Alte Bäume mit Höhlen im Stamm sind rar geworden, aber viele Vögel sind darauf angewiesen. Auch Arten, die an Gebäuden nisten, finden immer weniger geeignete Plätze, um ihre Jungen aufzuziehen, weil die Häuser immer besser abgedichtet werden.
Diese vier Nistkästen können Abhilfe leisten:
Großraumhöhle für den Waldkauz
Gerade größere Vögel, die mehr Platz für die Brut brauchen, haben Probleme, geeignete Nistplätze zu finden, denn sie brauchen ältere Baumbestände und die Stämme. Großraumhöhlen-Nistkästen können da eine Hilfe sein. Waldkäuze und Schwarzspechte lassen sich durchaus in Gärten mit altem Baumbestand, am Waldrand oder auf Streuobstwiesen nieder. Mit einer Großraumhöhle können Sie den nachtaktiven Waldkauz, eine putzige, mittelgroße Eulenart, unterstützen. Der Waldkauz braucht Höhlen nicht nur zum Brüten, sondern auch als Tagesversteck. Tipp: Wer in Waldnähe wohnt und größere Bäume auf dem Grundstück hat, kann es ausprobieren und einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten!
Nistkasten für den Wendehals
Der Wendehals steht auf der Roten Liste der bedrohten Wandervögel und gilt im Bestand als gefährdet. Er gehört zur Familie der Spechte, hat aber eher die Größe eines Stares. Entsprechend benötigt er keine großen Nistkästen, aber größere als Meisen. Obwohl er zu den Spechten gehört, hämmert er keine Höhlen in Bäume, sondern nutzt bestehende – aber nicht in Wäldern, sondern in offenen, strukturierten Landschaften und Naturgärten. Als Nistkästen für den Wendehals werden auch Starenkästen verwendet. Von Vorteil ist ein vorgebautes Einflugloch, das Mardern und Katzen keine Chance bietet, an die Küken zu kommen. Der Wendehals überwintert in Westafrika und ist ab Mitte April in unseren Breiten. Seine Leibspeise sind Ameisen.
Nest für Mauersegler
Wie Schwalben ist der Mauersegler ein absoluter Flugkünstler und Sommerbote, der gerne am Gebäude nistet. Anders als Schwalben entsorgt er seinen Kot aber abseits. Für Mauersegler gibt es Nistkästen, die in der Fassade eingebaut werden können, oder aber auf dem Putz unter dem Dachgiebel angebracht werden. Die Kästen müssen mindestens in 6-7 Metern Höhe aufgehängt werden. Der Mauersegler ist ein reiner Insektenfresser, der seine Beute ausschließlich im Flug fängt. Zu wenig Insekten und immer besser versiegelte Fassaden machen ihm das Leben schwer. Nistkästen werden in entsprechenden Gegenden sehr gut angenommen. Der Mauersegler ist ein Langstreckenzieher und überwintert in Afrika südlich der Sahara.
Koloniekasten für Spatzen
Auch die Zahl der Spatzen ist rückläufig: abgedichtete Fassaden und zu wenig zu fressen, weil es immer weniger Brachflächen gibt. Aber man kann dem Haussperling gut helfen. Da er es gesellig mag, bieten sich Koloniekästen an, die wir an die Hausfassade anbringen können. Den Rasen weniger mähen, denn die Samen sind für die kleinen Vögel lecker und Badeplätze – mit Wasser oder Sand – errichten. Das liebt der Spatz.
Im Garten: Carsten Weber, Naturschützer
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