Seit fast zehn Jahren räumt die Initiative RhineCleanUp an den Flussufern des Rheins auf und sammelt Müll. Am Samstag, 12.9.2026, helfen bei einem großen Aktionstag in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wieder viele Freiwillige mit. Wir haben mit Joachim Umbach über das Müllsammeln bei Niedrigwasser gesprochen. Er ist Gründer und einer der Organisatoren von RhineCleanUp in Rheinland-Pfalz.
SWR1: Wird das dieses Jahr ein anderes Müllsammeln bei dem Niedrigwasser im Rhein?
Joachim Umbach: Es ist schon ein bisschen anders. Die Natur hat es mit sich gebracht, dass wir Gott sei Dank in den letzten Tagen doch ein bisschen mehr Wasser bekommen haben. Aber es ist immer noch sehr niedriges Wasser, und das birgt Gefahren. Darauf haben wir unsere Gruppen auch entsprechend hingewiesen.
Wir haben die Gruppen aufgefordert, in diesen freigelegten Bereich, der vielleicht 20, 30 oder gar 40 Jahre mit Wasser bedeckt war, sehr vorsichtig vorzugehen und bei dem geringsten Verdacht sofort die Polizei oder die Kampfmittelräumdienste zu informieren.
Es kann sein, dass alte Granaten gefunden werden oder Munition.
Es kann sein, und wir haben das ja in den letzten Wochen mehrfach am Rhein erlebt, dass alte Granaten gefunden werden oder Munition. Da muss man sehr vorsichtig sein.
"RhineCleanUp" am Fluss für Freiwillige Müll sammeln bei Niedrigwasser: Manchmal taucht auch Munition auf
Beim "RhineCleanUp" sammeln diesen Samstag in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zehntausende Freiwillige Müll entlang des Rheins und anderer Flüsse.
Nach Niedrigwasser: Keine Kinder und Jugendlichen im freigelegten Bereich
SWR1: Da holt man dann die Freiwilligen beim Müllsammeln weg vom Ufer und lässt die Fachleute ran.
Umbach: Ja. Wir haben auch gesagt: Bitte keine Kinder und Jugendlichen in diesen Bereich lassen. Die sollen in dem Bereich sammeln, wo sie immer gesammelt haben. Da gibt es nämlich genug Müll. Sie müssen nicht vordringen an diesem unmittelbaren Bereich, der jetzt durch das Niedrigwasser freigelegt worden ist.
SWR1: Gerade ist eine Studie der Universitäten Bonn und Tübingen herausgekommen. Demnach ist der Rhein 40 Mal mehr vermüllt als gedacht. Täglich treiben über 50.000 größere Teile Richtung Nordsee. Was genau treibt da herum?
Umbach: Das sind sehr viele Kunststoffe, also sehr viele Flaschen in unterschiedlichen Größen, die in Richtung Nordsee treiben. Aber auch Verpackungsmaterial von Süßigkeiten, Feuerzeuge, Getränkepackungen aus Verbundmaterial. Es gibt alles, was so im Partybereich anfällt.
Der Müll, der jetzt in den Rhein kommt, hängt sehr stark mit der Freizeitgestaltung der Menschen zusammen. Die feiern Partys, grillen am Ufer, und das sollen sie auch. Nur sollen sie bitte die Sachen, die sie mitbringen, auch wieder mitnehmen und nicht einfach dort liegen lassen.