Hier schreibt Gartenexpertin Natalie Bauer

Boden im Garten mit einer Bodenanalyse verbessern

Eine Bodenanalyse kann jetzt im Frühjahr helfen den Boden im Garten zu verbessern, bevor Dünger eingebracht wird. Tipps von SWR1 Gartenexpertin Natalie Bauer.

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Von Autor/in Natalie Bauer

Das Beste kommt von unten - Gartenboden mit einer Bodenanalyse verbessern

Ein gesunder Gartenboden ist das Wichtigste im Garten. Denn hier strecken Pflanzen ihre Wurzeln hinein, um sich alles zu holen, was für sie überlebenswichtig ist. Sie leben in Symbiose mit den Bodenorganismen. Der Boden ist damit Lebensraum für eure Pflanzen, also ihr Nährstoff- und Wasserspender.

Warum eine Bodenanalyse wichtig ist

Ein unausgewogenes Bodenmilieu kann eure Pflanzen nicht ausreichend unterstützen und sie sogar schädigen. Die Folge ist Kümmerwuchs. Dadurch haben es Krankheiten und Schädlinge ganz einfach, in eure Pflanzen einzudringen und sie weiter zu schwächen. Auch unser Immunsystem läuft nicht richtig, wenn Nährstoffe fehlen.

Daher ist es wichtig eine Bodenprobe durchzuführen. Gerade bei der Übernahme eines Gartens bietet sich eine vollumfängliche Bodenanalyse an, die dann alle vier bis fünf Jahre in kleinerem Umfang wiederholt werden kann. Mit dieser Bodenanalyse erhaltet ihr einen Überblick über die im Boden enthaltenen Nährstoffe und Mineralien und vieles mehr.

So kannst du Bodenproben in deinem Garten entnehmen

Eine Bodenprobe im Garten zu entnehmen ist ganz einfach. Dafür könnt Ihr einen Spaten nutzen und an mehreren Stellen im Garten Bodenproben aus einer Tiefe von etwa 15 Zentimetern entnehmen.

Die Bodenproben könnt ihr in einem Eimer sammeln. Wenn ihr etwa 500 Gramm beisammen habt, dann könnt Ihr eure Proben gründlich mischen und in einen Plastikbeutel umfüllen. Das Päckchen mit dem Plastikbeutel sollte dann gleich zur Post gebracht und an ein Labor versendet werden.

Informiert euch vorab online, in welches Labor ihr eure Bodenprobe schicken wollt. Viele Labore haben ausführliche Anleitungen zur Bodenprobeentnahme online gestellt. Mögliche Labore finden sich bei der Raiffeisen oder der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA). Auch viele Baumärkte und Gärtnereien bieten Bodenanalysen an.

Beauftragt bei eurer Bodenprobe auf jeden Fall eine Nährstoffanalyse, die Bestimmung der Bodenart, den Humusgehalt und den pH-Wert. Nehmt auch die Düngeempfehlung der Labore in eure Bestellung mit auf. Dann wisst ihr ganz genau, was euer Boden in welcher Menge braucht. Auch eine Überprüfung der Schwermetallbelastung sollte zumindest einmal durchgeführt werden.

Wieviel kostet eine Bodenanalyse?

Eine Bodenanalyse ist ihr Geld wert. Eine vollumfängliche Bodenanalyse kann um die 100 Euro kosten. Die Preise gehen je nach Umfang bei 20 Euro los. Dafür werdet Ihr garantiert Einsparungen beim Dünger haben, weil Ihr zielgenau düngen könnt.

Das Ergebnis der Bodenanalyse liegt vor - was tun bei Nährstoffüberschuss?

Ein Nährstoffüberschuss im Boden ist weitaus häufiger anzutreffen als ein Nährstoffmangel. Ein Überschuss an Nährstoffen kann euren Pflanzen genauso schädigen wie ein Nährstoffmangel. Daher reduziert eure Düngung oder setzt sie entsprechend der Laborempfehlung aus, bis eine wiederholte Bodenanalyse einen ausgeglichenen Nährstoffgehalt anzeigt.

Arbeitet in euren Gartenboden ausreichend Humus mit ein. Dieser kann den Nährstoffhaushalt so managen, dass die Pflanzen weder ein Zuviel noch ein Zuwenig an Nährstoffen aufnehmen.

Übrigens: Starkzehrer unter dem Gemüse, wie Tomaten, Kohl und Kürbis können dabei helfen einen hohen Nährstoffgehalt im Boden zu reduzieren.

Wie ihr eure Bodenfruchtbarkeit verbessern könnt

Ein lebendiger Boden ist essentiell für die Gesundheit eurer Pflanzen. Damit euer Boden mehr Power bekommt, könnt Ihr folgendes tun:

Bodenfruchtbarkeit verbessernOrganisches Material in den Boden einbringen

Egal ob Laub, Grünschnitt aller Art oder abgeschnippelte, verwelkte Blüten, das alles könnt Ihr direkt im Beet liegen lassen. Eure Regenwürmer machen sich gerne an die Arbeit und raspeln alles mit der Zeit weg.

Umso länger das Verrotten in eurem Beet dauert, umso schlechter ist es um euren Boden bestellt. Aber keine Sorge. Wenn Ihr euren Mikroorganismen Futter gebt, dann werden sie wachsen und sich vermehren.

Mit natürlichem Dünger den Boden im Garten verbessern

Bodenfruchtbarkeit verbessernDein Boden will nicht nackt sein

In der Natur gibt es keinen nackten Boden. Und das hat seinen Grund. Denn nackter, nicht bewachsener Boden ist von Bodenerosion betroffen. Durch den fehlenden "grünen" Schutz wird über Wasser und Wind die fruchtbare obere Schicht immer mehr abgetragen.

Mulcht eure Beete daher mit Stroh, Laub, Grasschnitt oder Miscanthus-Mulch, um diesen Prozess zu verhindern oder zu verlangsamen. Auch die Mikroorganismen lieben den beschatteten Boden, der zudem die Feuchtigkeit im Sommer länger halten kann. Mit einer Mulchschicht lässt sich somit auch Wasser sparen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Natalie Bauer
Gartenbloggerin und Gartenplanerin Natalie Bauer
Das Gespräch führte
Hanns Lohmann
SWR1 RP Moderator Hanns Lohmann
Onlinefassung
SWR1