Grundwasser anzapfen?

Was bei einem Gartenbrunnen zu beachten ist

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Steigende Energiepreise und Kosten für Trinkwasser lassen viele Menschen über einen eigenen Brunnen nachdenken – nicht nur in der Landwirtschaft, auch in privaten Gärten. Sie setzen auf Grundwasser und sparen sich damit beim Gießen die Kosten für Trinkwasser aus der Leitung.

Ist es erlaubt, ans Grundwasser anzuzapfen?

Grundsätzlich dürfen Gartenbesitzer*innen einen Brunnen bohren lassen, solange das Grundstück nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt oder das Grundwasser stark verunreinigt ist. In den allermeisten Wohngebieten in Rheinland-Pfalz ist ein Brunnenbau möglich. Bis zu einer Entnahme von 24 Kubikmeter Wasser, also 24.000 Liter pro Tag, brauchen Privatpersonen keine Genehmigung. Der Brunnen muss jedoch bei der jeweiligen Unteren Wasserbehörde angezeigt werden. Für so eine Anzeige muss der Standort und Tiefe des Brunnens sowie die zu erwartende Entnahmemenge bekannt sein. Und auch die Pläne für den Brunnenbau durch eine Baufirma müssen vorgelegt werden.

Was kostet der Brunnenbau?

Wie teuer ein Brunnen wird hängt stark davon ab, wie tief gebohrt werden muss. Das wiederum hängt vom jeweiligen Grundwasserpegel ab. Infos dazu finden sich auf dem Wasserportal des rheinland-pfälzischen Innenministeriums.

Gängige Gartenbrunnen bis circa 15 Meter Tiefe bewegen sich inklusive Pumpe circa zwischen 3.000 und 6.000 Euro.

Wie gesund ist das Grundwasser?

Viele Gartenbesitzer*innen wollen wissen, wie es um die Qualität ihres Grundwasser-Brunnens bestellt ist. Das herauszufinden, dabei hilft die gemeinnützige Umweltschutz-Organisation VSR-Gewässerschutz. Deren Labormobil macht bundesweit Station und bestimmt vor Ort PH-Wert, Salzgehalt und Nitratwert. Warum, erklärt Harald Gülzow: „Es gibt halt einzelne, die haben hohe Salzgehalte, die wollen wir finden, weil wenn man die zum Bewässern einsetzt, schädigt man seinen Pflanzen mehr, als man die unterstützt.“

Die Organisation lässt die Grundwasser-Proben auch auf Krankheitserreger oder Keime untersuchen. Denn viele Brunnen haben Probleme mit Bakterien – häufig aus Altersgründen: „Man muss die mal sanieren, ein paar Dichtungen erneuern, dann ist das wieder alles in Ordnung. Schwieriger ist es, wenn es die Abwasserleitungen im Boden sind, die undicht sind. Dann haben sie natürlich hohe kritische Werte an Fäkalbakterien im Brunnenwasser.“

Kritik am privaten Brunnen

Es gibt auch Kritik am Brunnenbau - zum Beispiel von Umweltschützer*innen des BUND Rheinland-Pfalz. Sie bemängeln, dass es keine Kontrolle darüber gibt, wie viel Wasser tatsächlich aus privaten Brunnen entnommen wird. Das Bewässern von Rasenflächen oder das Befüllen von Pools damit wird als Wasserverschwendung angesehen angesichts des dramatisch sinkenden Grundwasserspiegels. Dieser ist in Rheinland-Pfalz seit der Jahrtausendwende um 25 Prozent gesunken.

Eine Lösung hierfür könnten verpflichtende Wasserzähler an allen Privatbrunnen sein, über die die Wasserbehörde digital nachverfolgen könnte, wo wie viel Grundwasser abgeht.

Mehr Infos zu Grundwasser und privaten Brunnenbau:

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SWR