Mal kurz weg für ein paar Tage oder tatsächlich etwas länger im Urlaub: Wer kümmert sich dann um Balkon- oder Zimmerpflanzen, Beete, Blumentöpfe und Pflanzkübel, wenn nicht unbedingt der Nachbar beauftragt werden soll?
Dafür gibt es unterschiedliche Bewässerungssysteme - mal etwas günstiger, mal etwas teurer. Manche unterstützt von kleinen Solarmodulen oder gesteuert per App auf dem Handy. Doch welche lassen die Pflanzen gut überleben?
Bewässerung für Topfpflanzen auf Balkon und Terrasse
Wenn die Sonne strahlt und niemand zuhause ist, heißt es: Sonnenblumen, Petunien und Fleißige Lieschen müssen überleben. Die ARD Verbraucher-Redaktion hat drei Bewässerungssysteme für Topfpflanzen ausprobiert:
- ein Solar-Bewässerungssystem von AnseTo - gekauft für 39,99 Euro
- Rainpoint mit App-Steuerung - für 47,51 Euro
- und am teuersten: Gardena City Gardening - für 71,47 Euro
Eine Menge Einzelteile gehören zu den einzelnen Produkten: Pumpen, Tropfspieße, Schaltventile, Schläuche, Filter, Verbindungsstücke und so weiter.
Alle drei Bewässerungssysteme werden nicht an den Wasserhahn angeschlossen. Stattdessen werden Gefäße verwendet, die mit Wasser gefüllt werden können – zum Beispiel Eimer.
So viele Blumentöpfe können bewässert werden
36 Pflanzen lassen sich mit dem Gardena-System bewässern. Entsprechend viele Tropfspieße sind in der Verpackung. Im Vergleich zu den anderen Modellen ist hier ist der Schlauch am längsten.
AnseTo-Solar bietet 15 Tropfspieße. Beim Rain-Point-App-Modell sind es zehn.
Bewässerungssystem mit App
Bevor es richtig losgeht, muss bei Rainpoint zuerst die App für die Steuerung installiert und mit dem heimischen WLAN verbunden werden. Dazu sollen Nutzer das 2,4 GHz WLAN-Netzwerk auswählen – üblicherweise die Standardeinstellung.
Die richtige WLAN-Frequenz ist dabei nur über den Router ansteuerbar, nicht unbedingt über Smartphone oder App.
Die Wasserschläuche anbringen – wichtige Tipps
Um die Anti-Siphon-Teile richtig in den Schlauch schieben zu können, sollte man diesen vorher in heißes Wasser legen oder mit Öl einschmieren, steht in der Anleitung. Wir prüfen das und tatsächlich: So lassen sich die Schläuche geschmeidig anschließen.
Wichtig bei allen Systemen: Die Pumpen dürfen nicht viel tiefer stehen als die Blumentöpfe, sonst klappt der Wassertransport nicht. Dann die benötigten Schlauchlängen abmessen, zurechtschneiden, mit Abzweigern und Tropfspießen verbinden und in die Blumenerde der Töpfe stecken.
Blumen bewässern mit Solarenergie
Das AnseTo-Solarmodell hat neben dem Wasserfilter noch einen speziellen Wasserstands-Sensor. Ein einfacher Controller steuert die Bewässerung per App.
Am Controller muss die Bewässerungshäufigkeit und -dauer eingestellt werden – zum Beispiel: Wässern für 15 Minuten alle zwölf Stunden. Ein Solarpanel liefert die umweltfreundliche Energie für das System, also unabhängig von einem Stromanschluss.
Tipp vom Technik-Experten Andreas Reinhardt: Auf die Größe des Akkus achten und mit anderen Modellen vergleichen - da gibt es Unterschiede in der Leistung.
Töpfe wässern mithilfe von Strom
Das Gardena City Gardening-System arbeitet ohne Apps und Steuerung, braucht aber einen Stromanschluss in der Nähe.
Hier gibt es drei Tropfverteiler, die verschieden stark Wasser durchlassen - für Pflanzen mit geringem Wasserbedarf, für mittleren und hohen Wasserbedarf. Entsprechend werden die Schläuche mit den Tropfverteilern verbunden.
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Nach dem Urlaub: Welches System für Töpfe wässert am besten?
