Im Schnitt pumpt der Herzmuskel in einem Menschenleben mit drei Milliarden Pulsschlägen Blut durch den Körper, das mit Sauerstoff und Nährstoffen angereichert ist – ein lebenswichtiger Vorgang.
Koronare Herzkrankheit durch Ablagerungen in den Gefäßen
Auch das Herz wird von Blutgefäßen versorgt, von den Herzkranzgefäßen, auch Koronargefäße genannt. Sie schmiegen sich wie ein Netz um den Hohlmuskel.
Sind diese Gefäße nicht intakt, spricht man von der koronaren Herzkrankheit. Wie sich die entwickelt, nämlich mit Ablagerungen in den Gefäßwänden, den sogenannten Plaques, erklärt Maike Knorr, Kardiologin an der Mainzer Uniklinik:
„Im Verlauf nehmen diese Plaques zu und ragen ins Gefäß hinein – das kann man sich vorstellen wie ein verstopftes Rohr, wo eben nicht mehr genügend Blut durchfließt. Und dann kommt es zur Ausbildung der koronaren Herzerkrankung und Engstellen an den Herzgefäßen.“
Symptome der koronaren Herzkrankheit
Verursacht werden die Plaques in den Gefäßen vor allem durch hohe Blutfettwerte. Im schlimmsten Fall droht ein Herzinfarkt – der Herzmuskel bekommt keinen Sauerstoff mehr und wird nach wenigen Minuten irreparabel geschädigt.
Aber vorher gibt es Warnsignale. Die verminderte Leistung des Herzmuskels, mit der drohenden Gefahr eines Herzinfarkts, lässt sich an verschiedenen Symptomen erkennen. Zum Beispiel durch sich wiederholt einstellende Brustschmerzen oder aber andere Signale, erklärt Maike Knorr:
„Es kann aber auch sein, dass man nicht wirklich Brustschmerzen als erstes Signal hat, sondern eher eine verminderte Belastbarkeit. Da man sagt: Oh, ich komme auf einmal die Treppen nicht mehr hoch. Ich muss anhalten, ich habe Luftnot und wenn ich mich dann ausruhe, geht’s mir wieder gut. Also sowohl die Brustschmerzen und die Luftnot, als auch die verminderte Belastbarkeit sind Warnsignale.“
Das schützt vor der häufigsten Todesursache in Industrienationen
Die von Knorr beschriebenen Warnsignale sollten dringend mit einer Untersuchung des Herzmuskels abgeklärt werden. Dann gibt es auch Möglichkeiten, die Gefahr für ein schlimmeres Ereignis zu verringern.
Dabei betont Maike Knorr wie wichtig es ist, ernste Risikofaktoren nicht nur über den Lebensstil, sondern auch mit Medikamenten unter Kontrolle zu halten: „Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes – diese Risikofaktoren muss man gut einstellen. Sprich: Gewichtsreduktion, körperliche Ertüchtigung und den Blutdruck eben auch möglichst gut mit Tabletten einstellen."
Abgesehen davon gilt: Nicht rauchen und je weniger Alkohol desto besser. Neben ausreichend Bewegung ist eine gesunde Ernährung besonders wichtig. Statt rotem Fleisch, lieber Geflügel oder Fisch sowie natürlich Obst und Gemüse. Mit dieser Speisekarte lässt sich das Risiko für eine Herzerkrankung deutlich senken.