Die Stichprobe für den Test von Putenschnitzeln und Erzeugerbetrieben:
Bio-Produkte:
- Freiländer Bio Geflügel: Bio Putenschnitzel
- Edeka: Edeka Bio Putenschnitzel
- Rewe: Rewe Bio Putenbrust-Schnitzel
Konventionelle Produkte:
- Edeka: Edeka Gut & Günstig Putenschnitzel
- Kaufland: Purland Frische Putenschnitzel
- Netto Marken-Discount: Gut Ponholz Schnitzel aus Putenbrust-Filet
- Rewe: Wilhelm Brandenburg Putenschnitzel
- Aldi Nord: Meine Metzgerei Frische Putenschnitzel
- Aldi Süd: Meine Metzgerei Frische Putenschnitzel
- Plukon: Friki Putenschnitzel
- Südbayerische Fleischwaren: Putenschnitzel
- Lidl:Metzgerfrisch Frische Putenbrust-Schnitzel
- Rewe:Ja Putenschnitzel aus Brustfilet, frisch
- Mathilde Balzer: Gackerle Putenbrust-Schnitzel
Die schlechte Nachricht: Frisches Geflügelfleisch ist ein Bakterienherd
Das Fazit der Stiftung Warentest zu ihrem aktuellen Putenschnitzel-Test: Viele Proben waren mikrobiologisch auffällig. Es gab also zu viele Keime auf dem rohen Fleisch.
Besonders kritisch: Bio-Geflügel der Marke Freiländer. Die Belastung mit Verderbnis-Keimen war in deren getesteten Produkten so hoch, dass die Gesamtnote "mangelhaft" vergeben wurde.
Putenschnitzel von Edeka Bio sind das einzige Produkt im Test mit der Wertung insgesamt "gut".
Labortest Resistente Keime im Putenfleisch
Putenfleisch gilt als gesund - doch immer wieder werden multiresistente Keime gefunden. Wie groß ist das Problem? Wir machen den Check.
Hygiene in der Küche: Schutz vor Keimen
Keime finden sich auf frischem Fleisch zwar immer - nur zu viele dürfen es eben nicht werden. Eine penible Küchenhygiene ist beim Zubereiten also besonders wichtig. Dazu gehört:
- Fleisch nicht abwaschen, um die Keime nicht im Küchenbecken zu verteilen.
- Unterschiedliche Messer und Schneidebretter für rohes und gegartes Fleisch nutzen.
- Nach jedem Arbeitsschritt die Hände waschen.
- Benutztes Besteck, Brettchen und Tücher heiß reinigen.
- Das Fleisch vollständig durchgaren.
Bakterien und Schimmel in der Küche Wie hygienisch sind Schneidebretter aus Holz oder Plastik?
Ein Labortest zeigt: Viele Schneidebretter in der Küche aus Holz oder Plastik sind mit Keimen belastet. Welches Brett sich wofür eignet, was man bei der Reinigung beachten sollte.
Test zu Haltungsbedingungen und Umweltschutz
Neben der Keimbelastung hat die Stiftung Warentest auch geprüft, wie es den Tieren, die uns das Schnitzel liefern, geht - vom Stall bis zur Schlachtung. Dafür hat sie Unterlagen kontrolliert, Proben genommen und - wo möglich - auch Ställe besucht.
Dann hat sie bewertet, ob von den Unternehmen zugesagte Standards im Betrieb auch umgesetzt werden. Drei Dinge standen im Fokus:
- Das Engagement der Hersteller für Tierwohl,
- für Umweltschutz
- und die Arbeitsbedingungen im Schlachthof.
Gesamtergebnis Geflügelfleisch und Haltungsformen
An der Spitze des gesamten Tests stehen die Bio-Produkte von Aldi Süd sowie von dem Bio-Anbieter Freiländer, dessen Schnitzel im Test allerdings sehr keimbelastet waren.
Außerdem wurden die Bio-Schnitzel von Edeka und Rewe bewertet. Das Edeka-Putenschnitzel hat als einziger in beiden Tests - zu Keimen und zu Tierwohl - gut abgeschnitten.
Die gute Nachricht: Fleisch mit mehr Tierwohl muss nicht teuer sein
Was die Tierhaltung angeht, gibt es ein freiwilliges Siegel der Landwirtschaft, das man auf vielen Fleischprodukten findet. Es reicht von Stufe 1 bis 5. Stufe 5 ist Bioqualität.
Die Tester geben an: Wer sein Gewissen pflegen möchte, muss nicht unbedingt zu dem oft teureren Biofleisch greifen. Fleisch der Haltungsstufe 3 kostet kaum mehr als die Massenware, macht für die Tiere aber einen Unterschied.
Die Puten haben mehr Platz im Stall, sie dürfen jederzeit in einen Außenklimabereich gehen. Das ist ein Anbau an den Stall, wo frische Luft ist, wo die Temperaturen von draußen herrschen und die Tiere durch einen Draht nach draußen gucken können. Sie haben mehr Beschäftigungsmaterial wie Stroh und Picksteine. Das ist wichtig, weil die Pute einen Picktrieb hat: Sie verletzt dann nicht andere Tiere, sondern beschäftigt sich anderweitig.
Das macht dann auch das schmerzhafte Schnabelkürzen bei den Küken überflüssig - was in der Bio-Haltung schon verboten ist.
Mehr Tierwohl muss also nicht teuer sein - so die Stiftung Warentest. Noch ist die Haltungsstufe 3 im Handel allerdings selten zu finden. Die Betriebe klagen über lange Genehmigungsverfahren für den Stallumbau.