Wechsel muss nicht sein

Höhere Prämien? Wie man bei der Autoversicherung sparen kann

Ende November ist meist der Stichtag für die Kündigung der Kfz-Versicherung - Zeit für einen Preisvergleich. Günstiger geht es aber nicht nur mit einem Wechsel der Versicherung.

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Von Autor/in Christoph Mautes, Christof Gaißmayer, Nina Rathfelder

Im November ist Hochsaison für den Wechsel der Kfz-Versicherung. Bis zum 30. November muss bei den meisten Versicherern die Kündigung eingegangen sein, um den Anbieter noch zum neuen Jahr wechseln zu können.

Das kann sich lohnen: Die Preisunterschiede zwischen den Versicherungsgesellschaften sind oft enorm. Besonders treue Bestandskunden zahlen langfristig mehr – so sehr, dass sogar die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nun genauer hinschauen will.

Sparen ist allerdings oft auch mit weniger Aufwand als dem Wechsel der Autoversicherung möglich. Ein Überblick.

Preisanstieg der Kfz-Versicherung 2026: Wird es teurer?

Die Tarife für die Kfz-Versicherung ändern sich zum Jahreswechsel - und laut dem Vergleichsportal Verivox wird es auch 2026 wieder teurer. Demnach seien die Prämien für günstige Tarife über alle Versicherungsarten hinweg bereits um durchschnittlich sieben Prozent gestiegen.

Besonders betroffen ist laut Verivox die Vollkasko-Versicherung, deren Beiträge um acht Prozent über dem Vorjahresniveau liegen. Hintergrund sind weiterhin steigende Reparatur- und Ersatzteilkosten, die die Versicherer weitergeben.

Allerdings schreiben erste Versicherer laut Verivox nach zwei defizitären Jahren wieder Gewinne - und bieten in der aktuellen Wechselsaison daher günstige Preise, während andere ihre Prämien stark anheben. Das berge Sparpotenziale. Verbraucher sollten also ihre bestehenden Verträge prüfen - und gegebenenfalls einen Wechsel in Betracht ziehen.

Neues Angebot bei der eigenen Kfz-Versicherung einholen

Es lohnt sich erst einmal, bei der aktuellen Autoversicherung anzurufen und nach einem günstigeren Angebot beziehungsweise Tarif zu fragen. Der Bund der Versicherten empfiehlt, dies einmal im Jahr zu tun. Denn viele Versicherer bieten unterschiedliche Tarife an, die regelmäßig angepasst werden. Außerdem haben Versicherer oft die Möglichkeit, individuelle Rabatte zu gewähren, zum Beispiel für langjährige Treue.

Man könne durchaus auch freundlich sagen, dass man über einen Wechsel zu einem anderen Anbieter nachdenkt, rät der Bund der Versicherten. In der Regel bekommt man dann ein neues Angebot von der eigenen Autoversicherung.

Weitere Stellschrauben im Vertrag nutzen

Die Versicherungsprämie für das Auto wird aus etwa 50 Merkmalen für jeden Einzelnen individuell berechnet. Darin stecken auch Chancen, zu sparen - etwa wenn einzelne Faktoren nicht mehr so sind, wie ursprünglich für den Vertrag angegeben.

1. Grundsätzlich können Versicherungsnehmer darauf achten, ob die Jahreskilometerleistung, die angegeben wurde, noch den tatsächlich gefahrenen Kilometern entspricht. Wenn man weniger fährt als ursprünglich angegeben, könnte man dadurch sparen.

2. Zudem lohnt es sich, die Anzahl der Fahrerinnen und Fahrer, die das Auto nutzen, so klein wie möglich zu halten.

3. Wenn das Auto in einer Garage abgestellt wird, gibt es oft zusätzlich Rabatt.

4. Bei der Kaskoversicherung kann eine Werkstattbindung eingegangen werden, sodass der Versicherer die Werkstatt bestimmt - dafür gibt es bis zu 20 Prozent Nachlass.

