Robuste Stauden

Warum die Elfenblume ein unschlagbarer Bodendecker im Garten ist

Die Elfenblume ist kein Blütenstar und trotzdem ein Geheimtipp unter den Stauden. SWR4 Gartenexperte Volker Kugel pflanzt sie gerne als robusten, pflegeleichten Bodendecker.

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Von Autor/in Volker Kugel

Die Elfenblume, botanisch Epimedium, ist eine eher nüchterne Staude – und gerade deshalb im Garten so vielseitig einsetzbar.

Man kann sie als flächigen Bodendecker pflanzen oder mit anderen Stauden und Gehölzen kombinieren. SWR4 Gartenexperte Volker Kugel lobt vor allem ihre Robustheit: Selbst wenn der Rasenmäher einmal über sie fährt, nimmt sie es nicht übel. Wer die richtigen Sorten wählt und sie gut etabliert, bekommt einen dichten Pflanzenteppich, der Hitze und Schatten mühelos wegsteckt.

Elfenblumen der Sorte Rubrum wachsen unter einem Baum. Als Bodendecker lässt die Staude kaum Platz für Unkraut und andere Beikräuter.
Hier wachsen Elfenblumen der Sorte Rubrum. Als Bodendecker lässt die Staude kaum Platz für Unkraut und andere Beikräuter. Zoonar | Peter Himmelhuber

Elfenblume: So sieht die Staude aus
Pflanzen und Standort der pflegeleichten Staude als Bodendecker
Pflege der Elfenblume: wenig Aufwand, große Wirkung
Hitzeverträgliche Stauden und frei von Schädlingen
Beliebte Elfenblumen-Sorten für den Garten
Elfenblume mit anderen Stauden und Gehölzen kombinieren

Elfenblume: So sieht die Staude aus

Im Garten besonders interessant sind die immergrünen Elfenblumen. Sie behalten ihr Laub das ganze Jahr und sorgen so dauerhaft für eine geschlossene Fläche. Ihre Blätter sind herzförmig, etwa sechs bis acht Zentimeter groß, in Ausnahmefällen bis zu zehn Zentimeter. Sie sind sattgrün mit deutlich sichtbaren Blattadern – das wirkt dekorativ, auch ohne auffällige Blüten.

Die jungen Blätter der Elfenblume sind zunächst bronzefarben. Die herzförmigen Blätter der Staude werden dann immer grüner.
Die jungen Blätter der Elfenblume sind zunächst bronzefarben und werden dann immer grüner. imageBROKER | Helmut Meyer zur Capellen

Der Austrieb im Frühjahr ist ein zusätzlicher Blickfang: Die jungen Blätter schimmern zunächst bronzefarben und werden dann nach und nach immer grüner. Die Blüten erscheinen eher unscheinbar, dafür aber in unterschiedlichen Farben wie schwefelgelb, weiß, rot oder violett. Sie schmücken die Pflanze unaufdringlich, ohne den Garten zu dominieren.

Pflanzen und Standort der pflegeleichten Staude als Bodendecker

Beim Boden ist die Elfenblume erstaunlich unkompliziert. Sie wächst in fast jedem normalen Gartenboden und stellt kaum Ansprüche. Am liebsten steht sie in der Sonne, kommt aber auch im Halbschatten zurecht und gedeiht sogar im Schatten. Typisch ist ihr Einsatz unter Bäumen: Sie wächst dort bis direkt an den Stamm heran und schließt Flächen, die sonst oft kahl bleiben.

Damit sie als Bodendecker schnell Wirkung zeigt, pflanzt man etwa acht bis neun Elfenblumen pro Quadratmeter. So schließen sich die Lücken zügig. Nach ungefähr zwei Jahren ist die Fläche meist vollständig bedeckt, und unerwünschtes Unkraut hat dort kaum noch eine Chance.

Pflege der Elfenblume: wenig Aufwand, große Wirkung

Zum Start lohnt sich eine Düngergabe: Etwa 30 bis 40 Gramm organisch-mineralischer Volldünger pro Quadratmeter unterstützen das Anwachsen.

Die Elfenblume zählt zu den pflegeleichten Stauden. Nach dem Pflanzen braucht sie allerdings etwas Aufmerksamkeit. Aufkommendes Unkraut muss entfernt werden, damit sie sich ungestört etablieren kann. In den ersten zwei Jahren sollte außerdem regelmäßig gegossen werden, besonders in trockenen Phasen. Ist die Elfenblume gut eingewurzelt und hat die Fläche geschlossen, braucht sie in der Regel keine zusätzliche Bewässerung mehr.

