Stress am Schalter: Was tun gegen die wachsende Gewalt im Öffentlichen Dienst?
Beim Polizei-Einsatz, im Jobcenter oder in der Fahrerkabine: Dass Beschäftigte im Öffentlichen Dienst oft aggressiv angegangen werden, ist seit Jahren ein Problem. Und die Zahl der Fälle steigt weiter - zwei Drittel der ÖD-Beschäftigten haben laut DGB im vergangenen Jahr Gewalterfahrungen machen müssen, das gleiche gilt für vergleichbare Tätigkeiten in der Privatwirtschaft. Im öffentlichen Verkehr sind es mit 70 Prozent noch mehr Betroffene, dazu die Dunkelziffer der Fälle, die gar nicht gemeldet werden. Was also tun? Immer aufwändiger sicherheitstechnisch aufrüsten? Alle potenziell Betroffenen in Deeskalations-Trainings holen? Beim Landratsamt in Rastatt und dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar hat sich unser Reporter Wolfgang Brauer nach Lösungsansätzen umgehört.
Mehr Prävention, mehr Nachsorge - das fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund von den Arbeitgebern, um den Trend zu stoppen. Der DGB-Bezirk Baden-Württemberg hat dazu in dieser Woche eine Fachtagung mit praxisbezogenen Workshops abgehalten. Mit dessen Vizevorsitzender Maren Diebel-Ebers erörtern wir im Interview, warum sich die Gewalt ausgerechnet im ÖD so ballt, welche Auswege sie sieht und was das für die sowieso schwierige Nachwuchssuche bedeutet.
Weitere Themen der Sendung:
- "Wir mussten dieses Minusgeschäft einstellen" - Kinderärzte verweigern Azubi-Check-ups. Beitrag von SWR1 Reporterin Daniela Diehl.
- Spezialfall Zeitarbeit - wenn der Arbeitgeber kündigt, obwohl der Entleiher weiter Bedarf hat. Welche Möglichkeiten gibt es, den Job zu behalten? Antwort von Arbeitsrechtlerin Julia Englert.