Worauf sich Patienten einstellen sollten

Unerwartete Kosten nach der Krebsdiagnose

Ist die Diagnose Krebs gestellt, stellen sich Betroffene nach dem ersten Schock auch viele Fragen, die ein Arzt nicht beantworten kann.

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Wie lange bekomme ich Krankengeld? Welche Kosten übernimmt die Kasse? Und wie sieht es mit Zuzahlungen aus? Diese Fragen hat sich Helga Lammel-Müller aus Remagen auch gestellt, nachdem sie mit Krebs diagnostiziert wurde. Um andere Betroffene in dieser Situation zu unterstützen, hat sie ein Buch über die Rechte von Krebspatienten geschrieben.

SWR1: Welche Fragen hat Sie nach ihrer Krebsdiagnose am meisten beschäftigt?

Helga Lammel-Müller: Wenn man plötzlich die Diagnose kriegt, arbeitet man sich von einem Problem zum nächsten. Das erste Problem war nämlich die Zuzahlung, beziehungsweise wie komme ich überhaupt zu der Therapie? Und wer zahlt das und was kommt auf mich zu? Im Laufe der Erkrankung kommen natürlich dann immer weitere Fragen: Wie lange bekomme ich Krankengeld und was kommt danach?

SWR1: Was ist mit Anlaufstellen wie der Deutschen Krebshilfe oder auch diversen Selbsthilfegruppen? Sind die nicht auch für solche Fragen da?

Lammel-Müller: Die Deutsche Krebshilfe hat mich überschüttet mit Fachliteratur zum Thema Krebs und Begleiterkrankungen. Aber zu rechtlichen Sachen habe ich von keinem irgendwie eine vernünftige Auskunft bekommen, und wenn, dann immer nur häppchenweise.

Aber eine geballte Auskunft, wo man sich langhangeln konnte, gab es nicht. Das war eigentlich der Grund, warum ich gedacht habe, darüber mal ein Buch zu schreiben.

SWR1: Wie sieht die finanzielle Situation aus, wenn man OP, Chemotherapie und Bestrahlung durchmacht und ein Jahr lang krankgeschrieben ist?

Lammel-Müller: Wenn man ein Jahr lang krank geschrieben ist, kriegt man erstmal noch Krankengeld. Das kriegt man 18 Monate, dann wird man erst ausgesteuert. Aber es gibt viele Kosten, an denen man sich beteiligen muss, wo man überhaupt nicht damit rechnet. Man muss sich an den Medikamentenkosten mit der Zuzahlung beteiligen, und das gilt auch für die Chemo.

Es gibt viele Kosten, an denen man sich beteiligen muss, wo man überhaupt nicht damit rechnet.

Da sind viele ganz überrascht, was dann plötzlich für Rechnungen auf sie zukommen. Für jede Taxifahrt hin- und zurück gibt es Zuzahlungen – zur Chemo, von der Chemo, zur Bestrahlung, von einer Bestrahlung, und für jedes Medikament. Das sammelt sich schon.

SWR1: Wo muss man besonders gut aufpassen?

Lammel-Müller: Dass man zum Beispiel Krankentransportfahrten vorher beantragt und auch erst eine schriftliche Genehmigung haben muss, ehe die Krankenkasse auch wirklich zahlt. Es gibt Krankenkassen, die zum Beispiel sagen, ich hab drei Wochen Bearbeitungszeit plus Postweg, aber die Therapie beginnt in der kommenden Woche. Dann muss man sich hinterher klemmen. Und wenn man das nicht gemacht hat, und man Pech hat, bleibt man auf den Kosten sitzen.

Das Gespräch führte SWR1 Moderator Frank Jenschar.

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Frank Jenschar
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