Mit Schnee bedeckte Blätter der Elfenblume. Dem Bodendecker machen kalte Temperaturen nichts aus. Sollten die Blätter erfrieren, kann man die Stauden zurückschneiden.
Die Elfenblume trotzt auch Schnee und eisigem Wetter. Sollten Blätter erfrieren, kann man die Stauden zurückschneiden. Zoonar | Peter Himmelhuber

Hitzeverträgliche Stauden und frei von Schädlingen

Im Zuge des Klimawandels zeigt die Elfenblume eine weitere Stärke: Sie verträgt Hitze sehr gut und kommt auch mit Trockenperioden erstaunlich gut zurecht. Krankheiten und Schädlinge sind praktisch kein Thema – ein klarer Pluspunkt gegenüber empfindlicheren Stauden.

Hin und wieder können die Blätter bei extremer Hitze welken oder im Winter erfrieren. Das sieht zunächst dramatisch aus, ist aber kein Grund zur Sorge. Volker Kugel rät dann zu einem konsequenten Rückschnitt: Die Pflanzen können auf etwa fünf bis sieben Zentimeter eingekürzt werden. Bei größeren Flächen ist es sogar möglich, den Rasenmäher hoch einzustellen und die Elfenblumen flächig abzuschneiden. Sie treiben sicher wieder aus.

Beliebte Elfenblumen-Sorten für den Garten

Volker Kugel empfiehlt ausdrücklich die weniger wuchernden Sorten, denn stark ausbreitende Elfenblumen sind später schwer zu begrenzen. Die Klassiker unter den widerstandsfähigen, aber verträglichen Sorten sind:

Frohnleiten: Die wohl beliebteste Sorte. Sie wird etwa 20 Zentimeter hoch, bildet einen dichten Teppich und blüht schwefelgelb. Frohnleiten gilt als besonders verlässlicher Bodendecker.

Als Elfenblume ist die Sorte Frohnleiten sehr beliebt. Die Staude hat schwefelgelbe Blüten und ist ein robuster Bodendecker.
Die Elfenblumen-Sorte Frohnleiten ist sehr beliebt und blüht schwefelgelb. imageBROKER | McPHOTO / Hans Roland Müller

Rubrum: Wie der Name andeutet, zeigt sie dunkelrote Blüten. Auch diese Sorte bleibt mit cirka 20 Zentimetern eher niedrig und eignet sich gut für kleinere Flächen.

Stauden können sehr schöne Blüten ausbilden, wie hier die Elfenblume der Sorte Rubrum. Wie ihr Name andeutet, hat sie dunkelrote Blüten.
Die Elfenblumen-Sorte Rubrum hat, wie ihr Name andeutet, dunkelrote Blüten. Visually | Radim Beznoska

Orangekönigin: Eine außergewöhnliche Sorte, die bis zu 40 Zentimeter hoch werden kann. Sie trägt leuchtend orangefarbene Blüten und ist durch ihre Höhe eher für größere Flächen geeignet, zum Beispiel an einem Hang.

Eine besonders schöne Elfenblume ist die Sorte Orangekönigin. Die Staude bildet leuchtend orangefarbene Blüten.
Die Elfenblumen-Sorte Orangekönigin ist außergewöhnlich und bildet leuchtend orangefarbene Blüten. blickwinkel/McPHOTO/H.-R. Mueller

Alle drei Sorten sind robust und bilden über die Jahre geschlossene Pflanzenteppiche.

Elfenblume mit anderen Stauden und Gehölzen kombinieren

Elfenblumen wirken besonders schön, wenn sie mit anderen, konkurrenzstarken Pflanzen kombiniert werden. Denn: Schwachwüchsige Stauden werden von der wachsfreudigen Elfenblume leicht überwuchert. Ein Rittersporn etwa hätte in einer solchen Mischung nach spätestens zwei Jahren kaum noch eine Chance.

Gut geeignete Nachbarn sind widerstandsfähige Schattenstauden wie das Schaublatt (Rodgersia), der Wald-Geißbart, höhere Astilben oder Lenzrosen. Sie kommen mit der Konkurrenz der Elfenblume zurecht und bilden gemeinsam eindrucksvolle, strukturreiche Pflanzungen.

Die Flaumige Elfenblume wächst unter einem Baum bis an den Stamm. Die Staude ist ein geeigneter Bodendecker.
Die Staude wächst als Bodendecker bis an den Baumstamm. Hier ist eine Flaumige Elfenblume zu sehen. Zoonar | Peter Himmelhuber

Sehr beliebt ist auch die Verwendung der Elfenblume zur Unterpflanzung von Sträuchern und kleinen Bäumen. Sie wächst bis an den Stamm von Gehölzen wie Felsenbirne, Eisenholzbaum oder Vogelkirsche heran und deckt den Boden unter diesen Pflanzen zuverlässig ab. So entsteht ein gepflegter Eindruck, ohne dass man ständig hacken oder jäten muss.

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SWR4 am Donnerstag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Volker Kugel
Porträt von SWR4 Experte Volker Kugel im blauen gemusterten Hemd
Audiobeitrag
Matthias Methner
Onlinefassung
Anna Lang