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5 Gesundheitsmythen entlarvt: Hier liegt Dr. Google falsch

Senf gegen Krämpfe und Melatonin-Gummibärchen für süße Träume - klingt verlockend? Doch viele Gesundheitstipps im Internet sind eher Mythos als Medizin. Und manchmal sogar riskant.

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Von Autor/in Julia Nestlen

Gesundheitstipps verbreiten sich oft nicht, weil sie gut belegt sind, sondern weil sie einfach sind, überraschend und perfekt zum Weiterschicken. Je absurder, desto besser für die Reichweite im Netz. Doch was wie ein Wundermittel klingt, ist oft vor allem eines: gut inszeniert. Und manchmal leider auch: riskant. So zum Teil auch diese fünf Gesundheitstipps:

Mythos 1: Fibermaxxing – je mehr Ballaststoffe desto besser?

Ballaststoffe sind gesund – daran besteht aus wissenschaftlicher Sicht kein Zweifel. Die Empfehlung liegt bei 30 Gramm pro Tag, doch die meisten von uns kommen im Schnitt nur auf bis zu 20 Gramm.

Doch mehr ist nicht immer besser. Zwar gibt es keine offizielle schädliche Obergrenze für den Ballaststoffverzehr. Doch wer zu schnell zu viele Ballaststoffe zu sich nimmt, riskiert unangenehme Begleiterscheinungen wie Bauchschmerzen, Blähungen oder sogar Verstopfung, so Experten.

Mythos 2: Senf macht Muskeln munter

Senf soll gegen Muskelkrämpfe helfen, heißt es zumindest im Netz. Für einige mag das gelbe Hausmittel tatsächlich mit Wohlbefinden verbunden sein – zumindest als Placebo könnte das wirken. Theoretisch könnte auch der scharfe Geschmack Nervenreflexe auslösen. Doch wissenschaftlich belegt ist diese Wirkung nicht. Und das bisschen Magnesium im Senf? Die Menge reicht nicht aus, um einen spürbaren Effekt auf die Muskeln zu haben.

Senf auf Bratwurst. Senf soll gegen Muskelkrämpfe helfen. Doch wissenschaftlich ist der Gesundheitstipp nicht belegt.
Senf soll gegen Muskelkrämpfe helfen. Doch wissenschaftlich ist der Gesundheitstipp nicht belegt. Paul-Philipp Braun

Mythos 3: Nasenpflaster - Mehr Luft oder doch nur heiße Luft?

Nasenpflaster feiern gerade ein Comeback im Sport. Das Versprechen klingt verlockend: Bessere Nasenatmung, mehr Sauerstoff für Gehirn und Muskeln, gesteigerte Leistungsfähigkeit. Doch die Wissenschaft bremst die Euphorie aus: Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2020 nahm 624 Studien zu den Pflastern unter die Lupe. Nur 19 Studien erfüllten wissenschaftliche Standards - und die ergaben auch keinen signifikanten Vorteile durch Nasenpflaster.

Grund dafür ist auch: Wer intensiv sprintet, radelt oder Fußball spielt, atmet automatisch durch den Mund. Ein messbarer, sportlicher Vorteil über den Placebo-Effekt hinaus bleibt daher aus.

Mythos 4: Mouth Taping für einen gesegneten Schlaf?

Mouth Taping, also das Zukleben des Mundes während des Schlafens, verspricht bessere Nasenatmung und weniger Schnarchen. Das kann funktionieren – muss aber nicht. Die Studienlage dazu ist dünn. Fachleute sehen keinen praktischen Nutzen. Kritisch wird es vor allem, wenn die Nase verstopft ist: Dann wird das Klebeband schnell unangenehm oder sogar riskant.

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Mythos 5: Melatonin-Gummibärchen - Süße Träume oder riskantes Experiment?

In den USA werden Gummibärchen mit dem "Schlafhormon" Melatonin frei beworben - als Einschlafhilfe für Kinder. Auf TikTok schlafen die Kinder danach angeblich wie Engel. Doch die Forschung weiß noch zu wenig über Langzeitwirkungen bei Kindern. 

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Die Bundesregierung für Risikobewertung warnt vor dem Einsatz von Melatonin als Einschlafhilfe für Kinder. Zoonar

Zwar ist Melatonin ein körpereigenes Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus reguliert und vollständig vom Körper abgebaut wird, sodass keine Abhängigkeit entsteht. Doch die künstliche Zufuhr kann Nebenwirkungen haben: Dazu zählen Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen. In Ländern wie den USA kommt auch immer wieder zu Überdosierungen, auch weil die Produkte schlecht reguliert sind.

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Julia Nestlen
Onlinefassung
Lilly Zerbst
Portraitbild der Reporterin Lilly Zerbst.