Renaturierung in der Pfalz

Schwammregion Soon-Nahe gestaltet Landschaft klimaresistent

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Heiße Sommer, die dem Wald zu schaffen machen, Starkregen-Ereignisse, die Überschwemmungen verursachen. Der Klimawandel wird in Rheinland-Pfalz zunehmend zum Problem. Dagegen will das Pilotprojekt Schwammregion Soonwald-Nahe etwas tun. Erstmals arbeiten Praktiker und Wissenschaftler eng zusammen, um gemeinsam eine Lösung zu suchen, wie man die ganze Region klimaresistenter gestalten kann.

Renaturierung des Kondbachs schützt vor Hochwasser

Eines der Projekte, die bereits in der Region Soonwald-Nahe umgesetzt werden, ist die Renaturierung des Kondbachs bei Kümdchen. Der kleine Hunsrück-Bach darf sich wieder ganz natürlich durch die Landschaft schlängeln. Vor wenigen Wochen wurde die Renaturierung abgeschlossen. Dass etwas passieren muss, war jedoch schon 2016 klar.

Nach einem Starkregen hat der kleine Bach vor neun Jahren die Landschaft geflutet, die anliegende Straße überschwemmt. Wie viele Bäche wurde auch der Kondbach in den 50er Jahren begradigt. So konnte die angrenzende landwirtschaftliche Nutzfläche vergrößert werden. Doch begradigte Bäche können überschüssiges Wasser nicht aufhalten. Vielerorts kommt es deshalb immer wieder zu Hochwasser.

Durch die Renaturierung ist der Bachlauf wieder kurvig, zusätzlich gibt es am Kondbach Regenauffangbecken. Ein Wall und drei Tonnen schwere Steine sollen das Wasser dort ebenfalls aufhalten. Überschwemmungen nach Starkregenereignissen können verhindert werden, denn jetzt funktioniert der Boden wie ein Schwamm.

Rigolen im Wald sorgen für Wasserrückhalt

Schwammregion bedeutet, eine ganze Region klimaresistenter zu machen. Auch im Wald macht sich der Klimawandel bemerkbar. Gerade die Fichten, die hier einst als Monokultur gepflanzt wurden, vertragen die heißen Sommer nicht. Auch im Privatwald bei Stromberg werden seit anderthalb Jahren Maßnahmen ergriffen, den Wald klimaresistenter zu machen.

Eine Maßnahme: Mehr Licht muss rein. Durch das Abholzen von Nadelbäumen wachsen wieder Laubbäume und Moos bildet sich auf dem Boden. Wasser wird so besser gespeichert als auf Waldboden, der mit Nadeln bedeckt ist, denn die Nadelschicht wirkt wie eine Versiegelung. Damit Wasser, das den Hang runterläuft, versickern kann, hat Förster Andreas Tetzel Rigolen geschaffen – das sind mit großen Steinen umgebene Auffangbecken vor den Waldwegen.

Um die verschiedenen Akteure aus den Forst- und aus den Landwirtschafts-Projekten im Soonwald zu vernetzen, wurde das Pilotprojekt Schwammregion Soonwald-Nahe gegründet. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat das Projekt ins Leben gerufen. Koordiniert wird es vom Institut für Landschaftsplanung und Naturschutz der Hochschule Geisenheim.

Wissenschaftler und Praktiker arbeiten gemeinsam an Lösungen zum Wasserrückhalt. Die Hauptaufgabe ist deshalb sich zu vernetzen. In den Arbeitsgruppen "Landwirtschaft" und "Forstwirtschaft" bringen sich alle ein, tauschen Ideen und Erfahrungen aus. Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln und sich auszutauschen. Nicht nur das eigene Einzelprojekt im Blick zu haben, sondern die ganze Region.

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SWR