Marder vertreiben: So gelingt die Abwehr im Auto, Dachstuhl und Garten

Geräusche, Abwehrspray, Marderschreck: Zum Vertreiben von einem Marder aus Auto oder Dachstuhl gibt es viele Methoden. Wir zeigen, was bei der Abwehr von Mardern wirklich wirkt.

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Von Autor/in Fabian Ziehe

Wie erkennt man, ob man einen Marder hat?

Ein Baummarder hält sich von Menschen eher fern. Somit ist der Marder, der sich an Auto, Dach und Hühnerstall zu schaffen macht, der Steinmarder. Er lebt eigentlich in Mischwäldern oder felsige Regionen. Er schätzt aber auch die Nähe zu Menschen, die viel Nahrung und ein warmes, ruhiges und sicheres Quartier bieten.

Ein Steinmarder von vorne: Die Tiere suchen die Nähe zu menschlichen Behausungen. Marder lassen sich schwer vertreiben und nisten sich gerne im Auto oder unter dem Dach ein.
Ein Steinmarder von vorne: Die Tiere suchen die Nähe zu menschlichen Behausungen. Marder lassen sich schwer vertreiben und nisten sich gerne im Auto oder unter dem Dach ein.

Einen Marder hört man durch sein Kratzen, Tippeln oder Fiepen. Zu sehen bekommt man ihn kaum, er ist scheu und nachtaktiv. Sein dunkler Kot erinnert an den von Katzen; er ist fingerdick und läuft spitz verdreht zu. Oft enthält er Reste von Knochen, Fell und Insekten und stinkt. Wohnt ein Marder im Haus, dann meist unter dem Dach. Kellerräume meidet er.

Was hilft am besten gegen Marder im Auto?

Der Steinmarder heißt auch "Automarder", denn er knabbert gerne Kabel, Schläuche und Isolierungen im Motorraum an. Gerade, wenn ein anderer Marder zuvor da war und Duftspuren hinterlassen hat: Dann zeigt der einzelgängerische Steinmarder aggressives Revierverhalten und beißt um sich. Im Auto kann das zu massiven Schäden und Gefahren führen, wie ein Autobrand in Bodenheim bei Mainz gezeigt hat.

Eine Marderschreck bei der Installation im Motorraum von einem Auto: Den Einbau solcher Vergrämungs-Geräte sollte ein Fachmann durchführen, damit die Abwehr von einem Marder gelingt.
Eine Marderschreck bei der Installation im Motorraum von einem Auto: Den Einbau solcher Vergrämungs-Geräte sollte ein Fachmann durchführen, damit die Abwehr von einem Marder gelingt.

Automobilclubs wie der ADAC, ACE und ACV informieren deshalb ausführlich über Gegenmaßnahmen bei einem Marderbefall des Autos. Hier die gängigen Methoden:

  • Marderschreck: Die Geräte, die man im Motorraum unterbringt und die batteriebetrieben sind, erzeugen Ultraschall-Töne. Manche Modelle erzeugen zusätzlich Lichtblitze. Der hohe Ton ist für Menschen nicht oder kaum zu hören. Für Marder ist er sehr unangenehm. Allerdings gewöhnen sich die Tiere an das Geräusch.
  • Duftstoffe: Viele Hersteller bieten Sprays und Pasten an, um die Tiere mit ihrem feinen Geruchssinn abzuschrecken. Auch Hausmittel sind beliebt – etwa Hunde- oder Katzenhaare, Toilettensteine, Mottenkugeln oder Duftsäckchen. Allerdings können die Marder sich auch an diese Gerüche gewöhnen.
  • Motorwäsche: Marder sorgen für Schäden, gerade wenn ein Rivale Duftspuren hinterlassen hat. Da kann eine Motorwäsche helfen, gerade wenn man aus einer Region mit vielen Mardern aus dem Urlaub kommt. Prinzipiell bleibt der Motorraum aber auch nach der Motorwäsche ein attraktiver Rückzugsort.
  • Elektroschock: Kleine Metallplatten installiert im Motorraum verpassen Mardern einen harmlosen, aber unangenehmen Stromschlag – vergleichbar mit Elekrozäunen auf Viehweiden. Experten sehen solche Elektroschocker für recht wirkungsvoll an. Allerdings sollten Fachleute diese Geräte einbauen.
  • Schutzvorrichtungen: Eine Motorraumabschottung und spezielle Schutzschläuche werden von Fachleuten ebenfalls als recht wirkungsvoll angesehen. Allerdings sollten auch diese von Fachleuten angebracht werden. Das wird insgesamt recht teuer.
  • Gitterschutz: Günstiger ist da ein Drahtgitter (Kaninchendraht) in einem einfachen Rahmen aus Kantholz. Der wird nach dem Parken des Autos vorne unter den Motorraum geschoben. Marder sollen wohl nur sehr ungern über so ein nachfederndes Gitter laufen.
  • Garage: Parkt man das Auto in einer Garage, hat man eher auch keine Marder-Probleme. Solange die Garage von außen für Tiere unzugänglich ist, ist das wohl der effektivste Marderschutz.
Drahtgitter unter einem Auto: Um einen Marder zu vertreiben, kann ein Drahtgitter in einem Holzrahmen helfen: Unter das Auto geschoben unterstützt dieses bei der Abwehr der Tiere.
Um einen Marder zu vertreiben, kann ein Drahtgitter in einem Holzrahmen helfen: Unter das Auto geschoben unterstützt dieses bei der Abwehr der Tiere.

