Gut zu wissen

So sparen Sie richtig!: Mit diesen Tipps machen Sie mehr aus Ihrem Geld

Sparen - macht das heute noch Sinn? Auf jeden Fall. Auf die richtige Strategie kommt es an. Hier einige Tipps, wie Sie die Grundlage für ein Vermögen legen können.

Teilen

Stand

Von Autor/in Rainer Thienel

1. Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not

Bevor man Geld in langfristige Investments steckt, sollte man erstmal ein Grundpolster als Notreserve anlegen. Dazu eignet sich ein Tagesgeldkonto. Das Geld ist jederzeit problemlos verfügbar, wenn die Waschmaschine kaputt geht oder das Auto in die Reparatur muss. Drei Monatsgehälter sind eine gute Orientierung für eine sinnvolle Notreserve.

2. Richtig sparen - mit der Vier-Punkte-Strategie

Geld sparen
Adobe Stock

Hier eine Strategie, mit der das Sparen leichter fällt.

Schritt 1: Clevere Sparer legen erstmal einen Hunderter am Monatsanfang auf dem Tagesgeldkonto zur Seite. Dann gehen Sie sparsam den Monat durch, und am Monatsende wird das Übriggebliebene wieder aufs Tagesgeldkonto überwiesen, damit es nicht sinnlos ausgegeben wird. Mit diesem Polster werden Sie nie wieder in den Dispo müssen - und das spart enorm Zinsen.

Schritt 2: Verträge durchforsten. Viele Verträge und Abonnements brauchen wir nicht mehr, oder es gibt günstigere Anbieter. Daher: Alle Verträge müssen auf den Prüfstand. Jede Woche einer: Strom, Gas, Handy, Konto, KFZ Versicherung. Nach erfolgreichem Wechsel gibt es ein Glas Wein mit dem Partner oder der Partnerin.

Schritt 3: Ratenkredite mit hohen Zinsen können oft problemlos zu günstigeren Konditionen umgeschuldet oder zu einem größeren Kredit mit niedrigeren Zinsen zusammengefasst werden. Auch das spart jeden Monat Geld.

Schritt 4: Wenn dann noch Geld übrig ist, sollte man an den langfristigen Vermögensaufbau denken. Dazu eignen sich Aktienfonds, ETFs oder auch gemischte Fonds, die auch in risikoärmere Anleihen investieren.

3. Wieviel sollte ich sparen?

Das ist natürlich höchst individuell. Aber vor lauter Sparen sollte man auch nicht das Leben vergessen. Eine gute Orientierung bietet die 50-30-20-Formel. 50% des Einkommens für den Lebensunterhalt wie Wohnung und Essen, 30% für persönliche Bedürfnisse und 20% für Schuldenabbau oder Sparen.

4. Wie erziele ich Rendite?

Geld sparen
Adobe Stock

Grundsätzlich gilt: Rendite erkauft man sich an der Börse meist durch Risiko. Je höher das Risiko ist, desto höher sind meist auch die Renditechancen. Allerdings hat sich gezeigt, dass langfristig breit gestreute Aktienfonds quasi immer auf der Gewinnerseite waren. In der Vergangenheit brachten diese im Schnitt - gemessen am international breitesten Aktienindex MSCI World Index - 8-9% Rendite durchschnittlich je Jahr. Es kann aber jederzeit auch mal kräftig nach unten gehen, wenn eine Krise entsteht, wie die Finanzkrise 2008, die Euro-Krise oder Corona. Da sind schnell mal 30% Minus und mehr drin. Aber bisher ging es danach immer genauso schnell wieder bergauf. Wer also in der Krise keine Panik bekommen hat und nicht verkauft hat, war immer auf der Gewinnerseite. Aber man braucht im Zweifel auch mal den langen Atem, eine Krise durchzustehen, ohne in Panik zu verkaufen. Kurzfristig kann keiner sagen, wohin die Kurse gehen. Also bitte kein Geld in Aktien investieren, das Sie im nächsten Jahr brauchen, weil Sie ein Auto oder eine neue Küche kaufen wollen. Der Anlagezeitraum sollte auf mindestens 10 Jahre ausgerichtet sein.

5. Wie minimiere ich Risiken?

Wie gesagt: Ohne Risiko ist meist auch die Rendite gering. Allerdings lässt sich das Risiko minimieren, indem man auf möglichst breit gestreute Aktienfonds oder ETFs setzt. Investiert ein Fonds in sehr viele Werte gleichzeitig und am besten noch in vielen verschiedenen Ländern, verringert sich das Risiko. Außerdem gibt es Fonds, die auch in weniger risikoreiche Anlagen wie Anleihen investieren. Dadurch reduziert sich meist aber auch die Renditeerwartung. Aber wenn der ganze Markt in die falsche Richtung läuft, kann sich dem meist auch ein guter Fonds nicht entziehen. Auch hier ist das langfristige Investment daher entscheidend für den Anlageerfolg.

6. Sollte sich mein Anlageverhalten im Laufe des Lebens ändern?

Je länger ich Zeit habe, eine Investition liegen zu lassen, umso höher kann der Aktienanteil sein. Wenn ich im Alter Geld brauche, weil die gesetzliche Rente nicht ausreicht, sollte ich sukzessive den Aktienanteil reduzieren. Dabei hat sich die Faustformel "100 minus Lebensalter" für den Aktienanteil bewährt. Wenn ich 75 Jahre alt bin, kann ich also immer noch 25% meines Vermögens in Aktien investieren, sollte aber 75% in Form von Tagesgeld oder festverzinslichen Anlagen mit kurzer Laufzeit investiert haben, um auf dieses Geld bei Bedarf zugreifen zu können.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Rainer Thienel