Aufwachen ohne wiederholte Weckungen

Schlafforscher Weeß: Darum ist "Snoozen" so ungesund

Wie immer klingelt der Wecker viel zu früh. Und irgendwo zwischen Traum und Realität müssen wir uns entscheiden: Aufstehen oder lieber nochmal die Snooze-Taste drücken?

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Stand

Aber ist das wiederholte Wecken mit dieser Funktion überhaupt gesund? Schlafforscher Dr. Hans-Günter Weeß leitet das Schlafzentrum am Pfalzklinikum in Klingenmünster und hat dazu eine klare Meinung.

SWR1: Snoozen Sie denn oder stehen Sie sofort auf?

Hans-Günter Weeß: Ich stelle den Wecker knapp ein und gehe sofort raus. Sobald ich unter der wechselwarmen Dusche war, bin ich eigentlich topfit.

Schlafforscher Weeß: warum Snoozen nicht gut für unsere Gesundheit ist

SWR1: Es gibt Schlafforscher, die sogar vor dem Snoozen warnen. Stimmt das?

Weeß: Da ist schon ein bisschen was Wahres dran. Wenn wir sowieso zu wenig Schlaf haben und das letzte bisschen Schlaf dann auch noch zerstückeln, wird die Erholungsfunktion des Schlafes noch mehr aufgelöst. Und das ist einfach nicht gesund.

Der Schlaf ist das wichtigste Regenerations- und Reparaturprogramm, das der Mensch überhaupt hat.

Allen, die ein Schlafdefizit haben, würde ich raten, den Wecker so spät wie möglich zu stellen, um möglichst viel von diesem kostbaren Gut ungestört – ohne Fragmentierung, also wiederholte Weckungen – zu bekommen.

Der Schlaf ist das wichtigste Regenerations- und Reparaturprogramm, das der Mensch überhaupt nur hat.

Schlafforscher Weeß: Das löst snoozen in unserem Körper aus

SWR1: Was passiert im Körper, wenn man das macht, dass es so ungesund ist?

Weeß: Wenn sie die Snooze-Taste drücken, haben sie ein gestuftes Wachwerden. Und wenn sie dann endgültig aufstehen, fühlen sie sich erst mal wacher. Aber diese letzte viertel bis halbe Stunde, in der sie alle fünf oder zehn Minuten die Taste drücken, fragmentieren sie noch mehr. Die machen diese Zeit sozusagen noch ungesünder.

Und das hat natürlich Konsequenzen. Wir müssen eigentlich so viel schlafen, wie es unsere Gene vorgeben. Sobald wir weniger Schlaf haben, ist es so, dass unser Risiko beispielsweise für

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen (Diabetes)
  • Alterserkrankungen
  • Parkinson und Demenz

ansteigt, wenn man das chronisch über lange Zeiträume macht. Und nebenbei gesagt: Depressionen und Angststörungen werden auch wahrscheinlicher.

Also, wann immer möglich, so viel wie möglich und ungestört schlafen. Das ist das Gesündeste.

Kleiner Trick statt Snoozen von Schlafforscher Weeß

SWR1: Was raten Sie Menschen, damit die ohne diese Snooze-Taste besser aus dem Bett kommen?

Weeß: Sie könnten einen Wecker einfach drei Meter wegstellen, sodass sie aufstehen müssen, um ihn auszumachen. Dann sollte die Disziplin ausreichen, nicht mehr ins Bett zurückzugehen, sondern ab unter die Dusche.

Steffi Stronczyk: Genau das habe ich auch schon mal versucht. Ich habe den Wecker ausgeschaltet und bin wieder ins Bett gegangen (lacht) ...

Weeß: Ja, dann ist tatsächlich die Disziplin nicht so groß gewesen. Da kann ich dann nur noch an die Disziplin appellieren.

Das ist die beste und gesündeste Schlafpostition

Jeder hat seine Lieblings-Schlafposition. Doch welche ist die gesündeste? Und welches Kissen oder welche Matratze ist dafür ideal?

Doc Fischer SWR

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SWR1 Rheinland-Pfalz SWR1 Rheinland-Pfalz

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Steffi Stronczyk
Steffi Stronczyk
Michael Lueg
Michael Lueg
Interview mit
Dr. Hans-Günter Weeß
Onlinefassung
SWR1 RP