Region und Tageszeit

Spritpreise im Vergleich - wann Sie wo am günstigsten tanken

In manchen Regionen ist Tanken deutlich billiger als in anderen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung. Einen großen Unterschied macht auch, zu welcher Tageszeit man tankt.

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Von Autor/in Michael Wegmer, Hanna Spanhel

Die Preise beim Tanken unterscheiden sich deutschlandweit stark - je nach Region, aber auch je nach Tageszeit. Das geht aus dem jüngsten Quartalsbericht der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) des Bundeskartellamtes hervor.

Demnach ist das Tanken im Westen und Süden Deutschlands oft sehr viel billiger als im Osten. Die Behörde spricht von Unterschieden zwischen den Regionen von bis zu 20 Cent pro Liter. In vielen Regionen von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz waren die Spritpreise zuletzt vergleichsweise günstig.

Benzin- und Dieselpreise im Vergleich: Wo ist es am günstigsten?

Autofahrer im Osten Deutschlands mussten laut Markttransparenzstelle zwischen Juli und September tiefer in die Tasche greifen als anderswo. Während in Städten und Landkreisen im Osten ein Liter Superbenzin E5 im Schnitt 1,80 Euro kostete, lag der Preis in vielen Kommunen im Westen und Süden bei maximal 1,70 Euro.

Im deutschlandweiten Vergleich schneidet der Südwesten also tendenziell besser ab - zumindest wenn es um die Durchschnittspreise geht. Im gesamtdeutschen Schnitt kostete ein Liter Superbenzin der Auswertung zufolge im vergangenen Quartal 1,72 Euro, Diesel 1,59 Euro.

Vergleichsweise günstig sei Tanken etwa in Teilen von Rheinland-Pfalz gewesen sowie teils in Bayern und Niedersachsen. Mit Blick auf Superbenzin E5 waren das Saarland, Rheinland-Pfalz und Berlin zuletzt günstig. Besonders teuer dagegen war es in manchen Landkreisen von Sachsen-Anhalt oder rund um Dresden in Sachsen.

Baden-Württemberg lag zwischen Anfang Juli und Ende September 2025 im preislichen Mittelfeld, teils sogar im unteren Viertel, was die Spritpreise anbelangt. Auch hier konnte man also im Schnitt günstiger tanken als anderswo.

Spritpreise: Preisschwankungen durch Nahost-Konflikt

Insgesamt habe sich die Lage nach den Turbulenzen auf den Öl- und Kraftstoffmärkten zu Sommerbeginn - ausgelöst durch die Eskalatation im Nahost-Konflikt - stabilisiert, so der Quartalsbericht.

Obwohl die OPEC+ eine Ausweitung der Fördermenge beschlossen hatte, kam die Preisreduktion an den Tankstelle verzögert - vor allem beim Dieselkraftstoff. Erst seit Anfang August fallen an den Tankstellen auch die Dieselpreise.

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Gründe für große Unterschiede bei Spritpreisen in Deutschland

"Vor allem in Ostdeutschland gibt es Regionen mit auffällig hohen Preisen", sagt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. Dies wolle man untersuchen. Zu den konkreten Gründen für die teils hohen Preise im Osten Deutschlands äußerten sich die Wettbewerbshüter allerdings nicht.

Dass die Preise an den Tankstellen regional so stark variieren, hängt laut der Analyse grundsätzlich von verschiedenen Faktoren ab.

  • Einer der Hauptfaktoren sei die Wettbewerbsintensität vor Ort: In Gebieten mit einer hohen Dichte an Tankstellen und mit starkem Wettbewerb fallen die Preise im Schnitt tendenziell niedriger aus.
  • Auch das Markenangebot und die lokale Nachfrage - zum Beispiel durch Pendlerströme - beeinflussen demnach die Preisgestaltung.
  • Eine wichtige Rolle spiele zudem die "regionale Wertschöpfungskette" - denn Tankstellen beziehen ihre Kraftstoffe oft aus den nächstgelegenen Raffinierien.
  • Regionale Unterschiede bei Fracht- und Beschaffungskosten könnten den Preis dann weiter beeinflussen, heißt es.

