Als Thriller-Autorin und Lesebotschafterin der Stiftung Lesen hat Melanie Raabe schon für ganz unterschiedliches Publikum vorgelesen. Dabei werden bei Erwachsenen oft Erinnerungen an die Kindheit geweckt.
Melanie Raabe: Lesepate sein ist die "ultimative Win-win-Situation"
SWR1: Warum hilft es so viel, sich als Lesepate zu engagieren?
Melanie Raabe: Ich glaube, Lesepate oder Lesepatin zu sein, ist die ultimative Win-win-Situation, weil man etwas sehr, sehr wichtiges tut, das nicht nur für einzelne Kinder, sondern auch gesellschaftlich wirklich große Relevanz hat. Und weil es Spaß macht und es eine total schöne Tätigkeit ist.
Für mehr Lesekompetenz Aktion "Mehr Lesepaten für Rheinland-Pfalz"
SWR1 Rheinland-Pfalz sucht Lesepaten für Rheinland-Pfalz – für mehr Lesekompetenz.
SWR1: Wenn mir meine Mutter als Kind vorgelesen hat, war das auch immer eine beruhigende Stimmung und es war immer schön. Auch als Erwachsener hat man diese Erinnerung immer noch präsent.
Raabe: Das geht mir auch so. Ich hatte das Glück, dass mir meine Eltern und meine Oma viel vorgelesen haben – das ist eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen. Und ich merke, dass es bei ganz vielen Leuten auch noch so gespeichert ist, weil ich oft als Schriftstellerin Erwachsenen vorlese.
Ich sehe dann im Publikum ganz oft versonnene Gesichter, zum Teil auch Leute, die die Augen schließen. Ich glaube, das triggert so richtig eine Erinnerung von früher. Das ist total schön.
Ich hatte das Glück, dass mir meine Eltern und meine Oma viel vorgelesen haben – das ist eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen.
"Vorlesen ist eine wunderschöne Situation" Peter Maffay und Hendrikje Balsmeyer: Vorlesen schafft Vertrauen
Im Rahmen der Aktion "Mehr Lesepaten für Rheinland-Pfalz" haben wir mit Peter Maffay und seiner Frau Hendrikje Balsmeyer über die Bedeutung von Vorlesen für Kinder gesprochen.
Schöne Situationen durchs Vorlesen
SWR1: Welche Situationen waren das bei Ihnen? Bei mir war es hauptsächlich zum zu Bett gehen.
Raabe: Bei mir auch. Und tatsächlich hatten wir das auch, dass uns im Kindergarten oft vorgelesen wurde. Das fand ich auch immer total schön, darauf habe ich mich immer gefreut, obwohl ich auch wahnsinnig gerne gespielt und draußen Sachen gemacht habe. Aber Lesezeit war für mich immer etwas Schönes und das ist natürlich total cool, wenn man das irgendwie weitergeben kann.
Tipps für angehende Lesepaten
SWR1: Wir suchen Lesepaten und es gibt bestimmt Menschen, die sich nicht trauen. Wie schubsen Sie die noch ein bisschen an, damit sie sich doch trauen?
Raabe: Ich glaube, man kann das wirklich ganz niedrigschwellig gestalten. Wenn man Lesepate werden möchte, [...] dann gibt es viele Leute, bei denen man sich erstmal Rat holen kann. Vielleicht eine Erzieherin, eine Lehrerin oder einen Lehrer. Wo man fragen kann, wie sind die Kinder drauf, was gefällt denen?
Dann ist es wichtig zu wissen: Man liest kleineren Kinder nicht eine Stunde lang vor, da reichen auch zehn oder 20 Minuten, je nach Alter. Den Rest der Zeit erzählt man, holt sich Feedback zu der Geschichte, spricht über die Geschichte, zeigt Bilder, stellt immer wieder Fragen an die Kinder. Das hat ganz viel mit Interaktion zu tun.
Vor allem, wenn man nervös ist, würde ich empfehlen, sich den Ort vorher mal anzuschauen, sich vielleicht Requisiten zu besorgen, irgendetwas Lustiges, was man den Kindern mitbringen kann. [...] Dann freuen sich die Kinder für gewöhnlich total und geben total viel zurück. [...]