Wer aktuell seine PayPal-App öffnet, wird meist wohl gefragt, ob kontaktloses Bezahlen als neuer Service eingerichtet werden soll. Die App lenkt einen auch sofort zu den Einstellungen auf seinem Handy. Dort könnte man PayPal als "Standard-App für kontaktlose Transaktionen" ankreuzen. Der US-amerikanische Finanzdienstleister macht es einem kinderleicht. Europäische Wettbewerber gebe es kaum, bemängeln Verbraucherschützer. Eine Besonderheit auch: Das Angebot funktioniert sogar für Apple-Kunden. Sie waren bislang auf Apple Pay angewiesen.
- Wie funktioniert das kontaktlose Bezahlangebot genau?
- Was genau kann die neue Bezahlmethode?
- Warum wollte PayPal unbedingt kontaktlos bezahlen anbieten?
- Wird es weitere Alternativen zu PayPal geben?
Wie funktioniert das kontaktlose Bezahlen genau?
Erst mal muss man sich natürlich bei PayPal registrieren und ein Bank-Konto hinterlegen. Das haben sehr viele in Deutschland längst. Für die ist es dann einfach: Oben in der App gibt es seit dem Update ein schwarzes Feld, in dem "bezahlen" steht. Da klickt man drauf, kann das mit ein paar Klicks einrichten und loslegen.
Das funktioniert notfalls auch, wenn man an der Kasse steht und merkt: Man hat sonst nichts dabei. Das Handy wird dann, wie eine Bezahlkarte auch, ans Terminal gehalten und das Geld wird vom hinterlegten Konto abgebucht.
Akzeptiert wird diese Bezahlmethode überall dort, wo eine Mastercard-Kreditkarte auch geht. Dies ist deutschlandweit bei fast allen Supermärkten und vielen Einzelhändlern der Fall.
Kontaktloses Bezahlen – so funktioniert es und Tipps zur Nutzung
Kontaktloses Bezahlen ist inzwischen mit Karten, dem Handy oder auch der Smartwatch möglich. Tipps, wie das bargeldlose Einkaufen funktioniert und was es zu beachten gibt.
Was kann die neue Bezahlmethode von PayPal?
Sie funktioniert auch auf Apple-Geräten. Bis vor wenigen Wochen hatte sich der Konzern geweigert, andere Anbieter auf iPhones Zahlungen vornehmen zu lassen. Auf Druck der EU wurde das geändert und PayPal ging schnell an den Start.
Im Grunde kann die neue PayPal-Bezahlfunktion aber fast nichts, was andere nicht auch könnten. Bequemlichkeit ist da wohl der größte Vorteil. Die Hürden sind wirklich klein für die, die PayPal schon nutzen.
Es gibt eine Ratenzahlungs-Funktion. Da kann man Beträge über 100 Euro auf drei, sechs oder zwölf Monate abstottern. Dafür zahlt man allerdings entsprechend hohe Kreditzinsen.
Im Selbstversuch ist mir aufgefallen, dass ohne Internetverbindung erst mal nichts geht. Ich kam gar nicht in die App rein und musste dann doch wieder die Girocard aus dem Geldbeutel holen. Das können andere Anbieter längst besser. Beispielsweise bei Google oder Apple klappt das Bezahlen zeitweilig auch ohne Internetempfang. Gut möglich, dass PayPal hier absehbar nachjustiert.
Warum macht PayPal das?
Der US-amerikanische Zahlungsdienstleister PayPal drängt mit einer gewaltigen Marktmacht in den Bereich kontaktlose Zahlung ein. Nach Unternehmensangaben hat PayPal in Deutschland über 30 Millionen aktive Nutzer. Wenn man es diesen Millionen Menschen leicht macht, diesen Service zu nutzen, dann hat man auch schnell große Nutzerzahlen an Supermarkt-Kassen, hofft das Unternehmen.
Bei kontaktlosem Bezahlen wird für jeden Zahlungsvorgang für den Händler eine Gebühr fällig. Davon wird sich PayPal sicherlich eine Scheibe abschneiden. Dazu kommen die Kreditzinsen von den Ratenzahlungen. Außerdem sammelt der Konzern damit natürlich noch mehr Daten über das Einkaufsverhalten der Nutzer und verkauft die zu Werbezwecken weiter.
Wird es weitere Alternativen zu PayPal geben?
Für Android-Nutzer gibt es schon etliche - etwa auch von der Sparkasse. Bei iPhones ist die Möglichkeit relativ neu. Es haben aber auch schon einige Anbieter angekündigt, dass sie jetzt nachziehen wollen. Darunter zum Beispiel die norwegische Bezahl-App Vipps sowie die Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland.
Das mobile Zahlen per Smartphone wird ohnehin immer beliebter bei den Deutschen. In Umfragen geben 20 bis 30 Prozent der Menschen inzwischen an, dass sie diese Art zu zahlen nutzen.