Viele verschenken Adventskalender in der Vorweihnachtszeit an Freunde, die Familie oder an sich selbst. Am beliebtesten sind dabei Schoko-Kalender, Adventskalender mit Beauty-Produkten oder Kalender mit Getränken. Doch sind sie ihren Preis wert?
Wir haben einige Kalender aus jeder Kategorie unter die Lupe genommen.
Adventskalender mit Schokolade: viel teurer als der Warenwert
- Tony’s Chocolonely: Preis 17,99 Euro
Laut Hersteller ist der Adventskalender mit Schokolade aus fair gehandeltem Kakao gefüllt. Insgesamt gibt es 25 einzeln verpackte Schokoladen – aber nicht in spezifischen Weihnachtssorten. Es ist Schokolade wie Karamell oder Haselnuss enthalten.
Im Einzelhandel ist diese Schokolade mit einem Kilopreis von umgerechnet 7,50 Euro deutlich günstiger zu bekommen. Im Adventskalender ist die Schokolade damit um 140 Prozent teurer.
Der Hersteller schreibt auf Anfrage der ARD Verbraucher-Redaktion, dass es erhöhte Produktions- und Verpackungskosten aufgrund der Kalendergröße gäbe. Weiter heißt es:
Zudem setzen wir konsequent auf nachhaltige Verpackungsmaterialien: Zum Beispiel der Einsatz des Kalenders besteht nicht aus Plastik, wie es bei vielen herkömmlichen Produkten der Fall ist, sondern aus komplett recyclebarem, hochwertigen Material.
- Lindt: Preis 10,99 Euro
Etwas günstiger als der Adventskalender von Tony’s ist der Kalender von Lindt mit insgesamt 24 Lindor-Kugeln. Der Warenwert hier liegt umgerechnet bei 5,56 Euro. Der Kalender ist somit 98 Prozent teurer als die reine Schokolade.
Lindt weist auf zusätzliche Kosten durch hochwertige und saisonal gestaltete Verpackung hin. Auch käme es zu besonderen Anforderungen in der Logistik und Distribution.
- Ferreros Kinder Schokolade: Preis 4,69 Euro
Dieser Adventskalender ist der günstigste in unserer Schoko-Auswahl. Der Warenwert liegt – wie bei den anderen Schoko-Kalendern – unter dem eigentlichen Preis: Umgerechnet zahlt man normalerweise für die Kinder-Schokolade nur 3,77 Euro. Der Kalenderpreis ist damit um 24 Prozent teurer. Auch Ferrero argumentiert mit dem größeren Aufwand für die saisonale Themenverpackung:
So wird beispielsweise mit Veredelungen, Prägungen und Effekten bei der Bedruckung gearbeitet, die sehr häufig in mehreren aufwendigen Arbeitsschritten erfolgen.
Rechtfertigt die weihnachtliche Verpackung den hohen Preis?
Die sind schon teurer als sie sein müssten. Da ist schon eine ordentliche Marge drauf, wie die Händler sagen.
Die reinen Verpackungskosten wie auch Warenwert würden - plus eines Aufschlags - die hohen Preise nicht zwingend rechtfertigen. Die Preise seien anlassbezogen ausgerichtet, erläutert Kaapke.
Weihnachtsgeschäft im Handel Verbraucherzentrale warnt: teils Alkohol in Schoko-Adventskalendern
Von 80 Adventskalendern mit Schokolade-Füllung enthalten 37 Alkohol - aber nur acht Hersteller weisen darauf hin. Wer Kinder beschenken will, sollte die Zutatenliste kontrollieren.
Tiefer in die Tasche greifen bei Getränke- und Tee-Adventskalendern
- Likörkalender von Gräfs: Preis 14,99 Euro
Der Warenwert der einzelnen Flaschen liegt hier bei 12,47 Euro. Das bedeutet: Der Kalenderpreis liegt 20 Prozent über dem Warenwert. Das Unternehmen begründet dies der ARD Verbraucher-Redaktion gegenüber mit den Verpackungskosten und limitierten Sondereditionen.
Bier-Adventskalender von Kalea: Preis 59,90 Euro
Einige der enthaltenen Biere gibt es nur im Adventskalender. Sie sind somit nicht im Handel zu kaufen. Der grobe Warenwert liegt hier bei 54 Euro. Für den Kalender zahlen Verbraucher rund elf Prozent mehr.
Hersteller Kalea spricht von einem hohen manuellen Verpackungsaufwand und einer komplexen Logistik bei der Abholung der Flaschen:
Würde ein Kunde Biere in dieser Qualität selbst zusammenstellen, einkaufen und verpacken, lägen die Gesamtkosten – insbesondere unter Berücksichtigung der eigenen Zeit – deutlich höher. In diesem Sinne betrachten wir unseren Adventskalender als ein echtes Schnäppchen.
- Tee-Adventskalender der Marke Pukka: 12,95 Euro
Der Warenwert der 24 enthaltenen Teebeuteln der Marke Pukka beträgt 4,74 Euro. Damit ist der Adventskalender um 174 Prozent teurer.
Das Unternehmen schreibt, es handele sich um ein besonderes Erlebnis, das weit über die Tees selbst hinausgehe. Zudem würden die hochwertigen, vollständig recyclebaren Materialien, das hochwertige Design sowie die sorgfältige Verarbeitung zu höheren Produktionskosten beitragen.
Experte Professor Kaapke erklärt, die Preisbereitschaft der Verbraucher steige deutlich, da sie solche Adventskalender eher nicht selbst nachbasteln könnten. Deswegen würde man stattdessen einen höheren Preis für einen fertigen Kalender zahlen.
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Besonders sparen bei Beauty- und Kosmetik-Adventskalendern
- Jean und Len: Preis 84,95 Euro
In diesem Kalender sind Produkte wie vegane Haarpflegeprodukte, Gesichtspflege und Accessoires enthalten – ausschließlich in Originalgröße. Würde man alle enthaltenen Produkte einzeln kaufen, müsste man 194,97 Euro zahlen. Somit spart man mit dem Adventskalender hier 56 Prozent vom Warenwert.
- Douglas: Preis 79,99 Euro
Der beworbene Warenwert liegt hier bei satten 400 Euro. Und kaum zu glauben: Umgerechnet liegt der aktuelle Warenwert sogar bei 457,47 Euro. Somit spart man hier insgesamt 82 Prozent.
- Rituals: Preis 89,90 Euro
Bei der Umrechnung des Warenwert kommt man bei Rituals auf 120 Euro. So können Kunden hier etwa 25 Prozent sparen.
Die Hersteller gäben mit dem Kalender den Kunden die Gelegenheit, die Produkte auszuprobieren, erklärt der Handelsexperte Professor Kaapke. Würde man den regulären Preis dafür verwenden, würden es zu wenige Kunden kaufen. Wenn anschließend jemandem die Produkte gefallen haben, seien sie eher bereit, das reguläre Produkt zu kaufen, weiß der Experte.
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Fazit: Am meisten sparen bei Kosmetik und Beauty
Bei den von uns getesteten Schoko- und Getränke-Adventskalendern zahlt man deutlich mehr als den eigentlichen Warenwert. Hier muss man tiefer in die Tasche greifen.
Schnäppchen kann man bei Kosmetik- und Beauty-Adventskalendern machen. Hier zahlt der Kunde für den Kalender meist viel weniger als für den eigentlichen Warenwert des Inhalts.