Horst Mahler ist im Alter von 89 Jahren in Berlin gestorben. Er war Mitgründer der RAF, später Holocaust-Leugner und Rechtsextremist. „Ein einzigartiger Fall im Wandel von Linksaußen nach Rechtsaußen“, sagt Extremismusforscher Eckhard Jesse in SWR Kultur.
Horst Mahler und die Geltungssucht
Das Leben von Horst Mahler sei auch für ihn ein Rätsel, so der Politikwissenschaftler. Dabei habe er sich mit dessen Biografie intensiv befasst und Mahler auch einige Male besucht.
Er vermutet, Geltungssucht habe eine Rolle im Leben von Horst Mahler gespielt, sagt Eckhard Jesse: „Er wollte immer im Vordergrund stehen.“ Als hochbegabter Schüler und Absolvent der Studienstiftung des deutschen Volkes habe er auch später glänzen wollen.
Alte Weggefährten von Mahler machten bedeutende Karrieren: Der frühere RAF-Anwalt Otto Schily als Innenminister in der rot-grünen Regierung von Gerhard Schröder, sein Kollege Hans-Christian Ströbele als stellvertretender Fraktionschef der Grünen im Bundestag. Vielleicht, so Jesse, sei das der eigentliche Grund für Mahlers Radikalisierung nach rechts gewesen.
Horst Mahler: Immer Anti-Amerikanist und Antisemit
In Abgrenzung zu seinen alten Anwaltskollegen habe Mahler im Gespräch behauptet, er selbst sei immer derselbe geblieben. Eckhard Jesse sieht durchaus gewisse politische Konstanten: „Der Anti-Amerikanismus zieht sich durch seine gesamte politische Karriere.“
Auch der später offen geäußerte Antisemitismus sei bei Mahler schon früh unterschwellig spürbar gewesen.
Bis zuletzt vor Gericht wegen Volksverhetzung
Mahler hatte als Anwalt der NPD gearbeitet und wurde mehrfach wegen verschiedener Straftaten zu langen Haftstrafen verurteilt. Zuletzt hatte er bis Oktober 2020 in Brandenburg an der Havel eine langjährige Haftstrafe wegen Volksverhetzung verbüßt.
Ein weiteres Verfahren wurde wegen seines schlechten Gesundheitszustands 2023 vorläufig eingestellt. Auch darin ging es um den Vorwurf der Verbreitung volksverhetzender, antijüdischer Schriften.
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