Die vier wichtigsten Erkenntnisse vorab
- Teuer ist nicht automatisch besser: Günstige Produkte reinigen oft genauso gut wie Markenprodukte, entscheidend ist die richtige Anwendung.
- Multitabs sind bequem, aber nicht immer optimal: Pulver oder Monotabs in Kombination mit Salz und Klarspüler sind oft flexibler, sparsamer und nachhaltiger.
- Salz und Klarspüler sind wichtige Technik-Helfer: Sie verbessern das Spülergebnis, schützen die Maschine und sparen langfristig Energie und Reinigungsmittel.
- Eine saubere Spülmaschine spült besser: Regelmäßige Pflege der Maschine erhöht die Reinigungsleistung und verlängert ihre Lebensdauer.
Tabs oder Pulver?
Tabs enthalten eine fest vorgegebene Menge an Reinigungsmitteln. Besonders Multitabs (All-in-One-Tabs) kombinieren mehrere Funktionen:
- Reiniger
- Bleichmittel gegen Tee- und Kaffeeränder
- Enzyme gegen Stärke, Eiweiß und Fett
- oft Zusätze für Glanz, Trocknung und Silberschutz
Vorteil: bequem, einfach in der Anwendung
Nachteil: keine Anpassung der Dosierung möglich. Auch bei wenig verschmutztem Geschirr wird immer die volle Menge eingesetzt.
Spülmaschinenpulver erfüllt die eigentliche Reinigungsaufgabe, enthält aber keine zusätzlichen Trocknungs- oder Enthärtungsstoffe.
Vorteile:
- Dosierung lässt sich an den Verschmutzungsgrad anpassen
- oft günstiger
- meist weniger Inhaltsstoffe
- gleiche Reinigungsleistung wie Tabs
Wichtig: Pulver wird in der Regel mit Spülmaschinensalz und Klarspüler kombiniert.
Wozu brauchen wir Salz und Klarspüler?
Spülmaschinensalz regeneriert den Wasserenthärter der Maschine. Dieser verhindert Kalkablagerungen, die sonst:
- die Reinigungsleistung verschlechtern
- Gläser stumpf machen
- die Maschine schädigen
Besonders bei hartem Wasser ist Salz unverzichtbar. Die Wasserhärte kann man beim örtlichen Wasserversorger erfragen. Wichtig ist außerdem, die Wasserhärte in der Maschine korrekt einzustellen.
Klarspüler senkt die Oberflächenspannung des Wassers. Dadurch:
- läuft Wasser besser vom Geschirr ab
- trocknet das Geschirr schneller
- entstehen weniger Wasserflecken
Zu wenig Klarspüler: matte Gläser, Tropfen
Zu viel Klarspüler: Schlieren oder schmieriger Film
Auch hier gilt: richtig dosieren spart Mittel und schont die Umwelt.
Multitabs sind praktisch, aber mit Einschränkungen
Multitabs enthalten oft Salz- und Klarspülerersatzstoffe. Das funktioniert bis zu einer bestimmten Wasserhärte, meist bis etwa 21 °dH. Bei härterem Wasser reichen diese Zusätze oft nicht aus.
Zudem enthalten Multitabs häufig mehr Inhaltsstoffe, darunter:
- Duft- und Farbstoffe (für die Reinigung unnötig)
- umstrittene Stoffe wie Silberschutzmittel oder Phosphonate
Ein Blick auf Umwelt-Siegel kann helfen: Blauer Engel, EU Ecolabel, ECOCERT oder NCP stehen für strengere Umweltkriterien.
Umstrittene Inhaltsstoffe
Die Inhaltsstoffe von Geschirrspülmitteln sind gesetzlich geregelt. Trotzdem gibt es Stoffe, die kritisch diskutiert werden:
- Duft- und Farbstoffe: keine Reinigungsfunktion, zusätzliche Belastung fürs Abwasser
- Silberschutzmittel (z. B. Benzotriazol): in Kläranlagen kaum abbaubar, problematisch für Gewässer
- Phosphonate: schwer abbaubar, können sich in der Umwelt anreichern
Viele Produkte kommen inzwischen ohne diese Stoffe aus. Das ist oft erkennbar an Umwelt-Siegeln.
Die Spülmaschine selbst nicht vergessen
Ein häufig unterschätzter Punkt: Auch die Spülmaschine braucht Pflege.
Regelmäßig reinigen sollte man:
- das Sieb / den Filter
- die Sprüharme
- Türdichtungen und Türfalz
Typische Anzeichen für eine verschmutzte Maschine:
- unangenehmer Geruch
- Fettfilm auf Geschirr
- schlechtere Reinigungsleistung
Ein gelegentlicher Spülgang mit höherer Temperatur hilft zusätzlich, Fett- und Biofilmablagerungen zu lösen.
Fazit: So wird Geschirr sauber – sinnvoll und nachhaltig
- Pulver oder Monotabs plus Salz und Klarspüler bieten die beste Kontrolle über Dosierung und Inhaltsstoffe
- Multitabs sind bequem, aber nicht immer die nachhaltigste Lösung
- Preis allein sagt wenig über Qualität aus
- Maschinenpflege spart Reinigungsmittel, Energie und Geld
Wer diese Punkte beachtet, bekommt nicht nur sauberes Geschirr, sondern schont gleichzeitig Maschine, Umwelt und Geldbeutel.
Im Studio: Lea Spraul, SWR Wirtschaft und Umwelt
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