Die Weihnachtszeit ist die Zeit im Jahr, in der viele Menschen durch die Läden hasten auf der Suche nach dem perfekten Geschenk. Wirtschaftspsychologin Prof. Dr. Britta Krahn erklärt, welche Bedeutung das Schenken eigentlich hat.
Geschenke haben eine große Bedeutung – nicht nur zu Weihnachten
SWR1: Warum ist das Schenken eigentlich so wichtig? Warum hat es so eine große soziale Funktion?
Krahn: Das Schenken ist eine der wenigen wirklich universellen Verhaltensweisen, die wir in allen Kulturen finden. Es ist ein ganz starkes Symbol für das Knüpfen von eines sozialen Netzes um uns herum.
Über Weihnachten hinaus: Auf was es beim Schenken ankommt
SWR1: Dann aber auch mit der Gefahr, dass man was falsch macht, dass das Geschenk geschmacklos oder zu billig, zu teuer ist? Wie geht man damit um?
Krahn: Das Geschenk sollte nicht zu teuer sein. Es sollte nicht zu wertvoll sein oder zu kompliziert. Es sollte vor allem zu dem Beschenkten oder der Beschenkten passen, weniger um des Schenkens willen. Mit das Wichtigste ist, dass man zeigt: ich habe Aufmerksamkeit und Zeit investiert, um dir etwas zu geben. Dann ist die materielle Dimension erstmal auch nachrangig.
Weihnachten und Co. – Wie findet man das richtige Geschenk?
SWR1: Sie beschäftigen sich wissenschaftlich mit dem Thema. Dann haben sie vielleicht eine besonders gute Antwort auf eine Frage. Welches Geschenk geht immer, da macht man nichts falsch?
Krahn: Das einfache Rezept gibt es natürlich selten, aber man kann es ja mal andersrum betrachten. Die großen Fallen sind Pauschalisierungen. Das gilt es, zu vermeiden. Projektionen zu vermeiden, ist auch immer ein guter Weg. Geschenke müssen in erster Linie der beschenkten Person gefallen, nicht dem Schenkenden. Man sollte auch keine Botschaften vermitteln. "Das, was ich schon immer sagen wollte" an der Stelle eher vermeiden.
Geschenke müssen in erster Linie der beschenkten Person gefallen, nicht dem Schenkenden.
Ich glaube, man kann sich selbst und den anderen etwas Gutes tun, wenn man es einfacher hält. Das ist weniger aufwendig und kompliziert. Viele Untersuchungen zeigen, dass Beschenkte gar nicht so sehr auf den materiellen Wert schauen. Es ist eher etwas, das länger Freude macht. Etwas, das man direkt benutzen kann, und etwas, das wirklich zu ihnen passt.