Das Solar-Bewässerungssystem hat es etwas zu gut gemeint mit der Bewässerung: sechs Liter in drei Tagen. Nachdem die Durchflussmenge nachjustiert und verringert wurde, passte sich das Ergebnis an. Der Wasserverbrauch der anderen beiden Systeme war deutlich geringer.
Fazit: Alle drei Bewässerungssysteme haben im Versuch der SWR Marktcheck-Redaktion gut funktioniert. Der nächste Urlaub kann geplant werden.
Bewässerung für den Garten - nicht nur im Urlaub
Verlässlich und effektiv für die Bewässerung des ganzen Gartens während der Abwesenheit: Wenn die Möglichkeit besteht, die Bewässerung über einen Wasserhahn laufen lassen. Ein professionell eingebautes Tropfbewässerungssystem sorgt vor allem über die heißen Sommermonate regelmäßig und verlässlich für die nötige Feuchtigkeit für alle Pflanzen.
Dabei soll das Wasser an den richtigen Stellen am Schlauch austreten - am besten in der Nähe der Wurzel. Das Verlegen der Schläuche im Beet ist relativ einfach. Fixiert werden sie mit kleinen Erdspießen.
Tropfbewässerung: Besonderheiten bei den Schläuchen
Entscheidend ist das spezielle Innenleben der Schläuche. In ihnen stecken Verwirbelungsplatten oder Labyrinth-Platten - feine Kanäle, durch die sich das Wasser winden muss. Hier wird die natürliche Fließbewegung des Wassers genutzt. Staudengärtner Jascha Striegel erklärt: „Das hat den Vorteil - wenn ich am Anfang des Systems den meisten Druck habe - solange das System komplett mit Wasser gefüllt ist, kommt an allen Stellen genau gleich viel Wasser raus.“
Gesteuert wird die Bewässerungsanlage über eine Handy-App. Damit können je nach Jahreszeit oder Wetterlage die Intervalle für die Gartenbewässerung angepasst werden. Der Staudengärtner empiehlt: „Wenn alles mal ausgetrieben ist und die Temperaturen gestiegen sind, dann bleiben wir bei dem täglichen Bewässern, aber gehen bei der Laufzeit auf die halbe Stunde hoch.“
Wartung und Kontrolle der Tropfbewässerung
Die Tröpfchenbewässerung muss kontrolliert und gewartet werden. Nach dem Winter etwa könnten die Schläuche beschädigt sein und sollten kontrolliert werden. Marder und Nagetiere könnten darauf kauen.
Auch die Schraubverbindungen sollten geprüft werden, ob sie noch dicht sind.
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Trogbewässerung für Kübel und Töpfe
Sollen größere Töpfe im Garten oder Vorgarten mit Wasser versorgt werden, kann auch eine Trog-Bewässerungsanlage eine passende Lösung sein. Dazu werden je nach Bedarf Abzweigungen an den vorhandenen Schlauch angebaut. Zulaufschläuche und Tropfspieße versorgen die einzelnen Töpfe.
Experte Jascha Striegel sagt: „Wir haben hier verschiedene Spieße. Die sind druckmindernd. Die sind angepasst, wieviel Wasser pro Stunde draufkommt.“ Zum Beispiel acht Liter pro Stunde für große Pflanzgefäße oder für kleinere Töpfe vier Liter pro Stunde.
Die Trogbewässerung läuft parallel mit der Tröpfchenbewässerung - sobald die Tröpfchenbewässerung läuft, liefern auch die Tropfspieße Wasser für alle Pflanzen.
Tipp vom Technik-Experten Andreas Reinhardt: Wie viel Wasserdruck der eigene Außenwasseranschluss hat und ob er für eine Tropfbewässerung reicht, muss man ausprobieren. Profis können das mit Instrumenten testen. Möglicherweise ist es notwendig, den Druckminderer am Wasserfilter im Haus nachzujustieren.
Wann kann man Regenwasser zum Bewässern verwenden?
Ein Tröpfchenbewässerung mit Schläuchen braucht wegen der feinen Wasserkanäle in den Tropfschläuchen unbedingt sauberes Wasser, also Trinkwasser.
Bei einem System mit Wasserbehältern oder Eimern kann man auch Regenwasser verwenden, weil hier die Schläuche bei Bedarf auch gereinigt werden können.