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Einmal ungünstig gestürzt oder beim Fußballspielen umgeknickt: Sich am Fuß zu verletzen kann schnell passieren, vor allem beim Sport.
Ein erhöhtes Risiko für Verletzungen bergen vor allem dynamische Sportarten, in denen viele schnelle Richtungswechsel stattfinden, erklärt Leonie Barker, Physiotherapeutin am Diakonie-Klinikum Stuttgart. Dazu zählen Sportarten wie Handball, Fußball, Squash oder Tennis.
Häufig sind zum Beispiel Verletzungen der Bänder, die das Sprunggelenk stabilisieren. Aber es kann auch zu Sehnenrissen oder Brüchen kommen.
Sportarten mit sehr gleichmäßigen Bewegungen - wie Radfahren, Schwimmen, Yoga oder Pilates – belasten das Sprunggelenk dagegen nicht so sehr und senken somit auch das Risiko zu solchen Verletzungen, erläutert Barker.
Fuß umgeknickt und Sprunggelenk verletzt? Schnelles Handeln mit PECH-Regel
Das Sprunggelenk muss beim Laufen oder Springen große Kräfte aushalten. Bei zu starker Belastung oder einem Umknicken können zum Beispiel die Bänder überdehnen oder reißen.
Nach einem Sturz und einer Verletzung am Fuß sei es wichtig erst einmal zu prüfen, ob man direkt wieder aufstehen könne, sagt Dr. Norbert Heim, Leitender Arzt der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie am Diakonie-Klinikum Stuttgart. "Ist das aufgrund der Schmerzen nicht möglich, ist das der erste Hinweis, dass da doch mehr verletzt sein könnte."
Wer sich am Sprunggelenk und insbesondere den Bändern verletzt, sollte sofort handeln. Dabei bewährt hat sich die sogenannte PECH-Regel:
- P wie Pause: den Fuß stillhalten
- E wie Eis: kühlen
- C wie Compression: mit einer Bandage stabilisieren
- H wie Hochlagern
Schnell zu reagieren, fördert den Heilungsprozess und verringert die Dauer der Einschränkungen durch die Sprunggelenksverletzung. Typische Folgen nach solchen Verletzungen sind eine Bewegungseinschränkung und Instabilität, teils auch starke Schmerzen über längere Zeit hinweg. Jeder Patient wird individuell behandelt, dennoch gibt es unterschiedliche Ansätze und Möglichkeiten – je nachdem, wie schwer die Verletzungen sind.
Physiotherapie: Muskelaufbau stabilisiert Sprunggelenk
Oftmals ist Physiotherapie nach einer Sprunggelenksverletzung der Schlüssel zum Erfolg. Vor allem, wenn eines der Bänder um das Sprunggelenk gerissen ist, wird in der Physiotherapie versucht, Muskeln aufzubauen, die das Sprunggelenk stabilisieren. "Die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur ist besonders wichtig", sagt Physiotherapeutin Barker. "Man kann diese gut durch Balance- und Gleichgewichtsübungen trainieren."
Die Termine in der Praxis reichen dafür meist nicht aus. Die Übungen sind so angelegt, dass Patienten sie auch regelmäßig in ihren Alltag einbauen können. Wichtig für eine erfolgreiche Heilung ist es, dass nicht nur während der Physiotherapie, sondern auch zuhause geübt wird.
Trotz Physiotherapie Schmerzen: Wann ist eine Sprunggelenk-OP ratsam?
Je nach Schwere der Verletzung kann eine Operation ratsam oder notwendig sein. "Wann und ob man operiert, ist davon abhängig, wie stark die Beschwerden sind", sagt Fuß- und Sprunggelenk-Experte Dr. Norbert Heim. Wer im Alltag auch mithilfe von einfachen Maßnahmen noch gut zurechtkomme – etwa mit Schonung, Schmerzmitteln oder Kühlung - der könne mit einer Operation noch warten, rät Heim. Wenn die Arthrose – also der Gelenkverschleiß beziehungsweise die Schädigung des Gelenkknorpels - allerdings fortschreitet und es auch in Ruhe zu Schmerzen komme, sei das seiner Meinung nach der Zeitpunkt für eine Operation.
Es gibt Fälle, in denen sich Probleme wie eine Arthrose am Sprunggelenk erst über die Zeit entwickeln, etwa weil Patienten nach einer Sportverletzung nicht oder falsch behandelt werden. Bei schwereren Sprunggelenksverletzungen gibt es zwei mögliche Operationsverfahren: die Versteifung oder ein künstliches Gelenk.
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Bei der Versteifung wird das Gelenk durch Schrauben, Platten oder Drähte fixiert. Dadurch verwachsen die beteiligten Knochen miteinander. Das Gelenk bleibt stabil, dafür geht die natürliche Bewegungsfähigkeit verloren.
Ein künstliches Gelenk wiederum ersetzt das geschädigte Gelenk durch eine Prothese und ermöglicht eine Verbesserung der Beweglichkeit. Diese Methode wird auch als Sprunggelenk-Implantatoperation bezeichnet. "Man ist schneller wieder aktiv und mobil. Zusätzlich hat man durch die Prothese ein relativ normales Gangbild", erklärt Heim.
Wie läuft eine OP am Sprunggelenk ab?
Mithilfe von CT-Aufnahmen wird die Sprunggelenksprothese millimetergenau angefertigt. Dabei werden Größe, Ausrichtung und Rotation individuell angepasst. Das Implantat besteht aus mehreren Teilen und hat ein bewegliches Kunststofflager.
Bei der Operation wird zunächst das beschädigte Sprunggelenk aufgeschnitten, die abgenutzten Gelenkflächen werden entfernt. Das künstliche Gelenk wird dann zwischen Schienbein und Sprungbein eingesetzt. Zur Dauer der Haltbarkeit einer solchen Prothese gibt es unterschiedliche Studien. Laut Heim halte eine Prothese zehn bis 15 Jahre. Anders ausgedrückt: 90 Prozent der Sprunggelenk-Implantate seien nach Einschätzung des Experten nach 15 Jahren noch stabil und würden wahrscheinlich auch länger funktionieren.