Wilder Müll: So schlimm sind Zigaretten, Taschentücher oder Kaffeebecher

Wilder Müll sieht schlimm aus. Weggeworfene Zigaretten, Taschentücher oder Kaffeebecher enthalten giftige Chemikalien und Mikroplastik. So sehr schadet das der Umwelt.

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Von Autor/in Alice Thiel-Sonnen, Dorothee Zeißig

Zigaretten: kleines Stück giftiger Sondermüll

Sie ist schnell ausgedrückt und weggeschnippt, die fertig gerauchte Zigarette – und dann liegt sie da, im Rinnstein, auf dem Pflaster, in der Wiese. Bei den Abfällen, die in Städten und an Stränden gesammelt werden, machen Zigarettenstummel weltweit den größten Anteil aus.

Ein achtlos weggeworfener und nasser Zigarettenstummel auf dem Boden. Er enthält schädliche Chemikalien und Mikroplastik -  all dass wird ausgewaschen und gelangt so ins Grundwasser.

Im Zigaretten-Filter steckt Celluloseacetat, ein schwer abbaubarer Kunststoff. Außerdem Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd und Benzol sowie krebserregende Stoffe wie Arsen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und natürlich Nikotin – ein Gift für Wasserorganismen. Wie gefährlich es ist, wenn diese Stoffe nach und nach aus dem Filter in die Natur ausgewaschen werden, haben Forscher in einem Experiment herausgefunden: Sie warfen eine aufgerauchte Zigarette in einen Liter Wasser: Die Fische darin waren nach vier Tagen tot. Gleichzeitig fördern Zigaretten das Wachstum gefährlicher Blaualgen.

Taschentücher: Viren- und Chemikalienschleuder

Es fällt versehentlich aus der Tasche oder wird einfach arglos weggeworfen: "Ist doch ein Papiertaschentuch, das löst sich sicher schnell in Wohlgefallen auf". Das stimmt aber nicht: Bis sich ein Papiertaschentuch zersetzt hat, kann ein Zeitraum von einem halben bis zu fünf Jahren vergehen.

Ein Papiertuch wird aufgehoben und ordnungsgemäß entsorgt. Papiertücher und Servietten werden haeufig absichtlich oder versehentlich fallen gelassen. Häufig sind diese Tücher mit Chemikalien behandelt, die mit der Zeit ausgewaschen werden und sich in den Böden sammeln und anreichern.

Papiertaschentücher bestehen aus Zellstoff. Der ist zwar vollständig biologisch abbaubar, aber um ein möglichst lange haltbares, reißfestes und wasserfestes Taschentuch zu erhalten, sind den natürlichen Papierfasern chemische Zusätze beigemischt. Diese Chemikalien können sich im Boden anreichern.

Außerdem ist das Wegwerfen eine hygienische Frage: Vollgeschniefte Taschentücher können Viren und Keime enthalten und sollten in die Restmülltonne.

Kaffeebecher: eine Umweltbelastung

Einwegbecher bestehen aus mehr als reiner Pappe: Damit der Kaffee den Becher nicht aufweicht, ist er auf der Innenseite mit Polyethylen, einem Kunststoff, beschichtet. Der zersetzt sich langsam zu Mikroplastik, die in die Umwelt gelangen. Auch der Deckel auf dem Becher besteht aus Kunststoff und sollte im Mülleimer landen.

Ein Einwegbecher für Kaffee liegt auf dem Boden. Die Plastikbeschichtung aus Polyethylen zersetzt sich mit der Zeit zu kleinen Plastikpartikeln - Mikroplastik. Dieses ist eine Belastung für Böden, Gewässer und Tiere.

Auch als "umweltfreundlich" beworbene Einwegbecher und Deckel gehören in die Mülltonne. Denn sie sind mit sogenanntem Bioplastik aus pflanzlichen Rohstoffen beschichtet. Tests der Deutschen Umwelthilfe haben ergeben, dass selbst in Kompostieranlagen Reste des Biokunststoffs erhalten bleiben.

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Alice Thiel-Sonnen
Dorothee Zeißig
Dorothee Zeißig aus dem SWR1 Team