Europäische PayPal-Konkurrenz

Bezahlapp Wero startet im Onlinehandel

Die europäische Zahlungsapp Wero wird bald verstärkt im Onlinehandel angeboten. Auch Unternehmen aus dem Südwesten wie Lidl und Hornbach sind dabei. Alles Wichtige im Überblick.

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Von Autor/in Christoph Mautes

Wero möchte dem US-amerikanischen Marktführer Paypal in Europa Konkurrenz machen. Der Zahlungsdienstleister geht auf den Zusammenschluss mehrerer großer europäischer Banken zurück.

Die European Payments Initiative (EPI) hat jetzt die neue E-Commerce-Funktion von Wero in Deutschland gestartet. Damit können Verbraucherinnen und Verbraucher bei ersten Händlern online mit Wero bezahlen.

Wero startet in fünf EU-Ländern - auch in Deutschland

Bisher ist Wero in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Luxemburg verfügbar. Die App bietet ähnlich wie der US-Konkurrent Paypal mobile Zahlungen von Mensch zu Mensch an.

Schon bald soll das auch etwa in den Online-Shops von Lidl, Hornbach, Decathlon oder Rossmann möglich sein. Ähnlich wie bei Kreditkarten, Klarna oder PayPal kann Wero dann beim Shopping im Internet zum Bezahlen verwendet werden.

Erst vor einigen Wochen hatte mit Eventim der erste Onlinehändler Wero als Bezahloption aufgenommen. Weitere Händler sollen folgen.

Unternehmen im Südwesten bieten Zahlung mit Wero an

Die Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm in Baden-Württemberg wird künftig mit Wero zusammenarbeiten. Dazu gehören unter anderem die Handelsketten Lidl und Kaufland, bei denen man künftig online mit Wero bezahlen kann.

Auch die Hornbach Baumarkt AG aus Bornheim in Rheinland-Pfalz hat sich mit dem Zahlungsdienstleister zusammengeschlossen.

Viele weitere europäische Unternehmen und Händler haben angekündigt, Wero einzuführen. Beispielsweise stehen Cewe, Cineplex, Air Europa, Veepee, Baur, Käfer, Zooplus und Dott bereits in den Startlöchern.

Wero bei immer mehr Banken verfügbar

Bislang können Kunden von Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken in Onlineshops mit Wero zahlen. Die Postbank und die Deutsche Bank sollen bald folgen. Anschließend sollen die Kunden der ING und der Neobank Revolut freigeschaltet werden.

Bisher leidet die europäische Bezahllösung vor allem darunter, dass man im Laden an der Kasse nicht mit Wero bezahlen kann. Wero will im kommenden Jahr aber auch im stationären Handel an den ersten Kassen als Bezahloption verfügbar sein. Losgehen könnte es damit im Sommer 2026.

Gute Markt-Aussichten für Wero

Insgesamt hat Wero nach eigenen Angaben bereits 46 Millionen Kunden, 3 Millionen davon in Deutschland. In einer Online-Umfrage des EPI European Payment Barometer kam heraus, dass mobile Zahlungsapps in Deutschland verbreiteter sind als in anderen europäischen Märkten.

Ungefähr ein Drittel der Deutschen nutzt laut der Umfrage mobile Apps, um im stationären Handel zu zahlen. Fast die Hälfte sei grundsätzlich offen dafür. Vor allem eine einfache und sichere Bedienung sei den deutschen Konsumenten laut der Umfrage besonders wichtig.

Die Konkurrenz für Wero ist groß. Paypal, Visa und Mastercard oder auch Apple Pay haben bereits eine hohe Nutzerzahl. Als Vorbild für den europäischen Dienst wird oft die schweizer Bezahlapp Twint herangezogen: Sie ist in der Alpenrepublik sehr erfolgreich.

Zahlungsdienstleister stehen und fallen mit ihrem Netzwerk: Je mehr Unternehmen und Kunden mitmachen, desto höher die Erfolgsaussichten. Der Aufsichtsratsvorsitzende von EPI, Joachim Schmalzl, macht auf einem Event in Frankfurt die Zukunftsvision der Zahlungsapp klar: "Wero ist gekommen, um zu bleiben."

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Marcel Fehr
Marcel Fehr auf der CMT
Autor/in
Christoph Mautes

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