Im August 2023 wurde Kangal-Mischlingshündin Mira in einem Weinberg bei Deidesheim gefunden. Der Winzer fand die hochschwangere Hündin genau in dem Moment, als ihre Welpen zur Welt kamen. Vier der 14 Welpen haben nicht überlebt, den anderen Hunden ging es sehr schlecht. Doch im Tierheim Frankenthal wurde sich zunächst gut um sie gekümmert, bis sie eine neue Heimat finden konnten.
Zwei Jahre später berichtet SWR Reporter Martin Gärtner, wie es der Kangal-Hündin und ihren Kindern geht.
Kangal-Hündin Mira kennt viele neue Kommandos
SWR1: Wie geht es den Hunden heute?
Martin Gärtner: Die haben sich wirklich prächtig entwickelt. Die Hundemutter, die lebt jetzt bei einer pensionierten Lehrerin in einer Kleinstadt vor den Toren Stuttgarts. Sie wurde auf den Namen Mira getauft.
Die Besitzerin, die hat intensiv mit dieser großen Hündin geübt und hat sich da wirklich richtig reingekniet. Denn Mira, die konnte überhaupt nichts; sie kannte keine Kommandos, die war das Auto fahren nicht gewöhnt. Die war irgendwo als Kettenhund wohl gehalten worden, wird vermutet.
Mira die konnte überhaupt nichts; sie kannte keine Kommandos, die war das Auto fahren nicht gewöhnt.
SWR1: Was hat Mira jetzt alles gelernt?
Gärtner: Zuerst natürlich Auto fahren, aber Mira fährt jetzt auch gerne S-Bahn. Die hat keine Angst vor Aufzügen, sie weiß, wie sie sich in Läden und Cafés benehmen muss und die kommt auch mit anderen Hunden super gut klar. Und auch mit der Katze der Familie, das ist ja nicht selbstverständlich, so Hund und Katze, das birgt ja immer Konflikte – bei Mira nicht.
Viele Bewohner und Geschäftsleute in der Fußgängerzone der schwäbischen Kleinstadt kennen diese riesige Kangal-Hündin gut. Sie freuen sich immer, wenn sie sie sehen und geben ihr Streicheleinheiten.
So geht es den Welpen aus dem Weinberg
SWR1: Was ist mit Miras zehn Kindern?
Gärtner: Auch die hat es gut getroffen. Die wurden an erfahrene Hundehalter in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vermittelt. Die zehn Kinder sind inzwischen jetzt auch erwachsen und die Besitzer haben untereinander Kontakt. Da gibt es eine Whatsapp-Gruppe, wo regelmäßig Fotos und Videos ausgetauscht werden.
Hintergrund der Weinberg-Welpen weiterhin unklar
SWR1: Konnte der Aussetzer der Hunde von damals ermittelt werden?
Gärtner: Nein, die Polizei und das Ordnungsamt, die haben sich wirklich intensiv gekümmert, die haben überall recherchiert, die haben diesen Fall von Tierquälerei wirklich ernst genommen. Es wurde sogar eine Hundezucht durchsucht und man hat einen DNA-Test bei einem verdächtigen Rüden machen lassen. Es war nämlich vermutet worden, dass er der Vater ist. War er aber nicht – kein Erfolg, der Täter wurde nicht ermittelt.