Jürgen Mayer: Mallorca ist Vielfalt
SWR1: Was macht Mallorca so lebenswert?
Jürgen Mayer: Es ist einfach die Vielfalt. Ich wohne in der Inselmitte. Ich fahre eine halbe Stunde und bin am Meer. Ich fahre eine halbe Stunde und bin in einer tollen Stadt, in Palma. Ich fahre eine halbe Stunde und bin an einer Steilküste. Ich kann mir das jeden Tag aussuchen. Ich fahre zehn Minuten und bin in einem pittoresken Dorf.
Es ist die wahnsinnig große Vielfalt hier auf der Insel, die ist wahnsinnig abwechslungsreich.
Und Mallorca ist so gut zu erreichen. So viele Flieger, wie nach Mallorca, gehen in keine andere Destination.
Massentourismus auf Mallorca
SWR1: Es gibt Proteste gegen den Massentourismus auf Mallorca. Was sagen denn Ihre Nachbarn zu dieser Diskussion?
Mayer: Es geht natürlich immer so: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus. Ich habe mit meinen Nachbarn überhaupt keine Probleme. Ich wohne unter Spaniern.
Aber in den großen […] Ferienorten, wo die Verhältnisse auch nicht mehr stimmen, wo 2.000 Spanier leben, aber sich gleichzeitig 24.000 Urlauber aufhalten, da ist schon sehr viel Unmut spürbar. Das merken hier alle.
Die Preise sind sehr hoch geworden. Die Wohnungen sind für Spanier kaum noch bezahlbar. Man hört immer wieder von Zwischenfällen, dass Autos und die Schaufenster von deutschen Immobiliengeschäften beschmiert werden.
Das halte ich für Einzelfälle. Aber natürlich muss hier irgendetwas passieren, damit sich die Spanier auch noch Mallorca leisten können.
Jürgen Mayer: Ich werde immer "der Deutsche" auf Mallorca bleiben!
SWR1: Werden Sie eher als Deutscher oder als Spanier, als Mallorquiner wahrgenommen?
Mayer: Ich bin ganz klar der "Alemán", der Deutsche. Das werde ich auch immer bleiben. Da kann man noch so gut Spanisch sprechen und noch so eng befreundet sein. Auch in meinem Freundeskreis bin ich natürlich der "Alemán", das ist ja ganz klar.
Waldbrände auf dem spanischen Festland
SWR1: Derzeit wüten auf dem spanischen Festland große Waldbrände. Was bekommen Sie davon mit?
Mayer: Die Medien sind natürlich voll, gerade von diesem schweren Waldbrand, der jetzt bei Tarifa war. Hier auf Mallorca ist es in diesem Jahr zum Glück noch relativ ruhig geblieben […]. Die Angst schwebt natürlich jeden Sommer mit. Je heißer und je trockener es wird, desto schlimmer wird das auch.
Ich habe das einmal erlebt, wie so ein Waldbrand wütet. Wie schnell das geht. Das kann man sich überhaupt nicht vorstellen […].
Da gibt es kein Flammenzüngeln von Baum zu Baum, da explodiert der Baum regelrecht. So eine knochentrockene Kiefer steht völlig unversehrt da und plötzlich, von einer Sekunde zur nächsten, tut es einen lauten Knall, eine Art Donner. Und dieser ganze Baum steht von unten bis oben in Flammen und dann ist der nächste dran. So stelle ich mir die Hölle vor. Es ist wahnsinnig laut und es macht Angst.
Und wenn man dann von diesem riesigen Waldbrand bei Tarifa liest, bekommt man natürlich ein mulmiges Gefühl. Mallorca ist diesen Sommer bisher aber verschont geblieben.
Jürgen Mayer: Gegen die Hitze hilft frühes Aufstehen und eine Siesta
SWR1: Wie erleben Sie die aktuelle Hitzewelle in Spanien?
Mayer: Mit einer Klimaanlage. [lacht]
SWR1: Es geht nicht anders, oder?
Mayer: Es geht nicht anders. Aber natürlich möchte man da auch nicht den ganzen Tag in der Bude sitzen. Das ist auch klar. Man will ja rausgehen.
Mütze auf, wenn es geht, schwimmen gehen, den Schatten suchen und Siesta machen, in der Gluthitze des Mittags. Dann übersteht man das.
Wir stehen früher auf, auch wenn wir freihaben. Wir sind um sechs, um sieben Uhr auf jeden Fall wach und legen uns lieber nachmittags noch einmal hin, um der großen Hitze einfach ein bisschen zu entgehen.