Trotz der Vorteile der Vollautomaten feiern hochwertige Filtermaschinen derzeit ein Comeback. Falls Sie vor der Wahl stehen, ob Sie sich eine klassische Filtermaschine oder einen Kaffee-Vollautomaten anschaffen, haben wir hier die Vor- und Nachteile von beiden Systemen für Sie.
Klassische Filterkaffeemaschine – die Vorteile
- Einfache Filtermaschinen ohne Mahlwerk und Brüheinstellung sind kostengünstig zu haben.
- Die wenige Technik ist nicht besonders störanfällig und hält bei richtiger Pflege meist sehr lange.
- Es können mehrere Tassen auf einmal zubereitet werden, ohne dass ein großer Energieeinsatz nötig ist.
- Es bleibt kein Restwasser im Wasserbehälter, Filterpapier und Kaffeesatz werden nach jedem Gebrauch entsorgt und der Filter ausgespült, so bleibt wenig Angriffsfläche für Mikroorganismen.
- Der Reinigungsaufwand ist gering. Die Maschinen müssen nur regelmäßig entkalkt werden.
Klassische Filterkaffeemaschine – die Nachteile
- Ein entscheidender Nachteil ist, dass keine einzelnen Tassen zubereitet werden können und keine Individualität bei Kaffeegetränken möglich ist.
- Kaffeegenuss ist nicht auf Knopfdruck möglich. Kaffeepulver muss gemahlen oder gemahlen gekauft werden, Filtertüten oder Dauerfilter bereitgehalten werden. Das bedeutet weniger Komfort, was aber durch den geringeren Reinigungsaufwand mehr als ausgeglichen wird.
Kaffeevollautomat – die Vorteile
- Unschlagbar ist beim Vollautomaten die schnelle und individuelle Zubereitungsmöglichkeit verschiedenster Kaffeespezialitäten. Jedes Familienmitglied oder jeder Gast kann selbst entscheiden, ob er oder sie gerade lieber einen Latte Macchiato, einen Cappuccino, einen Kaffee Creme oder einen Espresso hätte.
- Der Vollautomat erzeugt Kaffee auf Knopfdruck. In wenigen Sekunden hält man die duftende Tasse in der Hand.
Kaffeevollautomat – die Nachteile
- Die Zubereitung von mehreren Tassen gleichzeitig ist nur bei speziell dafür gebauten Industriemaschinen möglich. Sie sind für den privaten Haushalt in der Regel zu groß und zu teuer.
- Viel verbaute Elektronik ist störanfällig und kann zu Reparaturkosten führen. Regelmäßige Wartungskosten im Fachbetrieb kommen dazu, allerdings erhöhen sie die Langlebigkeit der Maschine.
- Die Reinigung im täglichen Gebrauch ist aufwändig, sollte aus hygienischen Gründen aber sein.
Für wen eignet sich also welche Maschine?
Filtermaschine
- Familien oder Bürogemeinschaften
- Vieltrinker und Menschen, die mehrere Tassen hintereinander trinken
- Kaffeegenießer, die Wert auf das Aroma der Bohne legen
- preisbewusste Käufer
Vollautomat
- Espresso- und Milchkaffee-Fans
- Haushalte, in denen jeder unterschiedliche Kaffeespezialitäten trinkt
- Nutzer, die vor dem Kaffeegenuss möglichst wenig Aufwand möchten
- Menschen, die häufig einzelne Tassen zubereiten
Warum ist die regelmäßige Reinigung und Pflege der Vollautomaten so wichtig?
Alle Teile der Vollautomaten, die mit Wasser in Berührung kommen, sind anfällig für Kalkablagerungen, auf denen sich Mikroorganismen bilden. Dazu begünstigen Wärme und Feuchtigkeit das Entstehen und Wachsen von Schimmelpilzen. Um einen hygienisch einwandfreien und damit nicht gesundheitsschädlichen Kaffeegenuss zu gewährleisten, ist es unerlässlich, die Maschinen regelmäßig zu reinigen und zu entkalken. Dadurch wird auch die Lebensdauer der Geräte erheblich verlängert.
