Der erste Schritt als Pflegeeltern vor fünf Jahren
Peter Schäfer aus der Südpfalz und seine Frau haben vor fünf Jahren entschieden, Pflegekinder aufzunehmen. Zuerst nur als Bereitschaftspflege, also als Pflegefamilie für kurze Zeit. Aktuell leben in der Familie mehrere Pflegekinder – von Bereitschafts- bis Langzeitpflege.
SWR1: Wie kam es denn vor fünf Jahren dazu, dass Sie gesagt haben, das machen wir jetzt?
Peter Schäfer: Meine Frau hat mich darauf angesprochen. Wir haben spät zueinander gefunden und deshalb überlegt, ob wir noch mal den Schritt mit eigenen Kindern gehen. Dann war aber die Entscheidung: Man wird sich beim Jugendamt auf eine Anfrage melden, dass man vorhat, Pflegekinder aufzunehmen.
SWR1: Was war Ihre Motivation?
Schäfer: Dadurch, dass ich in die Ehe keine eigenen Kinder mitgebracht habe, und trotzdem immer durch ehrenamtliche Tätigkeiten Kontakt mit Jugendlichen hatte, war es für mich interessant, ganz kleine Kinder bei der Entwicklung zu begleiten. Das war der Punkt, an dem mich meine Frau quasi dazu gebracht hat, mitzumachen.
SWR1: Mittlerweile haben Sie drei Pflegekinder. Erinnern Sie sich noch, als der Anruf kam und Ihnen jemand sagte: "Jetzt kommt ein Säugling zu Ihnen. Können Sie Windeln wechseln?"
Schäfer: Das war eine ganz spannende Zeit, weil es der Beginn der Corona-Pandemie war. Meine Frau hat mich im Geschäft erreicht und gesagt: "Peter, jetzt kannst Du Dein Kinderbett vom Speicher holen. Ich fahre nach Landau und werde einen sieben Monate alten Jungen holen."
Peter, jetzt kannst Du Dein Kinderbett vom Speicher holen.
Pflegeeltern sein für Peter Schäfer: für die Kinder und deren Entwicklung da sein
SWR1: Die allermeisten Kinder kommen aus sehr schwierigen familiären Verhältnissen. Oft sind Alkohol oder Drogen in der Schwangerschaft im Spiel. Wie schafft man es als Pflegeeltern, auch emotional damit klarzukommen, was geschehen ist?
Schäfer: Ich glaube, man muss es ein Stück weit trennen können. Meine Frau und ich sind für die Kinder da und deren beste Entwicklung, nicht um zu bewerten, was die leiblichen Eltern vielleicht falsch gemacht haben.
SWR1: Also im Grunde den Kindern einfach Normalität schenken?
Schäfer: Genau. In unserem eigenen Familienumfeld, in dem wir auch durch Freunde, Eltern, Geschwister unterstützt werden.
SWR1: Aus Ihrer Erfahrung: Warum lohnt es sich, Pflegeeltern zu sein? Warum sollte man ernsthaft darüber nachdenken, Kindern ein neues Zuhause zu geben?
Schäfer: Es ist wirklich sehr beeindruckend, welche Entwicklung die Kinder hinlegen können, bei allen Problemen, die sie auch mal machen. Wenn man die Historie der Kinder sieht [...], finde ich es jeden Tag immer mal wieder beeindruckend, wie gut die Entwicklung auch laufen kann.
Es wird trotzdem später in der Pubertät Schwierigkeiten geben, wenn die Kinder realisieren, wie sie im Leben stehen. Aber die Entwicklung mitzuverfolgen, ist schon eine sehr schöne Sache.