Keine Mittel für sich garantiert hundertprozentigen Schutz. Marder können sich auf vieles einstellen und finden alternative Wege. Daher empfiehlt das Bundesumweltamt eine Kombination mehrere Methoden der Vergrämung. Im Zweifelsfall kann ein Kammerjäger weiterhelfen.

Wie werde ich den Marder aus dem Haus wieder los?

Im Haus selbst sucht ein Marder drei Dinge: Einen Ruheplatz, einen Unterschlupf zur Aufzucht der Jungen, samt Dämmung als Nistmaterial und Nahrung. All das sollten wir ihm also möglichst nicht bieten. Dabei helfen einige Mittel, die auch beim Auto wirken wie ein Marderschreck und Duftstoffe. Zudem kommen weitere Mittel:

Ein Marder zwischen Gerümpel auf einem Dachboden: Das Tier mag die Nähe zum Menschen, wo es warm, ruhig und sicher ist. Deshalb lässt er sich schwer vertreiben, was die Abwehr schwierig macht.
Ein Marder zwischen Gerümpel auf einem Dachboden: Das Tier mag die Nähe zum Menschen, wo es warm, ruhig und sicher ist. Deshalb lässt er sich schwer vertreiben, was die Abwehr schwierig macht.
  • Lärm: Anhaltendes Klopfen und Lärmen vertreibt das Tier, ebenso laute Musik. Allerdings ist das keine Dauerlösung, im Zweifelsfall gewöhnt sich ein Marder schneller an 24 Stunden Heavy Metal als der Mensch. Somit muss man nach der Beschallung sofort eine Rückkehr des Marders unmöglich machen.
  • Schutzvorrichtungen: Mit Verblendungen, Drahtgittern und dem Verschießen von Schlupflöchern gerade bei Ziegeldächern kann man Marder vom Dachboden oder zumindest der Dachisolation fernhalten.
  • Zugänge beseitigen: Es hilf auch, Klettermöglichkeiten wie Äste und Bäume direkt am Haus zu entfernen. Für Fallrohre gibt es Abwehrgürtel, die einen Aufstieg verhindern. Einige Ziegel kann der Marder anheben und durchschlüpfen; diese müssen aufwändig von innen gesichert werden.
  • Schlupflöcher verschließen: Marder schlüpfen schon durch wenige Zentimeter große Löcher. Es braucht also eine intensive Suche nach Öffnungen, die ein Marder passieren kann. Diese Schlupflöcher gilt es zu verschließen.

Gerade im Haus kann es sehr mühsam werden, alle Zugänge zu schließen und Rückzugsräume zu beseitigen. Es braucht regelmäßige Kontrollen nach einem beseitigten Befall. Im Zweifelsfall hilft auch hier ein professioneller Schädlingsbekämpfer weiter.

Was zieht einen Marder noch an?