So würden deutliche Preisunterschiede zwischen einzelnen Regionen entstehen.

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Tanken vergleichsweise günstig in Baden-Württemberg

Tanken in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz war im bundesweiten Vergleich zuletzt also eher günstig. Trotz dieser Tendenz schwanken die Preise teils erheblich, je nach Region.

Die Auswertung des Kartellamts nach Postleitzahl-Regionen zeigt, dass grenznahe Regionen - also auch jene an der Grenze zur Schweiz, zu Österreich und zu Luxemburg - häufig relativ hochpreisig sind.

Zwar sind die Spritpreise in angrenzenden Ländern teils günstiger als in Deutschland. Allerdings haben Tankstellen auf deutscher Seite dann laut Kartellamt den Anreiz, den Umsatzverlust auszugleichen, der entsteht, wenn preissensible Kunden zum Tanken über die Grenze fahren.

Besonders Pendler bekommen Preisschwankungen zu spüren. Denn in Metropolregionen ist Tanken zu bestimmten Zeitpunkten besonders teuer.

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Wann ist Tanken am billigsten? Höchste und niedrigste Preise im Tagesverlauf

Wenig überraschend, aber dennoch bemerkenswert sind der aktuellen Auswertung zufolge Preisunterschiede zu unterschiedlichen Uhrzeiten: Super sei morgens in Metropolen sieben bis acht Cent teurer gewesen als im Gesamtdurchschnitt. Am günstigsten war es dort zwischen 17 und 21 Uhr - drei Cent unter dem Durchschnitt.

  • Die Spritpreise sind in der Regel morgens zwischen 5 und 8 Uhr besonders hoch - am höchsten waren sie in Stadtregionen um 7 Uhr morgens.
  • Der günstigste Zeitpunkt zum Tanken ist in der Regel abends, zwischen 18 und 22 Uhr. In Stadtregionen gab es laut Auswertung gegen 19 Uhr einen größeren Preisnachlass als in ländlichen Regionen.

Gerade in städtischen Regionen ändern die Tankstellen die Preise im Tagesverlauf sehr häufig. Hintergrund ist, dass es etwa in Großstädten mehr Tankstellen gibt - und damit eine stärkere Wettbewerbsdynamik und mehr Preisänderungen.

Im dichten Stadtverkehr haben Autofahrer morgens zudem kaum Möglichkeiten, teuren Tankstellen auszuweichen. Das erklärt wiederum die teils hohen Preise am Morgen.

Tipp: So kann man günstige Tankstellen finden

Um den Preiswettbewerb vor Ort zu fördern - und damit niedrigere Preise - ist es Kartellamtschef Mundt zufolge ratsam, Tank-Apps zu nutzen, die auf die Echtzeit-Daten der Markttransparenzstelle zugreifen. "Verbraucher können so günstige Anbieter leicht identifizieren und sie mit ihrer Tankentscheidung belohnen", so Mundt.

Und noch ein Hinweis: Besonders an Autobahn-Tankstellen ist diversen Auswertungen zufolge Vorsicht geboten. Hier müssen Autofahrer mit Preisaufschlägen von bis zu 57 Cent rechnen.

Laut einer Stichprobe des ADAC aus dem Juli zeigte sich in Baden-Württemberg: Für einen Liter Super E10 musste man an Autobahn-Tankstellen im Schnitt 47,6 Cent mehr bezahlen als an Tankstellen neben der Autobahn.

Bei Diesel betrug die Preisdifferenz 48 Cent. Das Abfahren von der Autobahn zum Tanken lohnt sich daher fast immer.

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Autor/in
Michael Wegmer
SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer
Hanna Spanhel
Redakteurin Hanna Spanhel