Tipps für die richtige Pflege

Wollpflege: So bleiben ihre Lieblingsstücke kuschelig und langlebig

Damit Ihre Lieblingsstücke aus Wolle weich, warm und formbeständig bleiben, haben wir für Sie Tipps zur richtigen Pflege von Pullovern, Schals und Socken in der kalten Jahreszeit.

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Von Autor/in Diana Stier

Warum Wolle ganz besondere Kleidung ist

Wolle ist, vereinfacht gesagt, Haarwesen, genauer: das Haar von Schafen oder Ziegen (z.B. Merino, Kaschmir, Mohair). Durch ihre natürliche Struktur bietet sie besondere Eigenschaften.

  • Die Außenseite der Wollfaser besitzt eine Schuppenstruktur, die Schmutz abweist.
  • In der Wolle steckt Lanolin (Wollfett), das die Faser leicht "versiegelt" und die Aufnahme von Schmutz erschwert.
  • Wolle verfügt über einen gewissen Selbstreinigungs-Effekt: leichte Gerüche oder Verunreinigungen können durch Lüften oder leichte Feuchtigkeit abtragen, ohne dass eine vollständige Wäsche nötig ist.

Je "naturbelassener" die Faser, desto weniger aggressive Behandlungen verträgt sie - desto sorgsamer sollte man sie pflegen. Dies allein macht Wolle aber nicht zu einem pflegeleichten Stoff. Bei Vernachlässigung drohen Verfilzungen, Formverlust oder Pilling.

Wolle

Wann und wie oft sollte man Wollsachen waschen?

Lüften statt Waschen. Ein großer Vorteil von Wolle: Sie bleibt auch ohne häufige Wäsche relativ frisch. Besonders bei Außenluft mit Feuchtigkeit (z. B. Nebel ) kann ein "Auslüften" helfen, Gerüche und Feuchtigkeit abzutransportieren.

Wie kann das Verfilzen von Wolle verhindert werden?

Um ein Verfilzen zu verhindern achten Sie bitte zum Ersten auf die ideale Waschtemperatur, die bei 30 Grad also lauwarm liegt, und setzen Sie die Wolle keinen großen Temperaturschwankungen aus, was bedeutet, dass Waschwasser und Spülwasser in etwa die gleiche Temperatur haben sollten. Zum Zweiten achten Sie darauf nicht an der Faser zu reiben, um ein Verhaken der Schuppen zu vermeiden. Ein leichtes Drücken und Schwenken reicht völlig aus.

Bei der Wahl des Waschmittels sollte darauf geachtet werden, dass es sich um ein Wollwaschmittel handelt mit Lanolin für den besonderen Schutzfilm der Wolle. Von herkömmlichen Vollwaschmitteln ist abzuraten, da sie ein Eiweißabbauendes Enzym enthalten, welches die tierische Faser zerstört.

Waschmittel steht auf Stapel Wollpullovern

Handwäsche oder Waschmaschinenwäsche?

Zunächst ist es empfehlenswert das "Lieblingstück", vor allem Stücke mit komplizierten Schnitten oder Lochmuster, nach der Fleckenbehandlung oder wenn sich der Einsatz der Waschmaschine bei Einzelstücken nicht lohnt von Hand zu waschen. "Alltagstücke" wie Socken, Mützen und Schals können mit der Maschine gewaschen werden.

Des Weiteren ist auf das Pflegeetikett zu achten und Ihre eigene Waschmaschine. Moderne Waschmaschinen haben alle hervorragende schonende Wollwaschgänge, welche es ermöglichen auch Wolle mit dem Symbol für Handwäsche im speziellen Handwaschprogramm mit der Maschine zu waschen. Die Waschtrommel soll beim Waschen höchstens zu einem Drittel gefüllt sein. Geben Sie grobmaschige sowie sehr locker gestrickte Teile, zum Schutz am besten in ein Wäschenetz. Verzichten sie auf Weichspüler, da die Fasern sonst leichter ausleiern können. Bei farbintensiven Stücken kann die Farbe durch Zusatz von Essig aufgefrischt und stabilisiert werden. Wenn Wolle als „Waschmaschinenfest“ gekennzeichnet ist, bedeutet das, dass sie mit einem Kunstharzfilm bearbeitet wurde. Dadurch kann sie ohne Bedenken geschleudert werden und in den Trockner gegeben werden.

