenreiser, die eigentlich nur ein ästhetisches Problem sind, aber trotzdem ein Hinweis darauf sein können, dass in der Tiefe viel mehr dahintersteckt.“
Krampfadern und Besenreisern vorbeugen: Das kann man tun
Ob man zu Krampfadern und Besenreisern neigt, ist erblich bedingt. Dennoch ist man Venenleiden nicht komplett hilflos ausgesetzt. So sollte man immer versuchen, Bewegung in den Alltag zu integrieren, vor allem, wenn man viel sitzen oder stehen muss. „Immer, wenn ich die Muskeln anspanne, helfe ich dabei bei dem Abtransport des Blutes in den Venen“, so Dr. Burghaus-Zhang.
Außerdem sollte man auf ein normales Körpergewicht achten: „Wenn der Druck im Bauchraum steigt, dann ist auch der Abfluss aus den Venen schlechter.“ Aus diesem Grund sind auch Schwangerschaften so belastend für die Venen.
Mit dieser Übung ganz leicht Krampfadern vorbeugen
Dr. Burghaus-Zhang empfiehlt eine einfache Übung, die sich leicht in den Alltag integrieren lässt – zum Beispiel, wenn man am Schreibtisch oder vor dem Fernseher sitzt. Dazu die Beine rechtwinklig aufstellen und die Füße abwechselnd auf die Fußspitze und die Ferse stellen. Dadurch wird die Wadenmuskulatur angespannt, was die Venen zusammendrückt und das Blut nach oben schiebt. Besonders die Bewegung im Sprunggelenk sei positiv für die Mobilisierung der Venen, erklärt die Expertin.
Konservative Therapie: Was bringen Thrombosestrümpfe?
Mit einer Kompressionstherapie lässt sich ein Eingriff hinauszögern. „Man kann, wenn man den Kompressionsstrumpf trägt, das Voranschreiten der Erkrankung etwas verlangsamen, aber leider nicht komplett verhindern“, erklärt Dr. Burghaus-Zhang.
Unbehandelt kann die Erkrankung an den Beinvenen jedoch gefährliche Folgen mit sich ziehen.
Der Schwerkraft folgend sammelt sich das Blut in den Unterschenkeln. Wassereinlagerungen sind die Folge, was wiederum die Haut belastet und zu Ekzemen und schwer heilenden Wunden führen kann, bis hin zu chronisch offenen Beinen. Zudem können sich Gerinnsel bilden, wie Dr. Burghaus-Zhang erklärt: „Und daraus kann eine lebensbedrohliche Lungenembolie entstehen.“
Operativer Eingriff bei Krampfadern: Stripping
Neben dem klassischen Stripping, einer Operationsmethode zur Entfernung der Krampfadern, gibt es mittlerweile auch schonende, minimalinvasive Methoden.
Ohne große Schnitte können die erweiterten Seitenäste mit einem chemischen Mittel verödet und die krankhafte Stammvene von innen per Laser verschlossen werden. “Die minimalinvasive Lasertherapie hat die wenigsten Nebenwirkungen. Der Patient ist relativ schnell wieder fit“, sagt Dr. Daniel Wilder. „Die Verschlussrate ist nachgewiesenermaßen etwas besser als beim chirurgischen Eingriff. Sie liegt nach einem Jahr bei etwa 95 Prozent“, so der Phlebologe.
30-40 Minuten dauert die ambulante Behandlung. Anschließend können Patienten sogar allein nach Hause gehen.
In gewissen Fällen, in denen die minimalinvasive Methode nicht möglich ist, kann allerdings auch jetzt noch ein Krampfader-Stripping nötig sein.