Die Elfenblume, botanisch Epimedium, ist eine eher nüchterne Staude – und gerade deshalb im Garten so vielseitig einsetzbar.
Man kann sie als flächigen Bodendecker pflanzen oder mit anderen Stauden und Gehölzen kombinieren. SWR4 Gartenexperte Volker Kugel lobt vor allem ihre Robustheit: Selbst wenn der Rasenmäher einmal über sie fährt, nimmt sie es nicht übel. Wer die richtigen Sorten wählt und sie gut etabliert, bekommt einen dichten Pflanzenteppich, der Hitze und Schatten mühelos wegsteckt.
Elfenblume: So sieht die Staude aus
Pflanzen und Standort der pflegeleichten Staude als Bodendecker
Pflege der Elfenblume: wenig Aufwand, große Wirkung
Hitzeverträgliche Stauden und frei von Schädlingen
Beliebte Elfenblumen-Sorten für den Garten
Elfenblume mit anderen Stauden und Gehölzen kombinieren
Elfenblume: So sieht die Staude aus
Im Garten besonders interessant sind die immergrünen Elfenblumen. Sie behalten ihr Laub das ganze Jahr und sorgen so dauerhaft für eine geschlossene Fläche. Ihre Blätter sind herzförmig, etwa sechs bis acht Zentimeter groß, in Ausnahmefällen bis zu zehn Zentimeter. Sie sind sattgrün mit deutlich sichtbaren Blattadern – das wirkt dekorativ, auch ohne auffällige Blüten.
Der Austrieb im Frühjahr ist ein zusätzlicher Blickfang: Die jungen Blätter schimmern zunächst bronzefarben und werden dann nach und nach immer grüner. Die Blüten erscheinen eher unscheinbar, dafür aber in unterschiedlichen Farben wie schwefelgelb, weiß, rot oder violett. Sie schmücken die Pflanze unaufdringlich, ohne den Garten zu dominieren.
Pflanzen und Standort der pflegeleichten Staude als Bodendecker
Beim Boden ist die Elfenblume erstaunlich unkompliziert. Sie wächst in fast jedem normalen Gartenboden und stellt kaum Ansprüche. Am liebsten steht sie in der Sonne, kommt aber auch im Halbschatten zurecht und gedeiht sogar im Schatten. Typisch ist ihr Einsatz unter Bäumen: Sie wächst dort bis direkt an den Stamm heran und schließt Flächen, die sonst oft kahl bleiben.
Damit sie als Bodendecker schnell Wirkung zeigt, pflanzt man etwa acht bis neun Elfenblumen pro Quadratmeter. So schließen sich die Lücken zügig. Nach ungefähr zwei Jahren ist die Fläche meist vollständig bedeckt, und unerwünschtes Unkraut hat dort kaum noch eine Chance.
Pflege der Elfenblume: wenig Aufwand, große Wirkung
Zum Start lohnt sich eine Düngergabe: Etwa 30 bis 40 Gramm organisch-mineralischer Volldünger pro Quadratmeter unterstützen das Anwachsen.
Die Elfenblume zählt zu den pflegeleichten Stauden. Nach dem Pflanzen braucht sie allerdings etwas Aufmerksamkeit. Aufkommendes Unkraut muss entfernt werden, damit sie sich ungestört etablieren kann. In den ersten zwei Jahren sollte außerdem regelmäßig gegossen werden, besonders in trockenen Phasen. Ist die Elfenblume gut eingewurzelt und hat die Fläche geschlossen, braucht sie in der Regel keine zusätzliche Bewässerung mehr.
Hitzeverträgliche Stauden und frei von Schädlingen
Im Zuge des Klimawandels zeigt die Elfenblume eine weitere Stärke: Sie verträgt Hitze sehr gut und kommt auch mit Trockenperioden erstaunlich gut zurecht. Krankheiten und Schädlinge sind praktisch kein Thema – ein klarer Pluspunkt gegenüber empfindlicheren Stauden.
Hin und wieder können die Blätter bei extremer Hitze welken oder im Winter erfrieren. Das sieht zunächst dramatisch aus, ist aber kein Grund zur Sorge. Volker Kugel rät dann zu einem konsequenten Rückschnitt: Die Pflanzen können auf etwa fünf bis sieben Zentimeter eingekürzt werden. Bei größeren Flächen ist es sogar möglich, den Rasenmäher hoch einzustellen und die Elfenblumen flächig abzuschneiden. Sie treiben sicher wieder aus.
Beliebte Elfenblumen-Sorten für den Garten
Volker Kugel empfiehlt ausdrücklich die weniger wuchernden Sorten, denn stark ausbreitende Elfenblumen sind später schwer zu begrenzen. Die Klassiker unter den widerstandsfähigen, aber verträglichen Sorten sind:
Frohnleiten: Die wohl beliebteste Sorte. Sie wird etwa 20 Zentimeter hoch, bildet einen dichten Teppich und blüht schwefelgelb. Frohnleiten gilt als besonders verlässlicher Bodendecker.
Rubrum: Wie der Name andeutet, zeigt sie dunkelrote Blüten. Auch diese Sorte bleibt mit cirka 20 Zentimetern eher niedrig und eignet sich gut für kleinere Flächen.
Orangekönigin: Eine außergewöhnliche Sorte, die bis zu 40 Zentimeter hoch werden kann. Sie trägt leuchtend orangefarbene Blüten und ist durch ihre Höhe eher für größere Flächen geeignet, zum Beispiel an einem Hang.
Alle drei Sorten sind robust und bilden über die Jahre geschlossene Pflanzenteppiche.
Elfenblume mit anderen Stauden und Gehölzen kombinieren
Elfenblumen wirken besonders schön, wenn sie mit anderen, konkurrenzstarken Pflanzen kombiniert werden. Denn: Schwachwüchsige Stauden werden von der wachsfreudigen Elfenblume leicht überwuchert. Ein Rittersporn etwa hätte in einer solchen Mischung nach spätestens zwei Jahren kaum noch eine Chance.
Gut geeignete Nachbarn sind widerstandsfähige Schattenstauden wie das Schaublatt (Rodgersia), der Wald-Geißbart, höhere Astilben oder Lenzrosen. Sie kommen mit der Konkurrenz der Elfenblume zurecht und bilden gemeinsam eindrucksvolle, strukturreiche Pflanzungen.
Sehr beliebt ist auch die Verwendung der Elfenblume zur Unterpflanzung von Sträuchern und kleinen Bäumen. Sie wächst bis an den Stamm von Gehölzen wie Felsenbirne, Eisenholzbaum oder Vogelkirsche heran und deckt den Boden unter diesen Pflanzen zuverlässig ab. So entsteht ein gepflegter Eindruck, ohne dass man ständig hacken oder jäten muss.