Keine geschützte Berufsbezeichnung

So erkennt man ein seriöses Coaching

Der Bedarf in Deutschland an Beratungen ist groß. Besonders Menschen in persönlichen Krisen greifen zunehmend auf Coaching-Angebote, die im Netz beworben werden, zurück. Doch nicht alle Anbieter arbeiten seriös.

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Jede*r kann sich Coach nennen

Da die Berufsbezeichnung "Coach" rechtlich nicht geschützt ist, kann grundsätzlich jede Person Coaching anbieten – auch ohne Ausbildung. Es gibt weder ein zentrales Register noch offizielle Zahlen zur Marktgröße. Der Deutsche Coaching Verband schätzt rund 14.000 zertifizierte Coaches in Deutschland, hinzu kommen vermutlich etwa 40.000 nicht zertifizierte Anbieter. Diese Regulierungslücke erleichtert es unseriösen Coaches, auf den Markt zu drängen.

Vor allem seit der Corona-Pandemie hat das digitale Coaching stark zugenommen, Social Media dient dabei als zentraler Werbekanal. In professionell inszenierten Videos präsentieren sich Coaches vor Luxusautos oder an exotischen Orten und versprechen schnelle Lösungen für persönliche Probleme. Laut Mirijam Wiedemann vom Kultusministerium Baden-Württemberg bedienen diese Angebote das wachsende Bedürfnis nach Orientierung in einer krisenhaften Zeit. Auch der Mangel an Therapieplätzen trägt zur steigenden Nachfrage bei.

Unseriöse Anbieter richten Schaden an

Problematisch wird Coaching dort, wo Erstgespräche eher Verkaufsveranstaltungen gleichen. Interessenten werden mit angeblicher Verknappung, Rabatten und unrealistischen Erfolgsaussichten unter Druck gesetzt. Häufig werben unseriöse Coaches mit einfachen Rezepten für komplexe Lebensfragen, etwa festen Schritt-für-Schritt-Plänen zu Reichtum oder Glück. Emotionale Erfolgsgeschichten des Coaches selbst sollen zusätzlich Vertrauen schaffen.

Teilweise werden auch esoterische Methoden eingesetzt, etwa Energiearbeit, Reinkarnationstherapien oder Affirmationen. Verbraucherschützer warnen, dass sich um manche Coaches sektenähnliche Strukturen entwickeln, in denen der Coach als unfehlbare Autorität auftritt. Die Zahl der Beratungsanfragen zu problematischen Coaching-Erfahrungen hat sich seit 2020 mehr als verdoppelt.

Keine voreiligen Vertragsabschlüsse!

In schweren Fällen geraten Betroffene in psychische oder finanzielle Abhängigkeit. Einige werden dazu gedrängt, den Kontakt zu Familie und Freunden abzubrechen oder hohe Summen in teure Coaching-Ausbildungen zu investieren. Diese funktionieren oft wie Schneeballsysteme und versprechen finanzielle Freiheit, führen jedoch nicht zu anerkannten Abschlüssen.

Oft wenig individuell Daran erkennt ihr unseriöse Coaching-Angebote im Internet

Wir haben mit Dr. Julia Gerhards von der Verbraucherzentrale darüber gesprochen, wie ihr unseriöse Coaching-Angebote im Internet oder auf Social Media erkennen könnt.

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Seriöses Coaching zeichnet sich dagegen durch fundierte Ausbildung, Zertifizierungen und transparente Absprachen zu Zielen, Dauer und Kosten aus. Coaches sollten fachlich qualifiziert sein und Hilfe zur Selbsthilfe leisten, statt einfache Erfolgsrezepte zu verkaufen. Verbraucherschützer raten, Anbieter im Vorfeld gründlich zu recherchieren und Verträge prüfen zu lassen.

Zwar unterstützen Beratungsstellen Betroffene und klagen teils erfolgreich gegen unseriöse Anbieter, doch rechtlich bleibt Coaching eine Grauzone. Ein Schutz der Berufsbezeichnung gilt bislang als schwer umsetzbar. Diskutiert wird stattdessen ein Qualitätssiegel, mit dem seriöse Coaches künftig besser erkennbar sein könnten.

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