5. Ein Nachlass ist außerdem für diejenigen drin, die ihre Prämie jährlich bezahlen und nicht monatlich. Letzteres kann bis zu zehn Prozent teurer sein.

6. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Selbstbeteiligung zu erhöhen: Bei einem Schaden bezahlen Verbraucherinnen und Verbraucher dann zwar mehr, der Grundtarif kostet aber erstmal weniger.

Alte Autos nicht überversichern

Viele Autobesitzer verpassen es im Laufe der Jahre, den Versicherungsumfang an den sinkenden Wert des Fahrzeugs anzupassen. Wenn ein Auto immer älter wird, lohnt es sich etwa, von Vollkasko auf Teilkasko und eventuell nur noch auf die Haftpflichtversicherung umzustellen.

Wer da aktiv wird, kann richtig viel Geld sparen. Ganz grob gilt, wer sein Auto aus der Vollkasko rausnimmt und nur noch haftpflichtversichert, zahlt nur noch die Hälfte.

Fragen kann man sich auch, ob eine Werkstattbindung akzeptabel wäre - dies kann ebenfalls die Kosten senken.

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Gelingen die Verhandlungen mit der eigenen Versicherung nicht, ist wohl ein Wechsel am besten.

Telematik-Tarife nutzen

Telematik-Tarife werden Verbraucherschützern zufolge bei Autofahrern immer beliebter. Diese Tarife basieren auf dem eigenen Fahrverhalten. Eine kleine Box im Auto zeichnet Parameter wie Geschwindigkeit, Fahrweise und Bremsverhalten auf. Je sicherer man fährt, desto höher kann der Rabatt ausfallen.

Verbraucherschützer stehen Telematik-Tarifen jedoch nach wie vor kritisch gegenüber, da dabei viele persönliche Daten gesammelt werden und die Transparenz der Datenauswertung oft unklar ist. So wird etwa auch aufgezeichnet, wann man wohin und wie schnell fährt.

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Die Alternative: Kfz-Versicherung wechseln

Wem die aktuelle Versicherung kein besseres Angebot unterbreitet, der denkt am besten über einen Wechsel nach. Für viele ist dabei immer noch der 30. November der Stichtag.

Denn eine Kündigung muss bis einen Monat vor Laufzeitende vorliegen - und viele Verträge von Autofahrerinnen und Autofahrern laufen bis zum Ende des Kalenderjahres. Bei einer Beitragserhöhung gilt außerdem in den meisten Fällen ein Sonderkündigungsrecht.

Ein Wechsel lohnt sich oft. So können Kunden dabei laut Stiftung Warentest teilweise mehrere hundert Euro sparen. Für Autofahrer mit Elektroautos lohnt sich ebenfalls der Vergleich zwischen den Kfz-Versicherungen.

Wichtig beim Wechsel der Kfz-Versicherung: der Vergleich

Wichtig ist es, die Leistungen der Versicherungen zu vergleichen - und dabei nicht nur auf die Preise zu schauen. Portale wie Verivox oder Check24, aber auch die Stiftung Warentest bieten umfangreiche Vergleiche im Internet an.

  • Der ADAC und auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZ) empfehlen zum Beispiel eine ausreichend hohe Deckungssumme oder Versicherungssumme. Denn sollte es zu einem Unfall kommen, muss der Verursacher im Schadensfall selbst für die Kosten aufkommen, die über der Deckungssumme liegen.
  • Auch die Höhe der Selbstbeteiligung sollte man prüfen - und checken, ob wichtige Leistungen wie grobe Fahrlässigkeit oder Marderschäden eingeschlossen werden.
  • Häufig werden Versicherungen bei einem Schadensfall deutlich teurer. Auch darüber sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor einem Wechsel informieren.
  • Bei Rabatten zum Beispiel für Wenigfahrer sollte vorab geprüft werden, ob diese Voraussetzungen überhaupt dauerhaft eingehalten werden können.

