Den Blutdruck sollte man halbjährlich bis jährlich kontrollieren lassen, auch wenn man keine Beschwerden hat. Denn: Blutdruck ist ein 'Silent Killer' [ein stiller Mörder]. 120 zu 80 ist ein guter Mittelwert und optimaler Blutdruck.
Viele wissen gar nicht, dass sie einen zu hohen Blutdruck haben. Das ist gefährlich – deshalb spricht Middeke auch vom "Silent Killer". Die Blutdruck-Kontrolle kann man in der Apotheke machen lassen. Eine Messung des Blutdrucks mit Manschette am Oberarm ist genauer als die am Handgelenk – Handgelenk ist aber dann in Ordnung, wenn es in Höhe es Herzens liegt: einfach die Arme über dem Herz verschränken.
Die "normale" Blutdruck-Messung ist ein guter, erster Schritt. Wenn nötig, wird der Arzt eine 24-Stunden-Messung des Blutdrucks ansetzen. Die ermöglicht eine genaue Einschätzung, ob es Probleme gibt – dabei wird auch der Blutdruck im Schlaf erfasst, der für die Diagnose besonders wichtig ist.
Symptome von Bluthochdruck
Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität oder auch Müdigkeit – das alles können Symptome von Bluthochdruck sein. Allein 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter.
Bluthochdruck als Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Bluthochdruck ist der Risikofaktor Nr. 1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – die wiederum sind für die meisten Todesfälle verantwortlich. In Deutschland, so sagt Middeke, haben gut 20 Prozent der Menschen zu hohen Blutdruck. Könnte man sie alle in einen normalen Bereich bringen, würde die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland deutlich ansteigen.
Gesunde Lebensweise Blutdruck natürlich senken - diese Möglichkeiten gibt es
Bluthochdruck ist eine weit verbreitete Krankheit. Jeder dritte Erwachsene leidet daran. Neben Medikamenten können auch natürliche Methoden helfen, den Blutdruck wieder zu senken.
Das macht zu hoher Blutdruck mit unserem Körper
Wie groß die Risiken durch zu hohen Blutdruck sind, macht Prof. Martin Middeke mit einer "Reise durch den Körper" deutlich.
- Gehirn: für Schlaganfall und Demenz ist hoher Blutdruck der größte Risikofaktor.
- Augen: Durchblutungsstörungen der Netzhaut führen zu Erblindung.
- Herz: entgegen der landläufigen Meinung ist hoher Blutdruck nicht DER Risikofaktor für einen Herzinfarkt, sondern für die gefährliche Herzmuskelschwäche.
- Nieren: Bluthochdruck ist neben Diabetes der Hauptrisikofaktor für eine nachlassende Nierenfunktion.
Was sind die Ursache für zu hohen Blutdruck?
Es gibt eine genetische Veranlagung für zu hohen Blutdruck, sagt Middeke – 30 bis 50 Prozent der Kinder "erben" ihn von ihren Eltern. Es ist allerdings bislang kein spezifisches "Blutdruck-Gen" nachgewiesen worden. Die Veranlagung scheint wohl eher damit zusammenzuhängen, dass diese Personen empfindlicher auf den Konsum von Salz reagieren – da wäre also eine gezielte, salzarme Ernährung angeraten, empfiehlt Middeke.
Rote Bete hat auch einen Blutdruck senkenden Effekt. Gerne auch, wenn man Rote Bete Saft trinkt, eine Zeit lang im Mund behalten.
Der Grund: Rote Bete ist nitrithaltig. Das wird über Bakterien im Mund und später im Darm ein weiteres Mal umgewandelt und produziert Stoffe, die für eine Erweiterung der Blutgefäße sorgen und damit den Blutdruck senken. Außerdem, das betont Middeke immer wieder, ist eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung wichtig.
SWR1 Pfännle: Die besten Rezepte, um fit und gesund zu bleiben
Kein Junk-Food, Fast Food oder Softdrinks, weil wir heute wissen, dass diese extrem hochverarbeiteten Lebensmittel sehr problematisch sind – nicht nur hinsichtlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und den Begriff Lebensmittel eigentlich gar nicht verdienen.
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Gesunde Gefäße als Schlüssel zum langen Leben
Rauchen ist das größte Gift für unsere Blutgefäße, sagt Prof. Middeke, denn es führt zu weniger elastischen bis hin zu versteiften Gefäßen. Und das wiederum lässt den Blutdruck steigen. Der Schlüssel für ein langes Leben sind also gesunde Gefäße. Die besten Schutzfaktoren sind körperliche Aktivität, Vermeidung von Übergewicht, gesunde Ernährung und ein aufmerksames Stressmanagement.
Sport und körperliche Aktivität sind auf jeden Fall gut. Körpergewicht spielt eine große Rolle. 15 bis 20 Kilo weniger Gewicht bei einem Übergewichtigen erreichen das, was ein Blutdruck-Medikament auch bewirken kann.”
Weniger Stress sorgt für einen normalen Blutdruck
Apropos "Stress-Management": Der Blutdruck reagiert auf Stress – bei chronischem Stress geht er nicht mehr herunter.
Wir gehen davon aus, dass bei der manifesten Hypertonie [dem dauerhaft erhöhten Blutdruck] 20 bis 30 Prozent chronischer Stress ein Hauptfaktor ist.
Besonders problematisch dabei sei die sogenannte "maskierte Hypertonie", also eine Art "versteckter" Bluthochdruck. Bei der Kontrolle beim Arzt ist der Blutdruck normal, aber geht im Stress des Arbeitsalltags oder zu Hause sofort wieder in die Höhe. Dieser Bluthochdruck ist ein ebenso großes Risiko für unsere Gesundheit wie der dauerhaft erhöhte Blutdruck. In Stress-Situationen empfiehlt Middeke deshalb die sogenannte "Tiefenatmung". Sie sei die schnellste und effektivste Möglichkeit, den Blutdruck zu senken.