Entspannt in den Urlaub

Reiseversicherungen im Check: Was ist wirklich nötig?

Wer verreist, kann eine Menge an Versicherungen abschließen. Auslandskrankenversicherung, Reiserücktritt, Gepäckschutz. Welche sind sinnvoll und welche kosten nur Geld?

Teilen

Stand

Von Autor/in Tamara Land

Die Ferien stehen vor der Tür, viele starten in den Urlaub. Parallel dazu werben Versicherer mit einer Fülle von Reiseversicherungen. Doch längst nicht jedes Angebot ist notwendig. Was ist wichtig und worauf lässt sich verzichten?

  • Die wichtigste Reiseversicherung ist die Auslandskrankenversicherung, da sind sich die Experten einig. Vor allem gesetzlich Versicherte sollten sie vor Auslandsreisen bei Bedarf abschließen.
  • Danach folgen als mögliche Ergänzung eine Reiserücktritts- und eine Reiseabbruchversicherung.
  • Eine Gepäckversicherung empfehlen Verbraucherschützer dagegen eher nicht.

Auslandskrankenversicherung: Ohne sie kann es teuer werden

Wer gesetzlich krankenversichert ist, hat im Ausland oft nur begrenzten Schutz. Innerhalb der EU und in einigen Ländern mit Sozialversicherungsabkommen übernimmt die Kasse zwar bestimmte Behandlungen. Häufig bleiben Betroffene aber dennoch auf Teilen der Kosten sitzen, etwa bei Privatkliniken oder besonderen Leistungen.

Außerhalb Europas - zum Beispiel in den USA, Thailand oder Ägypten - zahlt die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel gar nicht. Krankenhausaufenthalte oder Operationen können dort schnell mehrere Tausend Euro kosten. Eine gute Auslandskrankenversicherung fängt dieses Risiko ab.

Frau liegt in einer Hängematte und liest ein Buch
Ein Buch lesen ist für viele eine beliebte Beschäftigung im Urlaub. Adobe Stock

Leistungs-Check für die Auslandskrankenversicherung

Beim Abschluss einer Auslandskrankenversicherung kommt es vor allem auf die Leistungen an. Wichtig ist, dass ärztliche Behandlungen und Klinikaufenthalte umfassend abgesichert sind. Und dass ein medizinisch notwendiger Rücktransport nach Hause im Vertrag steht.

Die entscheidende Formulierung lautet: Der Rücktransport wird übernommen, wenn er "medizinisch sinnvoll und vertretbar" ist. Dann zahlt der Versicherer, auch wenn die Behandlung zwar im Urlaubsland möglich wäre, der Transport nach Deutschland aber die bessere Alternative ist.

Auch die Heimreise von Begleitpersonen sollte im Leistungsumfang stehen. So können etwa Partner oder Eltern mitreisen, wenn ein Patient nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung nach Deutschland transportiert wird.

Trotz des großen Nutzens sind solche Policen vergleichsweise günstig. Nach Angaben von Stiftung Warentest bekommen Singles bereits ab rund 10 Euro pro Jahr sehr gute Verträge.

Familien zahlen etwa 30 Euro jährlich. Der Schutz gilt meist für alle Reisen innerhalb eines Jahres bis zu einer bestimmten Dauer.

Reiserücktritt und Reiseabbruch: Wann lohnen sie sich?

Eine Reiserücktrittsversicherung springt ein, wenn eine bereits gebuchte Reise aus versicherten Gründen nicht angetreten werden kann, etwa wegen einer plötzlichen Krankheit. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn die Reise teuer ist, lange im Voraus gebucht wurde oder wenn ein erhöhtes Ausfallrisiko besteht - zum Beispiel bei Senioren oder Familien mit kleinen Kindern.

Reisende haben zwei Optionen:

  • Sie können entweder nur eine einzelne Reise absichern
  • oder einen Jahresvertrag abschließen.

Wer mehrmals im Jahr verreist, fährt mit einem Jahresvertrag oft besser. Wichtig ist dann, dass die Police die teuerste Reise des Jahres in voller Höhe abdeckt.

Es gibt klare Fristen: In der Regel lässt sich eine Reiserücktrittsversicherung bis 30 Tage vor Reiseantritt abschließen. Bei Last-Minute-Reisen ist meist noch bis drei Tage nach der Buchung Zeit.

Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung in Kombination

Oft ist die Reiserücktrittsversicherung mit einer Reiseabbruchversicherung kombiniert. Diese sogenannte Kombi-Police kann sinnvoll sein, denn sie greift auch, wenn der Urlaub vorzeitig beendet werden muss. Zum Beispiel, weil ein naher Angehöriger gestorben ist.

Manche Anbieter übernehmen die Kosten sogar dann, wenn vor Ort eine Naturkatastrophe auftritt, etwa ein Erdbeben oder ein großer Waldbrand. Das ist vor allem für Urlauber wichtig, die ihre Reisen selbst organisieren und bezahlen, inklusive Anreise und Unterkunft. Sie tragen das finanzielle Risiko, wenn sie nach Hause müssen.

Bei Pauschalreisen sieht es anders aus: Hier muss der Reiseveranstalter bei Naturkatastrophen oder vergleichbaren Ereignissen dafür sorgen, dass die Gäste sicher zurückkommen.

Gepäckversicherung: meist überflüssig

Reisegepäckversicherungen wirken auf den ersten Blick attraktiv: Sie sollen entschädigen, wenn Koffer gestohlen werden oder verloren gehen. Verbraucherschützer raten jedoch in vielen Fällen davon ab.

Der Grund: Gepäckversicherungen sind oft relativ teuer und haben zahlreiche Einschränkungen. Häufig sind bestimmte Wertgegenstände nur eingeschränkt oder gar nicht versichert. Zudem sind Schäden durch Unachtsamkeit oder falsche Aufbewahrung mitunter ausgeschlossen.

Viele Gepäckschäden sind ohnehin bereits über andere Stellen abgedeckt. Geht ein Koffer zum Beispiel auf einem Flug verloren oder wird beschädigt, haftet die Fluggesellschaft im Rahmen internationaler Regelungen bis zu bestimmten Höchstgrenzen.

Versicherung beim Online-Buchen: Häkchen lieber weglassen

Wer eine Reise im Internet bucht, bekommt oft direkt passende Versicherungen mit angeboten. Ein Klick genügt, um das Versicherungspaket hinzuzufügen. Das mag bequem sein, ist aber nicht unbedingt empfehlenswert.

Häufig enthalten solche Paketlösungen mehrere Versicherungen, von denen man einige vielleicht gar nicht braucht. Im Zweifel zahlt man für Leistungen, die keinen zusätzlichen Schutz bringen.

Zudem sind diese Tarife oft mit einer Selbstbeteiligung verbunden. Das bedeutet: Im Schadenfall muss man einen Teil der Kosten weiterhin selbst tragen.

Preis und Leistung vergleichen: Günstigere Angebote finden

Ein weiterer Punkt: Buchungsportale arbeiten nur mit bestimmten Versicherern zusammen. Wer das Häkchen einfach setzt, vergleicht keine Alternativen und verpasst womöglich günstigere oder besser passende Angebote anderer Anbieter.

Verbraucherschützer empfehlen daher, sich Zeit zu nehmen und verschiedene Angebote zu vergleichen. Wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse zu klären: Wohin geht die Reise, wie teuer ist sie, wie ist der Gesundheitszustand der Mitreisenden und welche Risiken sind bereits über andere Versicherungen oder den Reiseveranstalter abgedeckt.

Mit den richtigen Versicherungen geht es entspannt in den Urlaub.

Gut versichert unterwegs Schutz bei Reisen ins Ausland: Die richtige Versicherung für Sie!

Zeit zum Erholen und Genießen , doch plötzlich das: Ein Unfall, eine unerwartete Erkrankung, vielleicht mit Klinikaufenthalt. Gut, wenn man für solche Fälle rechtzeitig vorgesorgt hat.

Kaffee oder Tee SWR

Kostenfallen auf Reisen Auslandskrankenversicherung: Darauf sollte man achten

Krankenkassen zahlen Behandlungskosten nicht immer, selbst in der EU. Gut, wenn man eine Reisekrankenversicherung hat - oder auch eine Reiserücktritts- und -abbruchversicherung.

Marktcheck SWR

Versicherungscheck Welche Versicherungen brauche ich wirklich?

Versicherungen gibt es viele. Doch welche sind wirklich unverzichtbar? Die wichtigste Leitfrage lautet: Geht es um ein Risiko, das mich finanziell ruinieren könnte – oder stehen "nur" einige Tausend Euro auf dem Spiel?

Kaffee oder Tee SWR