SWR-Finanzexpertin Barbara Sternberger-Frey empfiehlt: "Bei einfachen Standardverträgen ohne Sondernutzung und mit gut vergleichbarem Leistungsumfang kann ein Vergleichsportal einen guten ersten Eindruck schaffen. Bei höherem Fahrzeugwert, mehreren Fahrzeugen, Selbstständigkeit, Sonderfällen - wie etwa Oldtimer, Sondereinstufungen, Sondernutzung oder Rabattschutz etc. - lohnt es sich, sich zusätzlich beraten zu lassen. Ein Makler oder ein unabhängiger Versicherungsberater kann individuelle Besonderheiten besser berücksichtigen."

Rabattschutz Schadensklasse: Was passiert bei Wechsel der Versicherung?

Der Rabattschutz ist ein Zusatzbaustein mit Mehrkosten, mit dem im Versicherungsvertrag vereinbart wird, dass ein Schaden pro Jahr nicht zur Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse führt. Wichtig: Der Rabattschutz gilt nur für den Vertrag, in dem er vereinbart wurde.

Beim Wechsel zu einem anderen Versicherer gilt: Die bestehende Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) wird übertragen. Der Rabattschutz hingegen erlischt.

Finanzexpertin Barbara Sternberger-Frey empfiehlt: "Wer den Rabattschutz nutzt, sollte beim Versichererwechsel explizit prüfen, welcher Schadenfreiheitsrabatt (SFR) übertragen wird. Schäden, die in der Vergangenheit zu keiner Rückstufung geführt haben, werden dann angerechnet."

Das heißt: Vor Abschluss eines neuen Versicherungsvertrages sollten Autobesitzer den bisherigen Versicherer konkret fragen, welcher Rabatt bei einem Versichererwechsel bestätigt wird.

Die Tücken der Werkstattbindung

Der Vorteil der Werkstattbindung in der Kfz-Versicherung: Im Schnitt wird der Tarif elf Prozent günstiger. Der Versicherungsnehmer verpflichtet sich damit, nach einem Kaskoschaden in die Partnerwerkstatt der Kfz-Versicherung zu gehen.

Werkstatt und Versicherung haben Sonderpreise für Reparaturen vereinbart. Diese Ersparnis geben Versicherer teils weiter.

Nachteile der Werkstattbindung können sein: Schlechte Erreichbarkeit von Partnerwerkstätten, besonders auf dem Land, sowie Einschränkungen bei Neuwagen, Leasingfahrzeugen und finanzierten Autos. Vor Abschluss einer Werkstattbindung sollte man also prüfen, wo die nächste Partnerwerkstatt der Versicherung liegt und ob sie gut erreichbar ist.

Vorsicht ist auch bei Neuwagen geboten: Wenn die Werkstatt keine Original-Ersatzteile verwendet, kann die Herstellergarantie verloren gehen. Die Verpflichtung zu einer Vertragswerkstatt gilt bei vielen nicht nur für die Wartung, sondern auch für Unfallschäden.

Auch bei Leasingfahrzeugen gilt oft die Verpflichtung zur Reparatur in einer Vertragswerkstatt des Fahrzeugherstellers. Hat man für dieses Auto in der Versicherung eine Werkstattbindung vereinbart, kommt es zum Konflikt zwischen den beiden Verpflichtungen – und der ist kaum aufzulösen.

Kfz-Versicherung für E-Autos: Elektroauto-Versicherung

Auch beim Elektroauto muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Die Teil- oder Vollkasko-Versicherung sind freiwillig.

Weil die Kosten der Reparatur eines Schadens an einem E­Auto höher sind als bei einem Verbrenner-Auto wird für ein teureres Elektroauto deshalb eine Vollkasko­Versicherung empfohlen.

Aktuelle Tarif-Vergleiche speziell für E-Autos gibt es bei Stiftung Warentest (Ergebnisse im Detail kostenpflichtig). Auch das Verbraucherportal Finanztip hat Empfehlungen für die Besonderheiten bei einem Elektroauto auf der Webseite.

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