Die Produkte in unserem Test:
- Mövenpick „Pistazie Vanille“ für 0,47 Euro pro 100 Milliliter
- Cremissimo „Pistazie Vanille“ für 0,48 Euro pro 100 Milliliter
- Rewe Feine Welt „Pistazieneiscreme“ für 0,62 Euro pro 100 Milliliter
- Mälzer und Fu „Pistachio White Choc“ für 1,30 Euro pro 100 Milliliter
- Schrozberger Milchbauern Pistazien Eis (Bio) für 1,40 Euro pro 100 Milliliter
Aflatoxine in Pistazien?
Pistazien sind anfällig für Schimmel. Durch ihn kann sich das Schimmelpilzgift Aflatoxin bilden.
„Aflatoxine stehen im Verdacht, leberschädigend zu sein und auch Leberkrebs zu verursachen. Und deshalb will man sie natürlich nur in sehr geringen bis gar keinen Konzentrationen in seinen Lebensmitteln haben“, sagt Lebensmittelchemikerin Monika Dust.
Der Höchstgehalt für Aflatoxin B1 – die bei weitem giftigste Verbindung – beträgt für Pistazien 8,0 µg/kg.
Unsere Laboranalyse hat ergeben: Vier Produkte enthalten kein Aflatoxin. Nur im Cremissimo-Eis konnte das Labor Spuren finden.
„Wenn man das zurückrechnet auf den Gehalt an Pistazien im Eis, kommt man aber zu dem Schluss, dass es weit unterhalb der EU-Höchstmengen liegt und somit in Ordnung ist“, sagt Monik Dust.
Unterschiedlicher Gehalt an Pistazien im Eis
Der Anteil an Pistazien unterscheidet sich zwischen den Produkten stark. Das Mövenpick-Eis enthält nur 2,3 Prozent, das Rewe-Eis 4 Prozent, Cremissimo 6,5 Prozent - zum größten Teil als Pistazienstücke. Das Eis von Mälzer&Fu enthält 8,6 Prozent Pistazien. Am meisten stecken im Bio-Eis der Schrozberger Milchbauern: 9 Prozent.
Mövenpick-Hersteller Froneri setzt als Einziger sogenannte natürliche Aromen zu, um den Pistaziengeschmack zu verstärken.
Wie kommt die Farbe ins Eis?
Cremissimo und Mövenpick enthalten Farbstoffe bzw. färbende Extrakte aus Pflanzen und der Spirulina-Alge. So ist das Eis trotz wenig Pistazie kräftig grünlich.
Die anderen drei Produkte sind nicht gefärbt.
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Entscheidend: das verwendete Fett
Ein wichtiges Qualitätsmerkmal bei Eis ist das Fett. Die drei Produkte von Rewe, Mälzer&Fu und Schrozberger Milchbauern enthalten ausschließlich Milchfett, zum Beispiel Sahne oder Butterreinfett. Sie dürfen sich deshalb Eiscreme bzw. Eis nennen. Das regeln die Leitsätze für Speiseeis.
Cremissimo und Mövenpick enthalten zwar Milch, die ist aber entrahmt und deshalb quasi fettfrei. Stattdessen setzen sie auf Kokosfett.
Lebensmitteltechnologe Kay Schumacher weiß, warum. Er erklärt: „Kokosfett ist deutlich günstiger als Milchfett und wird deswegen eingesetzt. Und zusätzlich hat es ein angenehmes Schmelzverhalten im Mund.“
Kokosfett in der Kritik
Kokosfett wird jedoch auch kritisch gesehen. „Zum einen enthält Kokosfett gesättigte Fettsäuren, die per se als ungesund gelten. Und zum anderen wird Kokosfett genauso wie Palmöl in tropischen Ländern angebaut. Und im Gegensatz zu Palmöl ist Kokos noch nicht im Fokus der Nachhaltigkeit", sagt Schumacher.
Cremissimo-Hersteller Unilever räumt auf seiner Website ein, dass es „noch kein ausreichendes Angebot für nachhaltig erzeugtes oder zertifiziertes Kokosfett“ gebe. Auf Nachfrage schreibt man uns, man engagiere sich aber, „…um die Nachhaltigkeit des Kokosnussanbaus zu fördern.“
Mövenpick äußert sich zum Thema Kokosfett und Nachhaltigkeit uns gegenüber nicht.
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Viel teure Luft im Eis
Einen großen Unterschied gibt es bei der Konsistenz des Eises. Cremissimo und Mövenpick sind auch im gefrorenen Zustand relativ weich und vor allem luftig. Ein Beispiel: 850 Milliliter vom Mövenpick-Eis wiegen fast nur die Hälfte - 430 Gramm.
Kay Schumacher erklärt, wie den Herstellern das gelingt: „Sie setzen Stabilisatoren ein, die der schaumigen Eismasse Stabilität verleihen, damit sie diese Fluffigkeit halten können."
Bezahlt man als Kunde also für Luft? Die deutsche Fertigpackungsverordnung legt fest, dass der Preis für Eis im Handel nach Volumen, also Millilitern, angegeben werden muss.
Würde er stattdessen nach Gewicht, also Gramm, berechnet werden, wäre das Mövenpick-Eis wegen der enthaltenen Luft plötzlich doppelt so teuer. Das Eis von Mälzer&Fu mit wenig Luftaufschlag bliebe im Preis dagegen fast gleich.
Die Vorgabe, dass der Eis-Preis nach Volumen angegeben wird, ärgert viele Verbraucher. Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg sagt: „Dagegen haben wir schon viele Jahre Opposition betrieben. Luftnummern werden hier bevorzugt.“
Aber auch die neue Fertigpackungsverordnung lässt diesen Missstand wieder zu, dass Eis nur günstig erscheint.
Drei Produkte schmecken am besten
Eismacherin Katrin Kerkhoff hat die Produkte für uns verkostet. Cremissimo und Mövenpick sagten ihr nicht zu.
„Vom Pistazien-Geschmack kommt dann wenig rüber, die Konsistenz ist sehr luftig und fast pappig“, sagte sie zu Cremissimo. Das Mundgefühl vom Mövenpick-Eis beschrieb sie ebenfalls als schaumig, den Geschmack aber etwas intensiver.
Mövenpick schreibt dazu, man wolle mit dem Produkt „…den cremigen Geschmack von Vanille und authentischer, leicht salziger Pistazie erreichen.“ Cremissimo hat sich zum Geschmack nicht geäußert.
Die drei Produkte im Becher gefielen ihr deutlich besser. „Bei Rewe kommt schon mal deutlicher ein natürlicher Pistaziengeschmack rüber“, sagt sie.
Am besten gefielen ihr Mälzer&Fu und das Bio-Eis der Schrozberger Milchbauern. „Das Mälzer-Eis bietet mehr Fülle im Mund. Und auch der Pistaziengeschmack ist noch einmal deutlich intensiver.“
Ähnlich ging es ihr mit dem Bio-Eis. Die Expertin erklärt: „Da schmeckt man den hohen Pistazienanteil.“