Wassertank, Tresterbehälter mit Tropfschale, Bohnenbehälter, Brühgruppe und Milchdüse sind die neuralgischen Punkte. Das sollten Sie beachten für hygienischen und leckeren Kaffeegenuss:
Wassertank
- Verwenden Sie immer frisches Leitungswasser und gießen Sie das Restwasser aus. Lassen Sie den Behälter offenstehen, damit auch Restfeuchte austrocknen kann, bevor Sie ihn wieder einsetzen.
- Spülen Sie den Wassertank möglichst täglich aus und trocknen ihn mit einem weichen Tuch gründlich ab. So vermeiden Sie Ablagerungen oder gar die Bildung von Algen, besonders wenn Ihre Maschine am Fenster womöglich der Sonne ausgesetzt ist.
- Achten Sie darauf, dass die Oberfläche des Wassertanks nicht aufgeraut wird, denn an einer rauen und verkalkten Oberfläche können Bakterien besser haften.
Abtropfschale
- Warten Sie nicht, bis das Gerät eine Reinigung erzwingt. Wenn die Abtropfschale nicht regelmäßig gereinigt wird, kann das Wasser über den Rand treten, in das Innere der Maschine eindringen und Schaden und Schimmel verursachen. Außerdem können sich im Restwasser Bakterien und Keime bilden.
- Spülen Sie die Abtropfschale täglich aus und trocknen Sie gründlich nach.
Tresterbehälter
- Nach dem Zubereiten des Kaffees wird der Kaffeesatz automatisch in den Tresterbehälter abgeworfen – entsorgen Sie diesen möglichst täglich und reinigen Sie das Behältnis.
Milchschäumer
Wenn Sie Milch aufschäumen, lassen Sie nach dem Schäumen noch etwas Dampf nach, um Milchrückstände in der Düse zu vermeiden. Achten Sie unbedingt darauf, dass keine Milchreste eintrocknen und verkleben, denn dies ist fast eine Garantie dafür, dass sich Keime festsetzen. Für das Reinigen des Milchsystems gibt es abgestimmte Reiniger, die auf Entfernung von Fett und Eiweißen spezialisiert sind.
Bohnenbehälter
Wischen Sie den Bohnenbehälter ab und zu mit einem trockenen (!) Tuch aus. So vermeiden Sie, dass der Bohnenbehälter mit der Zeit nach ranzigem Fett riecht und auch die frische Füllung einen muffigen Geruch annimmt.
Brühgruppe
Die Brühgruppe ist das Herzstück des Gerätes. Es gibt offene Systeme, die herausnehmbar sind, und in sich Geschlossene, die nicht ausgebaut werden können. Wenn sich die Brühgruppe Ihrer Maschine entfernen lässt, so reinigen Sie diese mindestens einmal die Woche mit klarem Wasser ohne Spülmittel. Setzen Sie sie erst wieder ein, wenn sie trocken ist.
Brühgruppen, die nicht ausgebaut werden können, sind in aller Regel so aufgebaut, dass kein Kaffeemehl austreten kann und so das Schimmelrisiko minimiert ist. Hier arbeiten Sie nach Herstellerangaben mit dem Reinigungsprogramm, das dann die Reinigung meist mit 70°C heißem Wasser durchführt.
Entkalken der Maschine – die günstige Variante
Die Hersteller verkaufen teure Spezialreiniger zum Entkalken. Sie können aber gut und gerne jedes zweite Mal eine günstigere Variante nehmen: Milchsäure. Füllen Sie 100 - 125 ml Milchsäure zusammen mit Wasser in den Wassertank und spülen Sie das Gerät anschließend zwei bis dreimal nach. Milchsäure gibt es im Fachhandel für ökologische Reinigungsmittel. Der Liter kostet circa zehn Euro im Gegensatz zu etwa zwei bis vier Euro pro Entkalkung für die Spezialentkalker der Hersteller.
Zitronensäure eignet sich nicht für Kaffeemaschinen.
Im Studio: Bärbel Neher, hauswirtschaftliche Fachberaterin
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