Diese fünf gängigen Fitnessmatten haben wir unter die Lupe genommen:
- adidas: Trainingsmatte unisex schwarz-rot (Mat ADMT – 12235), mit 54,95 Euro die teuerste Matte in unserer Stichprobe
- Decathlon: Domyos (900, Tapis Confort Fitness, Fitness Mat Comfort) 49,99 Euro
- Intersport: Energetics (Gymnastikmatte "NBR Professional"), 29,90 Euro
- Tchibo: Yoga- und Fitness Matte schwarz, 19,99 Uhr
- Lidl: Crivit Gymnastikmatte mit Tragegurt, mit 9,99 Euro die günstigste Matte in unserer Stichprobe
Im Prüf- und Forschungslabor in Primasens haben wir die Matten auf Schadstoffe untersuchen lassen. Etwa auf Weichmacher und Schwefelkohlenstoff.
In der Vergangenheit wurden in Tests Schadstoffe in verschiedenen Fitnessmatten nachgewiesen. So zum Beispiel durch die Stiftung Warentest und den WDR.
Solche Schadstoffe können beim Training auf Fitnessmatten leicht aufgenommen werden. Denn dabei gibt es viel Hautkontakt mit dem Material.
Die Yogamatten von adidas & Co. im Praxistest
Wie sich die Matten beim Fitnesstraining schlagen, beurteilt für uns Fitnesscoach Sabrina Schönen. Gemeinsam mit zwei Kollegen und Teilnehmern ihres Fitnesskurses hat sie gecheckt: Wie rutschfest sind die Matten? Wie gut dämpfen sie bei Sportübungen? Welchen Eindruck macht das Material?
Yogamatten von adidas & Co.: Fazit der Praxistester
Nach gründlicher Begutachtung und zahlreichen Übungen kamen unsere Praxistester zu diesem Fazit:
Am besten kamen sie mit der Yoga- und Fitness Matte von Tchibo zurecht.
Ebenfalls gut bewertet wurde die Decathlon-Matte. Hier gefiel vor allem die Dämpfung. Und obwohl sie relativ dick sei, habe sie einen „richtig guten Grip“, so Sabrina Schönen.
Im Mittelfeld landeten die Matten von Intersport und adidas. Negativ fiel Sabrina Schönen bei der adidas-Matte auf, dass sich schnell Abdrücke abzeichneten. adidas schreibt dazu auf Nachfrage:
Obwohl solche Abdrücke auftreten können, beeinträchtigen sie in der Regel weder die Leistung noch die Lebensdauer der Matte.
Die Lidl-Matte kam bei Trainern und Kursteilnehmern nicht gut an: Bei den Übungen sei sie verrutscht, und das Material habe sich stärker als bei der Konkurrenz verzogen.
Unterschiede im Labor: Nur eine Matte ist schadstofffrei
Im Prüf- und Forschungslabor in Pirmasens wurden die fünf Fitnessmatten zweimal untersucht. Einmal direkt nach dem Auspacken und noch einmal nach einer Woche "Auslüften".
Die Matte von Tchibo erwies sich dabei als schadstofffrei. Sie besteht als einzige der untersuchten Matten aus dem Kunststoff Ethylenvinylacetat. Die anderen Matten bestehen aus Gummi.
In allen Matten aus Gummi wurde Schwefelkohlenstoff nachgewiesen. Schwefelkohlenstoff ist als Nebenprodukt bei der Gummi-Vulkanisierung bekannt.
Der Stoff kann über die Lunge und die Haut aufgenommen werden und zu Vergiftungserscheinungen führen. Zumindest, wenn man ihm über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist.
Eine gesetzliche Höchstgrenze gibt es für Schwefelkohlenstoff in Fitnessmatten nicht.
Chemikerin Ines Anderie hält die Werte, die direkt nach dem Auspacken gemessen wurden, allerdings für recht hoch:
- adidas 57 mg/kg
- Decathlon 75 mg/kg
- Intersport 78 mg/kg
- Lidl 366 mg/kg
Nach einer Woche Auslüften hatten sich die Werte deutlich reduziert:
- adidas 11 mg/kg
- Decathlon 18 mg/kg
- Intersport 24 mg/kg
- Lidl 135 mg/kg
Dennoch meint Chemikerin Ines Anderie:
Der Befund, dass wir in diesen Gummimatten Schwefelkohlenstoff gefunden haben, hat mich schon etwas überrascht. Also normalerweise wird es nicht mehr standardmäßig eingesetzt in der Gummiproduktion. Und da wir aber durchaus noch gewisse Mengen nachweisen konnten, muss man hier sagen, dass man vielleicht auch mal schauen sollte, wie dort das Gummi produziert wird.
Auf Nachfrage schreibt adidas: "Die von Ihnen festgestellten Werte liegen deutlich unter internationalen vorgeschriebenen Grenzwerten."
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Auch Decathlon verweist auf die niedrigen Werte und schreibt: "Ein solches Restniveau ist konsistent mit geringen Spuren, die nach dem Herstellungsprozess und der anfänglichen Belüftung in Gummimaterialien verbleiben können. Es deutet nicht auf eine anhaltende Emission oder ein unnormales Verbleiben von Schwefelkohlenstoff hin. Sondern auf das Vorhandensein einer sehr geringen Restkonzentration im Material selbst."
In einer Matte – Crivit von Lidl – hat das Labor zudem MCCP, mittelkettige Chlorparaffine, gefunden.
MCCP werden als Weichmacher und Flammschutzmittel eingesetzt. Sie gelten als umweltgefährdend und möglicherweise gesundheitsschädlich.
Sie dürfen eingesetzt werden. Sie werden aber in der EU als "besonders besorgniserregende Stoffe" beobachtet.
Lidl verweist auf Nachfrage auf eigene Tests seines Lieferanten: "Die daraus resultierenden externen Testergebnisse zeigten keine oder nur minimale Auffälligkeiten hinsichtlich MCCP (Medium-Chain Chlorinated Paraffins) und liegen damit deutlich unter den von Ihnen gemessenen Werten. Unabhängig davon unterliegt MCCP derzeit keiner gesetzlichen Verwendungsbeschränkung."
Stellungnahmen zum Labortest Fitnessmatten
Fazit
Die Matte von Tchibo ging als klarer Testsieger aus unserer Stichprobe hervor – sowohl im Labor als auch in der Sporthalle.
Bei Fitnessmatten aus Gummi sollte man auf jeden Fall darauf achten, sie vor der ersten Benutzung lange auslüften zu lassen.