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Dass eine mögliche Verbindung zwischen den Füßen und verschiedenen Regionen des Körpers das Schmerzempfinden beeinflussen könnte - darauf setzten schon die alten Ägypter vor über 4.000 Jahren.
Im Klinikalltag wird die Fußreflexzonenmassage heute als alternatives Heilverfahren vor allem bei Schmerzpatienten, aber auch bei Kindern und Palliativpatienten als ergänzende Maßnahme angewendet.
Fußreflexzonenmassage: Was ist die Theorie dahinter?
Mit speziellen Massagegriffen am Fuß soll sich der ganze Organismus beeinflussen lassen. Denn hinter der Fußreflexzonentherapie steckt die Theorie, dass der Fuß ein Spiegelbild des Körpers sei.
Die sogenannten Reflexzonen, also bestimmte Bereiche des Fußes, sollen über Nervenbahnen oder Energieleitbahnen - sogenannte Meridiane - mit Körperteilen und Organen verbunden sein.
Der Druck auf eine bestimmte Zone eines Fußes soll:
- den Energiefluss anregen
- Organe stimulieren
- Durchblutung, Stoffwechsel und Heilungsprozesse anstoßen
- den Körper ins Gleichgewicht bringen
Massagetherapeut Mido Ghamri aus Trier hat sich auf Fußreflexzonenmassagen spezialisiert. Seine Theorie für die Wirkung der Massage: “Mit dem rechten Fuß zu starten, ist aktivierend, geeignet bei Antriebslosigkeit und hilft bei Verdauungsproblemen. Bei dem linken Fuß ist es beruhigend, hilft bei Stress, Schlaflosigkeit und Nervosität.”
Körperliche Beschwerden würden sich bei der Massage durch Druckempfindlichkeit oder Verhärtungen äußern, ist Mido Ghamri überzeugt.
Sind die Effekte von Fußreflexzonenmassagen wissenschaftlich bewiesen?
Am Münchner Uniklinikum beschäftigt sich Professor Dominik Irnich seit vielen Jahren mit dem Einsatz verschiedener komplementärmedizinischer Verfahren - wie etwa der Akupunktur oder der Fußreflexzonenmassage.
Da muss noch geforscht werden.
Laut dem Schmerztherapeuten erleben viele Patienten bei der Fußmassage durchaus eine Schmerzlinderung und entspannen sich. Genau wie beim Konzept der Ohr-Akupunktur werde vermutet, dass die Fußsohle eine besondere Beziehung zu anderen Teilbereichen des menschlichen Körpers habe – beispielsweise zum Magen, zum Darm oder zum Nervensystem.
Dass eine Verbindung zwischen Zonen im Fuß und bestimmten Organen besteht, ist allerdings anatomisch nicht nachgewiesen. Auch ein genauer Wirkmechanismus der Fußreflexzonenmassage ist ungeklärt.
Hilfe bei Migräne, in der Schwangerschaft oder sogar bei Krebserkrankungen
Insgesamt gilt die Forschungslage dazu als dünn - an großen, klinischen Studien mangelt es. Doch neue Studien zeigen: Bei Migräne konnte eine Reflexzonenmassage in Verbindung mit Medikamenten die Dauer und Intensität der Anfälle deutlich reduzieren. Allerdings blieb die Häufigkeit der Attacken gleich – und nach einem Monat war der Effekt wieder verschwunden.
Für Schwangere zeigt eine große Meta-Analyse: Fußreflexzonenmassagen haben positive Effekte in der Schwangerschaft. Dazu gehören weniger Schmerzen, weniger Angst, kürzere Geburten und eine insgesamt höhere Geburtszufriedenheit.
Weitere Studien deuten darauf hin, dass Fußreflexzonenmassagen auch bei Krebspatienten positive Effekte zeigen können. Ziel ist es, Beschwerden wie Schmerzen ohne weitere Medikamente und nebenwirkungsfrei zu verringern.
Fußreflexzonenmassagen als Teil moderner Medizin
In der Klinik ist die Fußreflexzonenmassage als Teil einer multimodalen Schmerztherapie inzwischen nicht mehr wegzudenken. Der Mensch soll dabei ganzheitlich behandelt werden, erklärt Schmerztherapeut Professor Irnich.
Das ist nebenwirkungsarm, langfristig, nachhaltig und sicherlich ein ganz wesentlicher Bestandteil einer modernen Medizin.
Auf Barfußpfaden kann man sich die Fußreflexzonenmassage von der Natur verpassen lassen. Denn auch durch das Gehen auf unterschiedlichen Untergründen werden die Fußreflexzonen stimuliert.