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Waschmittel für die Wäsche bei 20 Grad – wie gut sind sie?

Niedrigere Temperaturen helfen Strom sparen. Viele Waschmittelhersteller werben, Wäsche soll auch bei 20 Grad sauber werden. Stimmt das Versprechen? Was ist mit Pilzen und Keimen?

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Stand

Von Autor/in Valeria D'Alessio

Klamotten sauber waschen bei niedrigen Temperaturen: Manche Waschmittelhersteller versprechen „tiefenwirksame Reinheit” oder “hygienische Sauberkeit” bereits ab 20 Grad“. Möglich soll das durch eine neue Rezeptur sein.

Bei geringen Temperaturen zu waschen, bedeutet für Verbraucher: Sparen durch geringeren Stromverbrauch. Kann Wäsche bei 20 Grad Celsius in der Waschmaschine aber so sauber werden wie bei höheren Temperaturen? Und werden dabei auch Bakterien und Pilze abgetötet?

Waschmittel-Test mit Keimen

Das Testzentrum der Hochschule Niederrhein prüft für prüft für die ARD Verbraucher-Redaktion die Waschleistung von sechs Waschmitteln - flüssige und in Pulverform.

Im Test sind folgende Waschmittel:

  • Persil Universal Megaperls Vollwaschmittel
  • Ariel Universal+ Pulver
  • Domol Color-Waschmittel
  • Gut & Günstig Ultra Vollwaschmittel
  • Coral Color-Waschmittel flüssig
  • Denkmit Vollwaschmittel für strahlendes Weiß

Im Labor der Hochschule werden Stoffproben mit Darmbakterien und Hefepilzen, wie sie in Haushalten vorkommen, präpariert und mit Füllwäsche in die Waschmaschinen gegeben. Jedes Waschmittel wird mit dieser Waschfüllung bei 20 Grad Celsius getestet.

Strom sparen bei niedriger Waschtemperatur

Warum sollte man seine Wäsche kalt waschen? Für den Verbraucher kann es sinnvoll sein, weil sich dadurch viel Strom sparen lässt:

Wäscht man seine Wäsche bei 40 Grad Celsius - statt den üblichen 60 Grad Celsius - kann man bis zu 50 Prozent an Strom sparen.

Bei 30 Grad Celsius statt bei 60 Grad zu waschen, spart bis zu 70 Prozent Energie.

Noch mehr kann man bei der 20-Grad-Wäsche statt bei 60 Grad sparen: Hier sind bis zu 80 Prozent Ersparnis möglich.

Grund dafür: Beim Aufheizen des Wassers wird am meisten Strom verbraucht.

Trend zur Kaltwäsche – wie sinnvoll ist das?

Der Markt ist ausgereizt. Man weiß, wie man Waschmittel baut. Da gibt es keine Unterschiede mehr. Und jetzt müssen die Marketingabteilungen verzweifelt suchen, warum ihr Waschmittel besonders, anders, noch toller und innovativer ist. De facto sind die Innovationsfortschritte im Waschmittelbereich kaum wahrzunehmen.

Was für die Waschleistung von Waschmitteln wichtig ist

Die Temperatur ist nicht das einzig Wichtige für eine gute Waschleistung. Es gibt hier laut Verbraucherzentrale vier wichtige Faktoren: die Temperatur, den chemischen Angriff, den mechanischen Angriff und die Einwirkdauer.

"Und je nachdem, wie sie an diesen einzelnen Stellschrauben drehen, kriegen sie gesamt einen Wascherfolg zusammen. Wenn Sie ganz weit runter gehen bis zur echten Kaltwäsche, dann werden sie wahrscheinlich gewisse Effekte nicht mehr haben", erklärt Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg.

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Die Produktpalette an Waschmitteln wächst ständig. Dabei sind viele Inhaltsstoffe unnötig oder sogar schädlich für Mensch und Umwelt.

Neue Rezeptur macht kaltes Waschen möglich

Eine neue Rezeptur macht niedrige Temperaturen möglich: Die Hersteller gleichen das durch moderne Tenside und Enzyme aus. Diese wirken bereits bei niedrigen Temperaturen.

Im Pulver-Vollwaschmittel steckt auch Bleiche. Der Aufhelleffekt wirkt aber erst bei Temperaturen zwischen 50 und 60 Grad. In Flüssigwaschmitteln stecken statt der Bleiche sogenannte Polymere. Sie sorgen für die gelartige Konsistenz.