Bei der Handwäsche ist besonders die Waschtemperatur von 30 Grad zu beachten, also lieber mit einem Thermometer überprüfen, da eine Einschätzung sehr schwierig ist. Das Wollstück sollte vollständig durchnässt sein, bevor es in die Waschlauge gegeben wird. In dieser Waschlauge muss das Waschmittel vollständig gelöst sein und das Wollstück sich locker bewegen können. Wichtig ist nicht zu reiben, sondern nur Leichtes drücken und schwenken des Wollstückes. Im Anschluss 2-3 Mal mit ebenfalls 30 Grad warmen Wasser ausspülen. Auch hier kann bei farbintensiven Stücken etwas Essig ins Spülwasser gegeben werden. Große Kleidungsstücke können für max. 30 Sekunden bei niedriger Schleuderzahl - 600 Umdrehungen/ Minute geschleudert werden, damit sie im Anschluss trocknen.

Wie trockne ich Wollkleidungsstücke?

Für handgestrickte Ware eignet sich zum Trocknen der Trockner meistens nicht, auch hier sollte das Pflegeetikett beachtet werden. Drücken Sie mithilfe eines Frotteehandtuches Ihr Wollstück vorsichtig aus – niemals wringen und breiten Sie es auf einem Wäscheständer aus. Das Wollstück kann nun in Form gezogen werden, wenn vor dem Waschgang Maß der Breite und Länge genommen wurde, was empfehlenswert ist. Mit Hilfe des Finishprogrammes des Wäschetrockners mit Kaltluft kann ein besonders schöner Flauscheffekt am Ende erzielt werden.

Wie entferne ich einen Fleck?

Entfernen Sie Flecken immer von Hand und waschen Sie nach der Fleckbehandlung das ganze Stück. Verwenden Sie dafür niemals Benzin oder andere Lösungsmittel sondern eine rückfettende Seife aus Olivenöl oder etwas Wollwaschmittel. Achten Sie darauf, den Fleck nur anzutupfen. Nicht rubbeln und reiben und verwenden Sie auf keinen Fall eine Bürste. Dadurch verhaken und verfilzen die feinen Wollhärchen und das Kleidungsstück wird hart. Für bleichbare Flecken zum Beispiel Obst- oder Kaffeeflecken können Sie auch eine flüssige Sauerstoffbleiche einsetzen. Lesen Sie nach, ob diese für Ihre Fasern geeignet ist und probieren Sie an einer unauffälligen Stelle aus.

Wie kann ich Wollkleidung lagern?

Bei der richtigen Lagerung von Wolle handelt es sich um den Schutz vor Staub, Licht und vor allem Motten. Wollprodukte sollten generell sauber und liegend in geschlossenen Schränken aufbewahrt werden. Bei einer längeren Lagerung, wie etwa Winterstücke über dem Sommer oder Wollstränge für eine spätere Verarbeitung, ist das Einschlagen in Papier als Schutz vor Staub, Licht und Motten möglich. Dies ist sinnvoll, da besonders Motten keine Zellulose mögen. Wichtig ist die Stücke regelmäßig aus dem Schrank zu nehmen damit sie Licht und Luft ausgesetzt werden. Motten mögen diese Unruhe nicht - am liebsten haben Sie es warm und dunkel.

Wollpullover

Was tun bei Pilling?

Die typischen kleinen Garnknötchen, Pilling genannt, bilden sich gerne bei gestrickter Wolle. Dabei werden durch Reibung Fasern aus der Kleidung gelöst und auf Grund der schuppigen Oberfläche verhakt und verfilzen dadurch. Diese können durch geringe Reibung beim Waschen verringert werden. Am besten Sie verwenden ein Wäschenetz und achten auf eine geringe Füllmenge in der Waschmaschine. Kommt es zu diesen Knötchen ist ein Woll-Rasierer empfehlenswert, mit dem diese auf dem trockenen Pullover abrasiert werden.

Wollrasierer

Wollkur

Auch bei hochwertigen Wolltextilien geht das natürliche Wollfett,  Lanolin mit der Zeit verloren. Lanolin bezeichnet man das Sekret aus den Talgdrüsen von Schafen. Durch eine Wollkur wird der Wolle das benötigte Wollwachs  zur Rückfettung zurückgegeben.  Dafür werden die Wolltextilien in Lanolin- Lösung eingelegt und anschließend nur ausgedrückt und getrocknet, ohne die Lösung auszuwaschen. Durch eine Wollkur wird das Pilling vermindert und die Textilien werden widerstandsfähiger gegen Wind und Wetter.

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Autor/in
Diana Stier
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