- Warum gibt es so viele Minzsorten?
- Welche Arten von Minze gibt es? Was unterscheidet die Sorten?
- Minze in der Küche: Für welche Gerichte eignet sie sich?
- Wann blüht Minze – und warum ist sie gut für Bienen?
- Minze pflanzen: So wächst sie am besten
- Minze pflegen: Worauf sollte man achten?
- Minze vermehren: So einfach geht's
- Wann ist der beste Erntezeitpunkt?
- Die Lieblingsminze von SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden
- Minze kühlt und erfrischt den Raum
Die Minze gehört zu den vielseitigsten Kräutern für Garten und Küche. Sie wächst schnell, ist pflegeleicht und bietet eine enorme Geschmacksvielfalt. Von klassischer Pfefferminze über exotische Fruchtminzen bis hin zu Cocktail- und Küchenminzen – für jeden Geschmack gibt es die passende Sorte.
Warum gibt es so viele Minzsorten?
Minzen haben eine Besonderheit: Sie kreuzen sich auf natürliche Weise, wodurch ständig neue Sorten entstehen. So gibt es über 30 Minze-Arten.
Züchter und Gärtner entdecken diese Varianten und vermehren sie durch Stecklinge, um ihre einzigartigen Eigenschaften zu erhalten. Das Ergebnis ist eine große Vielfalt an Aromen, die Minze zu einem beliebten Kraut für Tee, Desserts und herzhafte Gerichte macht.
Welche Arten von Minze gibt es? Was unterscheidet die Sorten?
Minze lässt sich in vier große Geschmacksgruppen unterteilen:
- Tee-Minzen: die "klassische" Pfefferminze (Mentha x piperita), die Krause Minze (Mentha spicata), die Marokkanische und Türkische Minze – ideal für aromatischen und erfrischenden Tee.
- Fruchtige Minzen: Apfel-, Orangen-, Limonen- und Ananas-Minze – perfekt für Desserts und erfrischende Getränke.
- Küchen-Minzen: Basilikum- und Thai-Minze – würzig und ideal für asiatische Gerichte.
- Cocktail-Minzen: Mojito- und Hugo-Minze – für sommerliche Drinks.
Beim Kauf im Gartenmarkt empfiehlt es sich, ein Blatt zwischen den Fingern zu reiben, um das Aroma zu testen. Da Minzen meist Kreuzungen sind, kann der Name allein nicht immer Aufschluss über den Geschmack geben.
Minze in der Küche: Für welche Gerichte eignet sie sich?
Minze eignet sich gut zum Verfeinern von Saucen. Ein Minz-Dill-Joghurt passt hervorragend zu gegrilltem Fleisch, während ein Persischer Gurkensalat für Frische sorgt. Chutneys und Currys erhalten durch Minze eine orientalische Note.
Minz-Schokokuchen, selbstgemachtes Eis mit Minze oder fruchtige Desserts bekommen durch die Blätter eine besondere Frische.
Neben dem klassischen Minz-Tee lassen sich auch Kaltgetränke wie Zitronengras-Minz-Eistee oder eine minzige Weißweinschorle verfeinern.
Die Schokoladenminze ist für alle geeignet, die etwas Süßes aus der Minze herstellen möchten. Die Sorte kann man aber auch gut für Fisch, für Gemüse oder im Salat verwenden. Und wer es ein bisschen wohlig haben will, der kann sie auch als Badezusatz nehmen.
Wann blüht Minze – und warum ist sie gut für Bienen?
Nicht nur die Blätter, sondern auch die Blüten der Minze sind wertvoll. Je nach Sorte blühen sie weiß, rosa oder purpurrot. Wer seinen Garten bienenfreundlich gestalten möchte: Im Juni und Juli ist die blühende Minze eine perfekte Nahrungsquelle für Insekten – eine Möglichkeit also, wie wir Bienen unterstützen können.
Minze pflanzen: So wächst sie am besten
Minze ist anspruchslos, benötigt aber einige Grundvoraussetzungen:
- Boden: Humos, tiefgründig und gleichmäßig feucht.