Das ist flüssiges Mikroplastik, nichts anderes als das. Das können Sie zum Beispiel schon vermeiden. Diese Flüssigpolymere haben Sie alle nicht, wenn Sie ein Kompaktpulver nehmen.

Vollwaschmittel bei niedrigen Temperaturen

In diesem Jahr testete Stiftung Warentest, wie gut moderne Vollwaschmittel Flecken und Gerüche bei niedrigen Temperaturen entfernen.

Fazit: Gute Vollwaschmittel müssen nicht teuer sein. Unser Test hat gezeigt, Pulver sind für Vollwaschmittel die erste Wahl. Denn Pulver enthalten Bleichmittel. Das hilft, Flecken, Schmutz und Gerüche zu entfernen. Flüssige Vollwaschmittel waren eher nicht so stark bei der Waschleistung.

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Günstige Vollwaschmittel als Pulver sind nicht nur besser für den Geldbeutel, sondern liefern auch bessere Ergebnisse. Das hat eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben.

Darmbakterien ausreichend verringert

Der Test der ARD Verbraucher-Redaktion mit sechs Waschmitteln und der 20-Grad-Wäsche im Labor zeigt: Pulverförmige Vollwaschmittel reduzieren Darmbakterien am besten. Für den Experten Professor Lutz Vossebein, Leiter der öffentlichen Prüfstelle der Hochschule Niederrhein, ist hierfür auch die Wäsche bei 20 Grad völlig ausreichend.

Die Flüssig- und Colorwaschmittel konnten die Darmbakterien ausreichend, aber weniger gut reduzieren.

Hefepilze: Waschmittel bei niedriger Temperatur überfordert

Bei der Beseitigung von Pilzen in der Wäsche aussieht es anders aus. Professor Lutz Vossebein ist überrascht über die Testergebnisse und sagt: "Ich hätte durchaus gedacht, dass mit pulverförmigen Vollwaschmitteln bei 20 Grad auch mehr Hefe abreichert - also Hefepilze abgetötet werden. Das ist nicht erfolgt. Das finde ich überraschend."

Wenn jemand im Haushalt, in der Familie, eine Fußpilzerkrankung hat, würde ich auf keinen Fall bei kalten Temperaturen waschen. Da würde ich mindestens 60 Grad einsetzen im Waschprogramm und dann auch pulverförmiges Vollwaschmittel.

Keines der Waschmittel konnte die Hefepilze ausreichend reduzieren.

Auf Anfrage der ARD Verbraucher-Redaktion weisen alle Hersteller darauf hin, dass es bei den Waschmitteln um die Reinigungseigenschaften und nicht um die desinfizierende Wirkung gehen würde. Eine solche würde auch nicht versprochen werden. Die Produkte würden auch bei niedrigen Temperaturen eine gute Reinigungsleistung erzielen.

Experte rät, Wäsche mit 40 Grad zu waschen

Experte Professor Vossebein rät, die Wäsche lieber bei 40 Grad Celsius statt bei 20 Grad zu waschen. Seiner Meinung nach lassen sich damit Verschmutzungen leichter entfernen. Und mit Vollwaschmittel in Pulverform entfernt die enthaltene Bleiche zusätzlich auch Keime.

Tipp: Bakterien in der Waschmaschine entfernen

Damit sich auch in der Waschmaschine kein Bakterienfilm bildet, hat Vossebein folgenden Tipp:

Man sollte grundsätzlich einmal die Woche die Maschine leer, ohne Beladung, bei der höchsten angegebenen Temperatur laufen lassen. Ohne Wäsche, ohne Waschmittel, ohne Zusätze - so dass man einmal in der Woche eine Art thermische Desinfektion hat. Denn da werden durchaus 80, 90 Grad erreicht in der Maschine. Und ohne Beladung ist es auch energetisch überschaubar, weil es nicht so lange dauert, bis es aufgeheizt wird. Danach die Tür öffnen, durchtrocknen lassen, den Einspülkasten ausziehen. Ich glaube, dann hat man eine gute Grundhygiene in seiner Waschmaschine.

Fazit: Waschen bei niedrigen Temperaturen

Waschen ab 20 Grad - die Werbung klingt gut. Und damit lassen sich bei leicht verschmutzter Wäsche auch gute Ergebnisse erzielen.

Doch wer es hygienischer haben will oder muss, sollte mit höheren Temperaturen waschen.

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Marktcheck SWR

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Autor/in
Valeria D'Alessio
Onlinefassung
Sofie Knorr