Keine Marienkäfer-Plage
Marienkäfer nutzen die letzten wärmeren Sonnentage, um sich zu sammeln. Und dann geht es im Schwarm auf die Suche nach einem geeigneten Winterquartier. Das können Steinhaufen, Holzlager oder Spalten aller Art sein.
Wenn man sich die Marienkäfer genauer anschaut, sieht man an derselben Hauswand oft ganz unterschiedliche Arten: Denn die "Gruppentreffen" im Herbst sind nicht nur typisch für einheimische Marienkäfer wie den Siebenpunkt, sondern auch für die ostasiatischen Marienkäfer mit viel mehr Punkten.
Asiatische Marienkäfer tatsächlich ein Problem
Ursprünglich wurden asisatische Marienkäfer als natürliche Schädlingsbekämpfer hergeholt: Sie fressen deutlich mehr Blattläuse als der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer. Der deutsche Marienkäfer kommt auf etwa 50 Blattläuse am Tag, der asiatische frisst rund das Fünffache.
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Das Problem: Er mag auch gerne Trauben oder anderes Beerenobst, zum Leidwesen von Bauern und Winzern. Und: Die asiatischen Käfer verdrängen heimische Arten, besonders den Zweipunkt-Marienkäfer.
Die ostasiatische Art frisst sogar die Eier und Larven heimischer Käfer. Außerdem verbreitet sie für andere Marienkäfer gefährliche Parasiten und pflanzt sich deutlich schneller fort.
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Marienkäfer im Haus - was tun?
Wer verirrte Marienkäfer im Haus findet, muss sich keine Sorgen machen - das ist kein Schädlingsbefall. Sie haben sich schlicht auf der Suche nach einem guten Winterquartier verirrt. Drinnen bleiben sollten sie aber nicht, denn sie brauchen ihre Winterruhe.
Um die Käfer einzufangen, wird das Abfegen mit einem Handfeger empfohlen - das setzt den Käfern weniger zu, als angefasst zu werden. Am besten ist es, die Tiere direkt an einen Ort zu setzen, der sich zum Überwintern anbietet.
Der Naturschutzbund rät zu naturnahen Gartenecken, aber auch eine Steinmauer oder ein Gebüsch können geeignet sein.