- Standort: Sonnig bis halbschattig – im Gegensatz zu mediterranen Kräutern wie Lavendel, Thymian oder Salbei, die es trockener, vollsonnig und nährstoffarm mögen.
- Gießen: Regelmäßig, aber ohne Staunässe.
Man kann verschiedene Pfefferminzsorten zusammen in den Garten pflanzen. Allerdings sollte man beachten, dass die einen vielleicht links und die anderen rechts im Beet wachsen. Sonst können die verschiedenen Sorten ineinander wachsen und die Aromen vermischen sich.
Für eine saubere Trennung nimmt man einfach einen alten Kunststofftopf, aus dem man den Boden ausschneidet. Nun gute Gartenerde mit ein bisschen Kompost gemischt einfüllen, in jeden Topf eine Pflanze setzen und ab damit ins Beet.
Das geht mit Ananasminze, Apfelminze, Basilikumminze oder Erdbeerminze. Da man die verschiedenen Minzsorten für verschiedene Dinge benötigt, kann man an die Töpfe auch kleine Namensschilder binden.
Wie pflege ich meine Minze?
Regelmäßiges Ernten hält die Pflanze kompakt und sie schießt nicht in die Höhe. Bei Hitzeschäden im August kann sie komplett zurückgeschnitten werden – sie treibt schnell wieder aus.
Alle drei Jahre sollte Minze an einen neuen Platz im Beet umziehen, da sie sonst ihr Wachstum selbst hemmt. Sie können auch geteilt werden und sollten dann frische, humusreiche Komposterde bekommen - am besten natürlich vom eigenen Kompost. Im Freiland übersteht die Minze problemlos den Winter und muss nicht extra winterfest gemacht werden.
Wie kann ich Minze vermehren?
Minze lässt sich ganz leicht durch Wurzelausläufer vermehren: Im Mai oder Juni, also vor der Blüte, einfach einen 10-15 cm langen Wurzelausläufer mit Blättern abtrennen. Danach in einen Topf mit frischer Erde setzen und gut angießen. Die Pflanze wächst schnell weiter. So kann man Minze unkompliziert mit Familie und Freunden teilen.
Wann ernte ich Minze am besten?
Die aromatischste Ernte gelingt kurz vor der Blüte, also Anfang bis Mitte Juni. Dann enthält die Minze die höchste Konzentration ätherischer Öle. Die Blätter können frisch verwendet oder getrocknet werden – perfekt für den eigenen Minztee im Winter. Auch selbstgemachtes Pfefferminzöl lässt sich daraus herstellen und hilft beispielsweise gegen Kopfschmerzen.
Die Lieblingsminze von SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden
Die Lieblingsminze von SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden ist die Grapefruitminze. Sie hat ein unglaublich leckeres Grapefruitaroma. Und wenn man sich damit einen Tee aufgießt oder die Blätter über Vanilleeis gibt, riecht und schmeckt es wie eine aufgeschnittene Grapefruit.
Ein weiterer Pluspunkt der Grapefruitminze: Sie treibt ein bisschen später aus und beginnt damit auch erst sehr spät zu blühen. Das freut alle Insekten, da man ihnen für den Winter auch ein bisschen später noch Pollen und Nektar bieten kann.
Minze kühlt und erfrischt den Raum
Das in der Minze enthaltene Menthol stimuliert die Sinneszellen der Zunge. Man bekommt das Gefühl, als ob der Mund kühl wird. Deshalb passt die Minze so wunderbar in den Sommer zu Limonaden oder in den Eistee – denn diese erfrischenden Getränke trinken wir ja auch am liebsten kühl.
Auch im Winter kann man einen frischen Minz-Duft haben:
Wenn die Pfefferminzpflanzen voll austreiben, einfach die Minze immer durchgehend ernten und an einem trockenen, luftigen, schattigen Ort als kleine Bündel zum Trocknen aufhängen. Danach füllen wir alles in ein dunkles Glas – und wenn wir dieses im Winter öffnen, duftet der ganze Raum nach frischer Minze.