Auch wenn sich aktuell viel mehr Menschen nach Abkühlung sehnen: Der Sommer ist eine gute Zeit, um eine neue Heizung einzubauen. Denn bei einem Heizungstausch muss man oft eine Zeitlang auf Wärme verzichten, was im Sommer deutlich leichter fällt.
In Regionen ohne Anschluss ans Nah- oder Fernwärmenetz beschäftigen sich viele Hausbesitzer mit einer Wärmepumpe. Allerdings gibt es teilweise dramatische Unterschiede bei den Angeboten, die Interessenten einer solchen Heizung von Fachfirmen bekommen. Das hat der "Wärmepumpen-Angebots-Check" der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ergeben. Das Beratungsangebot soll es bald bundesweit geben.
- Wie groß sind die Preisunterschiede?
- Welche Preisunterschiede sind gerechtfertigt?
- Wie unterscheiden sich die Angebote in der Qualität?
- Worauf können Verbraucherinnen und Verbraucher achten?
- Wer berät zum Thema Wärmepumpenangebote?
Wie groß sind die Preisunterschiede?
Die sind erheblich: Das günstigste ausgewertete Angebot für den Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus lag bei rund 20.000 Euro. Das teuerste kostete mehr als dreimal so viel: rund 63.000 Euro. Der Mittelwert lag bei 36.300 Euro.
Welche Preisunterschiede sind gerechtfertigt?
Eine gewisse Spannbreite ist normal, weil die Bestandsgebäude unterschiedlich sind und sich damit auch der Aufwand für die Firmen unterscheidet. Aber: Dreimal so viel für das Teuerste im Vergleich zum günstigsten Angebot - das ist laut Verbraucherzentrale nicht mit solchen Unterschieden zu rechtfertigen. Was genau dahintersteckt, ist unklar.
Die Verbraucherschützer glauben, vielen Installateuren in Deutschland fehlt Erfahrung beim Thema Wärmepumpe. Im Zweifel planen sie mit mehr Personal auf der Baustelle, was höhere Lohnkosten bedeutet. Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist zuletzt außerdem wieder gestiegen, dazu gibt es hohe Zuschüsse. Auch dass könnte ein Grund sein, warum einige Firmen teure Angebote machen.
Wie unterscheiden sich die Angebote in der Qualität?
Teuer heißt nicht mal automatisch "gut". Den Verbraucherschützern zufolge waren die teuersten Angebote nicht vollständig: Angebote sollten zum Beispiel auch das Fundament der Wärmepumpe enthalten - dieses fehlte aber in fast der Hälfte der 160 analysierten Angebote aus Rheinland-Pfalz.
Auch dass die Firma den hydraulischen Abgleich übernimmt, für eine möglichst effiziente Einrichtung der Heizanlage, war nicht selbstverständlich. Dieser ist aber wichtig, damit für die neue Heizung Förderzuschüsse beantragt werden können. Nur bei einem Viertel der analysierten Angebote haben die Energiefachleute der VZ gesagt: Es sind alle wichtigen Punkte enthalten.
Worauf können Verbraucherinnen und Verbraucher achten?
Interessenten für eine Wärmepumpe sollten sich mehrere Angebote einholen und die Unterlagen der Fachfirmen genau prüfen. Sieben Punkte sollten unbedingt angesprochen sein:
- hydraulischer Abgleich
- Fundament
- Warmwasser
- Pufferspeicher
- Lohn- und Montagekosten
- Kosten für die Elektroinstallation
- Austausch der Heizkörper
Allerdings: Diese Informationen sind teilweise nicht leicht zu finden. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat mehr als 30 Seiten lange Angebote gesehen.
Wer berät zum Thema Wärmepumpenangebote?
Wer sich unsicher ist, kann mit den Schreiben der Fachfirmen zur Energieberatung gehen oder direkt zu den Verbraucherzentralen. Den Wärmepumpen-Angebots-Check, gibt es bisher zwar nur in Rheinland-Pfalz. Ab dem Sommer wollen aber alle Verbraucherzentralen in Deutschland den Service anbieten.