Massenprodukt mit Geschichte
Der klassische Kunststoff-Gartenstuhl, oft als „Monobloc“ bezeichnet, ist vielleicht das beliebteste Möbelstück weltweit. Schätzungen zufolge wurde er über eine Milliarde Mal verkauft. Seit den 1970er Jahren wird er nahezu unverändert produziert: schnell, kostengünstig und ohne Patentschutz.
Gartenstühle: fünf günstige Modelle im Test
Für den Vergleich haben wir fünf der günstigsten Plastik-Gartenstühle aus gängigen Möbel- und Baumärkten ausgewählt:
Poco: 9,99 Euro
OBI: 12,99 Euro
Ikea: 35 Euro
Jysk: 39,99 Euro
Segmüller: 39,99 Euro
Während die meisten Modelle aus einem Guss bestehen, musste der Stuhl von Ikea erst montiert werden.
Sitzkomfort im Praxistest
Passantinnen und Passanten testeten alle fünf Modelle im direkten Vergleich. Die Eindrücke waren unterschiedlich:
- Der Stuhl von Poco wurde als bequem und funktional beschrieben, allerdings auch als weniger hochwertig.
- Den Stuhl von OBI beschrieben die Testsitzer als gemütlich, nahmen ihn aber teils als instabil oder „kippelig“ wahr.
- Das Modell von Ikea erhielt Kritik für wenig Komfort und Standfestigkeit, dafür aber positives Feedback zum Design.
- Der Plastikstuhl von Jysk wurde von vielen als zu hart empfunden und als eher ungeeignet für längeres Sitzen.
- Segmüllers Stuhl überzeugte die Testgruppe durch Stabilität, Komfort und Verarbeitung – und war schließlich klarer Favorit.
Was macht einen guten Stuhl aus?
Sitzen spielt im Alltag eine zentrale Rolle: Durchschnittlich verbringen Menschen rund 9,5 Stunden täglich im Sitzen. Entsprechend wichtig ist die Gestaltung von Sitzmöbeln – auch im Garten.
Entscheidend für den Erfolg eines Stuhls sind laut Experten vor allem drei Faktoren:
- Ergonomie und Komfort
- Design und Gewohnheitseffekt
- Herstellungskosten
Gerade der klassische Plastikstuhl profitiert davon, dass er seit Jahrzehnten bekannt ist und als verlässliche, günstige Lösung gilt.
Schadstoffe im Material? Entwarnung aus dem Labor
Neben dem Komfort wurde auch das Material untersucht. Ein unabhängiges Prüflabor analysierte die Stühle auf potenziell gesundheitsschädliche Stoffe, darunter:
polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
Schwermetalle wie Cadmium und Blei
Phthalate (Weichmacher)
SCCP/MCCP (Weichmacher)
UV-Stabilisatoren UV-320, UV-327, UV328, UV350
Lichtechtheit
Das Ergebnis: Bei allen getesteten Stühlen wurden die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten. Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr durch Schadstoffe konnte nicht festgestellt werden.
Umweltaspekt bleibt problematisch
Trotz der unbedenklichen Laborwerte gibt es einen klaren Nachteil: Kunststoff wird nicht vollständig abgebaut. Die Stühle bleiben langfristig in der Umwelt – ein wesentlicher Kritikpunkt an diesem Massenprodukt.