Gerade seit Inkrafttreten der neuen EU-Regeln Anfang 2025 sind viele verunsichert. Wichtig zu wissen: Nicht alles gehört in den Container und nicht alles in den Müll.
Für den Alltag hilft eine klare Einteilung.
Altkleider entsorgen – so geht's richtig
1. Tragbare und saubere Kleidung
➔ in den Altkleidercontainer, zur Spende oder in den Secondhandverkauf
2. Sehr gut erhaltene oder hochwertige Kleidung
➔ besser verkaufen, etwa online oder im Secondhandladen
3. Kaputte oder stark verschmutzte Kleidung
➔ in den Restmüll, wenn es vor Ort keine gesonderte Sammlung gibt
Denn: In Container gehört nur Kleidung, die noch getragen werden kann. Alles andere belastet die Sortierung und kann dazu führen, dass ganze Sammelmengen unbrauchbar werden.
Kleidung spenden: Darauf sollten Sie achten
Wer Kleidung spendet, sollte sich an einer einfachen Faustregel orientieren: Würde ich das selbst noch tragen oder jemandem schenken?
In die Spende gehören deshalb nur saubere, intakte und tragbare Stücke. Dazu zählen zum Beispiel gut erhaltene Alltagskleidung, Jacken oder paarweise gebündelte Schuhe.
Eine Alternative zum Container ist die Paketspende, etwa über die Deutsche Kleiderstiftung. Hier wird die Kleidung sortiert und gezielt weitergegeben. Wichtig: Der Versand ist inzwischen nicht mehr automatisch komplett kostenlos. Beim Erstellen des Paketscheins kann man auswählen, ob man sich an den Portokosten beteiligt.
Verkaufen statt weggeben: Wann sich das lohnt
Gerade hochwertige Kleidung hat oft einen größeren Nutzen, wenn sie verkauft wird. Über Online-Plattformen oder über Secondhandläden vor Ort finden viele Teile gezielt neue Besitzer. Das verlängert die Nutzungsdauer und ist oft nachhaltiger als eine anonyme Spende.
Neue EU-Regeln: Was sich wirklich geändert hat
Seit dem 1. Januar 2025 gilt in der EU die Pflicht zur getrennten Sammlung von Textilien. Ziel ist es, Kleidung besser wiederzuverwenden und zu recyceln. Wichtig zu wissen: Die Regel richtet sich vor allem an Kommunen. Sie müssen die Sammlung organisieren.
Für Verbraucher hat sich im Alltag weniger geändert als oft angenommen. Das bedeutet auch: Kaputte oder stark verschmutzte Kleidung darf weiterhin in den Restmüll, wenn es vor Ort keine andere Lösung gibt.
Warum Altkleider aktuell ein Problem sind
Das System der Altkleidersammlung funktioniert nur, wenn die Qualität stimmt. Genau hier liegt derzeit die Herausforderung. Immer mehr Kleidung ist günstig produziert und wird nur kurz getragen. Viele Teile sind so minderwertig, dass sie weder als Secondhandware verkauft noch sinnvoll recycelt werden können. Gleichzeitig steigen die Mengen.
In Deutschland werden jährlich rund eine Million Tonnen Alttextilien gesammelt. Ein Großteil wird weiterverwendet oder recycelt, doch ein Teil muss auch entsorgt werden.
Neue Pläne: Hersteller sollen stärker zahlen
Die Politik will deshalb nachsteuern. Künftig sollen Hersteller stärker für die Entsorgung ihrer Produkte verantwortlich gemacht werden. Ein aktueller Vorschlag aus dem Umweltministerium sieht vor, dass Unternehmen für Sammlung und Recycling von Textilien zahlen müssen. Ziel ist es, vor allem Fast Fashion einzudämmen und langlebigere Kleidung zu fördern.
Fazit: Die wichtigste Entscheidung fällt früher
Ob Kleidung sinnvoll weiterverwendet werden kann, entscheidet sich nicht erst beim Wegwerfen. Wer bewusster einkauft, auf Qualität achtet und Kleidung länger trägt, entlastet das gesamte System am stärksten.
Und beim Aussortieren gilt: Lieber einmal genauer hinschauen, dann kommt jedes Teil genau dorthin, wo es wirklich hingehört.
Im Studio: Franziska Huber, Lehrerin für Hauswirtschaft und Textil
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