Wenn ein Marder Probleme macht, sollte man sich zudem auch überlegen, was das Tier generell anzieht. Marder mögen es warm, versteckt, ruhig und nahrhaft, soweit klar. Interessiert sind die Tiere zuvorderst an einem sicheren und ruhigen Unterschlupf. Da bieten sich neben dem bereits genannten Auto oder Dachboden auch Reisighaufen, Holzstapel, Hütten und Scheunen an.

Ein Marder auf dem Dach: Für die Abwehr und das Vertreiben der Tiere sollten alle Zugänge verschlossen und im Zweifelsfall die Dachplatten gesichert sein.
Ein Marder auf dem Dach: Für die Abwehr und das Vertreiben der Tiere sollten alle Zugänge verschlossen und im Zweifelsfall die Dachplatten gesichert sein.

Auch leicht verfügbare Nahrung mögen die Allesfresser – seien es eben die Hühner im Garten oder Essensreste auf dem Kompost. Steinmarder sind "Opportunisten", sie sind bei der Nahrung also nicht wählerisch, gerade wenn sie leicht verfügbar ist. Sie begnügen sie sich auch mal mit Katzenfutter und Abfällen. An all das sollte ein Marder möglichst nicht herankommen.

Was für Krankheiten können Marder übertragen?

Prinzipiell könnender Kot und Urin des Marders Infektionskrankheit wie Tollwut, Staupe, Toxoplasmose übertragen. Und ebenso Parasiten wie Band- und Saugwürmer. Das können Haustiere wie Hund und Katze allerdings auch – und Füchse erst recht. Forscher haben 2016 herausgefunden, dass Steinmarder sogar weitgehend frei von Krankheitserregern waren – gerade im Vergleich mit Füchsen und Marderhunden.

Warnschild in einem Tollwut-Gebiet
Warnschild in einem Tollwut-Gebiet: Marder können Erreger auf den Menschen übertragen. Andere Tiere sind da aber eher ein Problem.

Muss man Marder vertreiben?

Ob man einen Marder vertreiben muss, ist eine individuelle Entscheidung. Sofern man Geflügel hält, ist für sie der Marder eine Gefahr – andere Raubtiere aber genauso. Den Stall muss man somit ohnehin sichern. Das gleiche gilt für Vogelnistkästen im Garten, die man auch vor Katzen schützen sollte. Letztlich muss nicht das ganze Grundstück marderfrei sein, sofern Auto, Haus und Stall gesichert sind.

Ein Marder schaut aus einem Baumstumpf hervor: Die Raubtiere fressen im Garten selten etwas an und dienen auch zur Abwehr von Nagetieren wie Mäusen. Es gibt also auch Gründe, das Tier nicht zu vertreiben.
Ein Marder schaut aus einem Baumstumpf hervor: Die Raubtiere fressen im Garten selten etwas an und dienen auch zur Abwehr von Nagetieren wie Mäusen. Es gibt also auch Gründe, das Tier nicht zu vertreiben.

Zumal Marder keine Menschen attackieren – außer man treibt sie sehr in die Enge. Die Tiere sind zudem im Garten unproblematisch, sie graben keine Löcher und fressen keine Pflanzen und nur selten Früchte an. Auf ihrer Speisekarte stehen auch Ratten, Mäuse und andere Schädlinge, da ist der Marder sogar ein Nützling. Und: Marder sind schöne und elegante Tiere, sollte man sie überhaupt einmal erblicken.

Wie fängt man Marder – und ist das erlaubt?

Privatleute dürfen Marder niemals verletzen oder gar töten. Das ist strafbar. Somit dürfen auch Mütter und Jungtiere nicht voneinander getrennt werden, denn dann würde ja der Nachwuchs sterben. Ebenso ist der Einsatz von Gift zur Marderbekämpfung verboten und zudem gefährlich für andere Lebewesen. Das Vergrämen der Marder ist erlaubt, sofern man die Tiere und ihren Nachwuchs nicht gefährdet oder verletzt.

Ein toter Marder in einem Fangeisen: Das Aufstellen von Fallen braucht einen Jagdschein oder eine speziellen Sachkundelehrgang. Todfang ist mancherorts sogar verboten.
Ein toter Marder in einem Fangeisen: Das Aufstellen von Fallen braucht einen Jagdschein oder eine speziellen Sachkundelehrgang. Todfang ist mancherorts sogar verboten.
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