Wenn die Werkstätten voll sind

So könnt ihr am Fahrrad selbst eine Inspektion durchführen

Im Sommer füllen sich wieder die Radwege. Bevor man die Touren startet, lohnt sich ein Check, ob das Fahrrad verkehrstüchtig ist. Wir zeigen, wie es geht.

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Grundsätzlich gilt: Man sollte wissen, was man tut und nicht blind drauf losschrauben. Das gilt besonders für sicherheitsrelevante Bauteile wie den Bremsen. Und man sollte natürlich alles, was man überprüft, auch einschätzen können.

Eine Anleitung für den ersten Check zu Hause

Der Check beginnt mit den Bremsen. Das Fahrrad steht, man betätigt die Vorderradbremse und wackelt das Rad vor und zurück. Dabei achtet man darauf, ob es irgendwo Spiel gibt oder alles fest sitzt. Der Druckpunkt der Bremse sollte auch passen, der Hebel also nicht zu weit gezogen werden müssen. Das gleiche sollte noch mit der Hinterradbremse gemacht werden.

Für weitere Checks bietet es sich nun an, das Fahrrad wenn möglich aufzuhängen, einfach mit dem Sattel auf eine Stange. In dieser Position können nun noch die Bremsbeläge kontrolliert werden. Bei Felgenbremsen geht das sehr leicht, ein Blick genügt, um festzustellen, ob die Schlitze zwischen den Bremsbacken noch vorhanden sind.

Dann geht es weiter mit den Reifen. Die sollten noch Profil haben und ausreichenden Luftdruck. Wie viel optimal ist, hängt vom Reifen ab und steht darauf. Des Weiteren sollten die Reifen noch festgehalten und an ihnen gewackelt werden, sie sollten fest sitzen. Die Reifen sollten außerdem angedreht und der Abstand zu Bremse oder Gabel beobachtet werden: Eiert das Rad, also verändert sich der Abstand beim Drehen?

Nun geht es noch an die Speichen. Ein Speichen-Paar kann man immer mit einer Hand ein wenig zusammendrücken. Dabei nimmt man immer erst die, die auf die eine Seite ziehen, dann die anderen. Der aufgewandte Druck sollte immer derselbe sein. Dieser Test ist für Laien aber schwierig zu beurteilen, da braucht es ein gutes Fingerspitzengefühl.

Die Schrauben am Rahmen können dann noch geprüft werden, alle sollten ohne große Kraftanstrengung festgezogen sein. Auch an Sattel und Lenker kann mal gewackelt werden, auch hier sollte alles fest sein. Dann kann man noch eine kurze Probefahrt unternehmen und testen, ob sich alle Gänge problemlos durchschalten lassen.

Wichtig: Eine persönliche Einschätzung ersetzt nicht den Profiblick der Werkstatt, im Zweifel dann doch auf einen Termin warten.

Die Pflege ist das Beste was man selbst tun kann

Zur Pflege des Fahrrads bietet sich an, regelmäßig die Kette zu reinigen. Dafür wird mit einem alten Tuch zunächst der Schmutz entfernt. Am hängenden Rad wird am Pedal gedreht und mit dem Tuch die Kette kräftig umfasst. So lassen sich Verschmutzungen gut entfernen. Sobald das erledigt ist, wird die Kette geölt, ein Tropfen pro Verbindung der einzelnen Glieder. Ein paar mal die Pedale drehen, damit sich das Öl gut verteilt und dann nochmal mit dem Tuch die Kette umfassen und so überschüssiges Öl wieder aufnehmen. Eine Flasche zum Tropfen ist einfacher in der Handhabung als ein Spray. Beim Spray muss man auch immer aufpassen, nicht auf Bremsscheiben zu sprühen. Sonst kann es gefährlich werden, wenn die Bremswirkung dadurch nachlässt.

Eine kleine Insepktion beim E-Bike kann Kosten sparen

Bei Pedelecs kann man übrigens genauso vorgehen. Mit dem Pedelec sollte man aber nach 1.000 bis 1.500 km eine Werkstatt aufsuchen, wenigstens für eine kleine Inspektion. Wenn alles richtig eingestellt ist, lassen sich die Kosten minimieren. Denn der Verschleiß bei Pedelecs ist größer als an normalen Rädern, besonders, da viele Leute weniger schalten, weil der Motor ihnen Arbeit abnimmt.

Mit einem neuen Rad erstmal zum Profi

Es empfiehlt sich auch, Fahrräder direkt nach dem Kauf in eine Inspektion zu geben. Denn oft sind die Fahrräder aus der Fabrik heraus noch nicht korrekt verschraubt. Dies sollte in einer Werkstatt gemacht werden. Auch Reparaturen können in einer Werkstatt genauer durchgeführt werden, da dort das fachkundige Personal und das entsprechende Werkzeug vorhanden ist. Denn oft geht es um Millimeter oder noch weniger.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR