Zeitumstellung 2026: Warum gibt es Sommerzeit und Winterzeit?

Am Sonntag, 29. März, beginnt 2026 die Sommerzeit – nur wenige Tage nach dem Frühlingsanfang. Warum ist die Sommerzeit eigentlich nicht die "richtige" Zeit und was macht die Zeitumstellung mit uns?

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Stand

Von Autor/in Wulf Piella

Wann wird 2026 auf Sommerzeit umgestellt?

Am Sonntag, 29. März 2026 wird die Zeit wieder auf die Sommerzeit umgestellt. Damit endet gleichzeitig die Winterzeit. Die Zeit wird nachts um 2 Uhr um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt. Das bedeutet, dass die Nacht eine Stunde kürzer ist und wir eine Stunde weniger schlafen können. Die Zeitumstellung erfolgt nur wenige Tage nach dem Frühlingsanfang am 20. März.

Immer am letzten Sonntag im März stellen Deutschland und viele andere europäische Länder ihre Uhren auf die Sommerzeit um. Am letzten Sonntag im Oktober wechseln wir dann wieder zurück zur Winterzeit.

Zeitumstellung klaut eine Stunde Schlaf
Zeitumstellung auf die Sommerzeit: Mitten in der Nacht ist es plötzlich schon drei Uhr. Micha Korb

Wird die Uhr vor- oder zurückgestellt?

Beim Wechsel von der Winterzeit zur Sommerzeit wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Dadurch verlieren wir eine Stunde. Beim Wechsel von der Sommerzeit zur Winterzeit im Oktober wird die Uhr dann zurückgestellt, wir gewinnen eine Stunde. Durch die Umstellung verlassen wir die mitteleuropäische Zeit (MEZ, auch mitteleuropäische Normalzeit genannt) und wechseln in die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ).

Wie wirkt sich die Zeitumstellung auf uns aus?

Wenn die Uhren für die Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt werden, wird uns eine Stunde Schlaf geraubt. Von einem Tag auf den anderen müssen wir früher aufstehen und es ist plötzlich morgens wieder länger dunkel. Darauf muss sich unser Körper erstmal einstellen. Wir leiden unter einer Art Mini-Jetlag. Mögliche Folgen sind zum Beispiel Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Einschlafen und Konzentrationsprobleme. Das kann auch Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben.

In einigen Studien stellen wir fest, dass Montags die Verkehrsunfälle zunehmen und dass es in der Woche darauf mehr Einweisungen in Krankenhäuser mit Verdacht auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt.

Wer mit der Zeitumstellung Probleme hat, kommt vielleicht mit ein paar hilfreichen Tipps besser klar. Zum Beispiel kann in dieser Zeit viel Bewegung an der frischen Luft helfen. Um besser einschlafen zu können, sollte man am Abend rechtzeitig zur Ruhe kommen – und dabei möglichst Fernsehen und Smartphone meiden.

Warum ist die Sommerzeit nicht die "richtige" Zeit?

Die Winterzeit ist eigentlich die "normale" Zeit. Sie wird auch mitteleuropäische Zeit (abgekürzt MEZ) oder auch mitteleuropäische Normalzeit genannt. Bevor die Sommerzeit eingeführt wurde, galt diese Zeit das ganze Jahr über – auch im Sommer. Dass die Zeit im Frühjahr um eine Stunde vorgestellt wird, hat man sich nur ausgedacht, um den Menschen beim Energiesparen zu helfen.

Für unseren Körper sei allerdings die Winterzeit besser, sagen Schlafforscher. Sie entspreche mehr unserer inneren Uhr und sei daher besser für unseren Biorhythmus. Es sei normaler für uns, wenn die Sonne im Jahresmittel morgens um 6 Uhr auf und abends um 6 Uhr untergeht. Dieser Rhythmus werde durch die Sommerzeit künstlich verschoben.

Die langen hellen Sommerabende haben den Nachteil, dass wir nicht müde werden und nicht ins Bett kommen und trotzdem klingelt morgens bei 80 Prozent unbarmherzig der Wecker.

Eine junge Frau sitzt in einem Korbstuhl draußen und genießt den Sonnenuntergang. Die Sommerzeit erlaubt es uns, abends mehr Zeit draußen zu verbringen, weil es länger hell bleibt.
Die Sommerzeit verleitet uns dazu länger wachzubleiben, weil es länger hell bleibt. Picture Alliance

Warum gibt es Sommerzeit und Winterzeit?

Als 1980 in Deutschland die Sommerzeit eingeführt wurde, passierte das eigentlich mit den besten Absichten: Nach der Ölkrise 1973 wollte man den Menschen helfen, Strom zu sparen. Sie sollten das Tageslicht besser ausnutzen können, indem es durch die Zeitumstellung abends länger hell bleibt. Tatsächlich haben aber Untersuchungen gezeigt, dass man in der Summe keine Energie spart. Man braucht zwar weniger künstliches Licht durch die Sommerzeit – dafür wird aber z.B. in den noch kühlen Morgenstunden im Frühling mehr geheizt.

Wann wird die Zeitumstellung endgültig abgeschafft?

Das ist völlig offen. Dabei sehen viele Menschen die Zeitumstellung kritisch. Eine Umfrage in Baden-Württemberg zeigte 2024, dass 80 Prozent die Umstellung auf die Sommerzeit für überflüssig halten und sie gerne abschaffen würden. Bei einer EU-Umfrage zur Zeitumstellung haben sich schon 2018 mehr als 80 Prozent der Teilnehmer für eine Abschaffung ausgesprochen. Seitdem ist jedoch nichts passiert.

Die EU-Länder sind sich uneins: Manche sind für eine dauerhafte Sommerzeit, andere wollen lieber die Winterzeit fürs ganze Jahr, wieder andere wollen gar nichts ändern. Ein gemeinsames Vorgehen wäre wichtig, sonst gäbe es einen Flickenteppich verschiedener Zeitzonen innerhalb der EU-Staaten.

Eine ewige Sommerzeit würde zum Beispiel für Länder wie Deutschland oder Spanien bedeuten, dass es über Monate erst weit nach 9 Uhr hell wird. Das könnte besonders für diejenigen problematisch sein, die täglich zur Arbeit oder in die Schule müssen und schon früh am Tag Leistung zeigen müssen.

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